Ernst Joachim Brack nach 27 Jahren im Aufsichtsrat verabschiedet

Waldecker Bank: Jürgen Tent neuer Aufsichtsratsvorsitzender

+
Wechsel im Aufsichtsratsvorsitz der Waldecker Bank: (von links) Klaus-Dieter Paul, Udo Martin, Ernst Joachim Brack, Jörg Dautermann und Karl Oppermann. 

Korbach – Nach 27 Jahren im Aufsichtsrat hat die Waldecker Bank Ernst Joachim Brack verabschiedet. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender ist Jürgen Tent.   

Im Alter von 37 Jahren war Brack 1992 erstmals in das Gremium gewählt worden und gehörte später unter anderem der Kreditkommission und der Prüfungskommission an. 2002 übernahm er den stellvertretenden Vorsitz, 2011 wurde er zum aufsichtsratsvorsitzenden gewählt und trat die Nachfolge von Kurt Wagner an. Mit einer Goldmünze als Präsent verabschiedete ihn Bankdirektor Karl Oppermann. 

Jöerg Dautermann vom „Verband der Regionen“ überreichte ihm den Ehrenbrief des Genossenschaftsverbandes. Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden Jin Keudel (Korbach) sowie Bernd Lippe (Freienhagen) einstimmig wiedergewählt. Für Brack, der nicht erneut zur Wahl antrat, wurde Gerd Ladage (Diemelstadt-Neudorf) einstimmig in das Gremium gewählt. 

Jürgen Tent

Im Anschluss an die Vertreterversammlung trat der Aufsichtsrat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Bei dem einzigen Tagesordnungspunkt wurde Jürgen Tent (Korbach) zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsgremiums gewählt.

Wohnungsbaudarlehen auf Rekordniveau

Der Immobilien-Boom ist ungebrochen: Vor allem die starke Nachfrage nach Wohnungsbaudarlehen hat das Geschäft der Waldecker Bank im vergangenen Jahr geprägt.Das teilte Bankdirektor Udo Martin am Montagabend bei der Vertreterversammlung in der Korbacher Stadthalle vor mehr als 300 Delegierten, Gästen und Mitarbeitern mit: „Die Neuzusagen bewegten sich auf einem Rekordniveau.“

Die positive Entwicklung im Kundenkredit- wie auch im Einlagengeschäft ließen die Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 Prozent auf 961 Millionen Euro ansteigen. Das ordentliche Ergebnis der Waldecker Bank lag mit 6,6 Millionen Euro zwar unterhalb des Vorjahreswertes, stellte aber laut Martin dennoch einen zufriedenstellenden Wert dar.

Die frühzeitige Öffnung gegenüber Vermittlerplattformen im Internet habe der Bank bei den Wohnungsbaudarlehen auch Zugang zu überregionalen Wachstumsmärkten verschafft, sagte Martin. Das bilanzierte Kreditvolumen stieg um 8,1 Prozent auf 462 Millionen Euro.

Im Einlagengeschäft war ein Zuwachs von 20 Millionen auf 657 Millionen Euro zu verzeichnen. Der sei jedoch im Unterschied zum vergangenen Jahr nicht von wenigen Großbeträgen institutioneller Kunden geprägt gewesen, sondern resultiere aus dem Privatkundengeschäft, so der Bankdirektor. Die günstigen Refinanzierungsmöglichkeiten im Interbankensektor, teilweise sogar zu negativen Zinsen, nutzte die Waldecker Bank zu einem weiteren Aufbau der Eigengeschäfte. Die vor allem in festverzinsliche Wertpapiere investierten Mittel belaufen sich auf insgesamt 447 Millionen Euro.

Das extreme Niedrigzinsniveau schlägt sich indes mehr und mehr in der Bilanz der Bank nieder. Auch das Vermittlungsgeschäft mit der genossenschaftlichen Finanzgruppe steigerte die Bank laut Martin nicht in allen Bereichen. Aufgrund Bewertungskorrekturen für Wertpapierbestände musste die Bank erhebliche Belastungen verkraften. Diese würden aber zum großen Teil in den Folgejahren als Erträge wieder zurückfließen, erklärte Martin. Auf der Kostenseite hätten außerdem außerordentliche Ereignisse das Ergebnis beeinflusst.

Die Digitalisierung macht unterdessen auch vor der Waldecker Bank nicht Halt. Das sei eine Chance für das Beratungsgeschäft, sagte der Bankdirektor. Die Waldecker Bank beschäftigte am Jahresende eine kaum veränderte Zahl von 196 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, lediglich bei der Umrechnung in Vollzeit-Arbeitskräfte hat sich inzwischen eine deutliche Reduzierung ergeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare