Vöhl: Ministerium und Nationalpark-Team stellen neues Handyangebot vor

App in den Wald

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App runterladen, Karten speichern und los geht‘s auf die Ringelsbergroute: Vertreter des hessischen Umweltministeriums und des Nationalparks Kellerwald-Edersee stellten die neue App für das Unesco-Weltnaturerbe vor.

Vöhl-Harbshausen - Eine Idee aus dem Nationalpark Kellerwald-Edersee macht Schule: Am Mittwoch stellten Vertreter des hessischen Umweltministeriums eine neue App vor, mit der die Buchenwälder noch besser erlebbar werden sollen - auch der heimische.

Sie spannen sich weit über die Wanderwege, glänzen im Mai grün und im Herbst ganz bunt. Und sie erzählen Geschichten - wenn man genau hinhört oder hinsieht. Und damit diese Geschichten der uralten Buchen im Nationalpark keinem Wanderer mehr entgehen, damit Spaziergänger begeistert werden für das wertvolle Stück Kulturerbe im Kellerwald, hatten die Mitarbeiter im Nationalpark eine Idee. „Wir haben uns eine App für Handys und Tablets gewünscht“, erklärt Jutta Seuring. Weil die Applikation für den Nationalpark bereits gerne genutzt werde, sollte auch für das Weltnaturerbe ein entsprechendes Angebot geschaffen werden.

Also wendeten sich die Experten vom Nationalpark an das hessische Umweltministerium - sie trafen auf offene Ohren. Gestern stellten Dr. Karin Kaiser vom Ministerium und Jutta Seuring die neue App vor. Und die informiert nicht nur über die Buchenwälder im Kellerwald, sondern auch in den anderen vier deutschen Teilgebieten des Unesco-Weltnaturerbes: Grumsin, Hainich, Jasmund und Serrahn. „Wir wünschen uns, dass diese App die Begeisterung für Buchenwälder in das neue digitale Zeitalter trägt“, erklärte Dr. Karin Kaiser am Mittwoch bei der Präsentation im Nationalpark. Dort zeigten die Experten auch, wie es geht: Neben Informationen zum Unesco-Weltnaturerbe und zur Verknüpfung der europäischen Gebiete bietet die App Kartenmaterial.

Sind Besucher auf der Ringelsbergroute unterwegs, die durch den ausgezeichneten Buchenwald führt, bekommen sie praktische Hilfe. Das Handy ortet per GPS den Standort des Wanderers und informiert ihn über „points of interest“ - also über Punkte im Wald, die besonderes Interesse wecken könnten. „Dazu gehört zum Beispiel das Hügelgrab“, erklärte Ranger Achim Frede, der die Besucher gestern durch den Wald führte. Klicken die Wanderer auf der Karte auf den entsprechenden Punkt, bekommen sie Informationen zu dem besonderen Ort mit kulturhistorischer Bedeutung. Insgesamt zehn dieser Punkte schlägt die App auf der elf Kilometer langen Route vor. Das Gleiche gilt für die jeweiligen Routen in den vier anderen Buchenwäldern Deutschlands. „Es ist eine weitere Möglichkeit, den Menschen zu zeigen, was die Buchenwälder so besonders macht“, erklärte Achim Frede.

Die Experten empfehlen allerdings, die App und das Kartenmaterial bereits zu Hause runterzuladen, um schlechtem Empfang in den Wäldern zuvorzukommen. 1000 Downloads verzeichnet die App bereits seit ihrem Start vor fünf Wochen. „Auch Menschen in Laos und Peru haben bereits darauf zugegriffen“, freute sich Jutta Koop vom Umweltministerium.

Ein Jahr hat die Entwicklung der App gedauert, 100000 Euro haben sich die vier beteiligten Bundesländer das Projekt kosten lassen. Die App ist über die Internetseite www.nationalpark-kellerwald-edersee.de ab sofort für Apple-, Windows- und Android-Geräte verfügbar.

Von Theresa Demski

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