Bankvorstände ziehen Bilanz des Jahres 2018

Waldecker Bank verzeichnet Rekordwachstum im Kreditgeschäft

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Sprechen von einem „erfreulichen Geschäftsverlauf“: (von links) Die Vorstände Karl Oppermann und Udo Martin in der umgebauten Hauptstelle der Waldecker Bank in Korbach.  

 Korbach. Die Waldecker Bank schließt das Jahr 2018 mit einem Rekordwachstum im Kreditgeschäft ab.

Die Kreditzusagen erhöhten sich um mehr als zwölf Prozent auf den Höchstwert von 107 Millionen Euro. Das teilten die Bankvorstände Karl Oppermann und Udo Martin in einem Bilanz-Pressegespräch mit. Die Bilanzsumme ist auf rund 960 Millionen Euro gestiegen. Im Vorjahr waren es 886 Millionen Euro.

Bauen boomt nach wie vor: Motor der geschäftlichen Entwicklung sei wie schon in den vergangenen Jahren das Baufinanzierungsgeschäft, so Oppermann und Martin. „Bei unverändert sehr günstigen Finanzierungsbedingungen war die Nachfrage nach Krediten für den Wohnungsneubau, aber auch für energetische Maßnahmen und Renovierungen aller Art, außerordentlich hoch, mit einem ausgeprägten Schwerpunkt bei langfristigen Zinsbindungen“, sagte Martin.

Kredite über digitale Kanäle vermitteln

Verstärkt vermittelt die Waldecker Bank Kredite über ihre digitalen Kanäle und erreicht so auch Kunden außerhalb ihres eigentlichen Geschäftsgebietes, sagte Oppermann. Im Einlagengeschäft verzeichnete die Bank einen Zuwachs von knapp 18 Millionen Euro. Im Vorjahr war es noch ein Plus von 45 Millionen Euro. Dennoch ist der Vorstand mit der Entwicklung zufrieden: Der Anstieg habe sich ohne die umfangreichen Großbeträge vollzogen, die noch 2017 die Struktur prägten.

Geld auf Girokonten geparkt

Angesichts weiterhin fehlender Zinsen für kurzfristige Geldanlagen hätten die Kunden der Waldecker Bank erneut „beträchtliche Gelder“ auf Girokonten geparkt. Deren Anteil am Gesamtvolumen des Geldinstituts wuchs nach Angaben des Vorstandes weiter an. „Beträchtliche Kundengelder“ seien auch in Wertpapiere aller Art und verzinsliche Anlageformen der Verbundpartner umgeschichtet worden.

Druck durch niedrige Zinsen

Niedrige Zinsen am Geld- und Kapitalmarkt setzen auf der anderen Seite die Bank nach wie vor wirtschaftlich unter Druck: Die Zinsmarge war weiter rückläufig, weil auslaufende Geschäfte nur zu für die Bank deutlich schlechteren Bedingungen verlängert wurden, wie die beiden Bankvorstände erläuterten. 

Gleichzeitig habe die starke Ausweitung des Volumens dafür gesorgt, dass die Waldecker Bank den absoluten Zinsüberschuss als wichtigste Ertragskomponente anders als noch im Vorjahr steigerte. Oppermann: „In Verbindung mit einem erfreulichen Provisionsüberschuss und einem moderaten Kostenverlauf erreichte das vorläufige Ergebnis deshalb ein Niveau, das weitestgehend den Erwartungen zu Beginn des Jahres entsprach.“

Derzeit keine Schließungen geplant

Die Modernisierung der Hauptstelle der Waldecker Bank in Korbach geht in die Zielgerade: Die neue Schalterhalle hat bereis seit Ende Januar geöffnet. Derzeit wird der Haupteingang und die Selbstbedienungs-Zone umgebaut.„Im April werden alle Maßnahmen beendet sein, so dass der Geschäftsbetrieb bald wieder ohne Beeinträchtigung im Kundengeschäft ablaufen kann“, erklärten die Bankvorstände Karl Oppermann und Udo Martin. Insgesamt investiert die Waldecker Bank 2,2 Millionen Euro in die Renovierung.

Im vergangenen Jahr hatte das Geldinstitut die Geschäftsstellen in Waldeck, Höringhausen und Freienhagen geschlossen. In diesem Jahr seien keine Schließungen geplant, sagte Oppermann: „Wir halten die Präsenz in der Fläche für notwendig und wissen um den Stellenwert der Geschäftsstellen.“

Bank beschäftigt 198 Mitarbeiter

Gleichwohl seien weitere „strukturelle Anpassungen“ in Zukunft nicht auszuschließen, ergänzte Martin: „Der Kosten- und Wettbewerbsdruck ist weiter hoch. Natürlich müssen wir auch unsere Filialen auf den Prüfstand stellen.“Ohnehin nutzt ein immer größer werdender Teil der Kunden die digitalen Bankdienstleistungen. Mehr als ein Drittel führt nach Angaben der Waldecker Bank das Girokonto bereits online. Das Geldinstitut hat seine Mitarbeiter ausgebildet, um die Kunden beim Umgang mit der digitalen Technik zu unterstützen.

Bei allen Veränderungen ist die Zahl der Angestellten stabil geblieben: Die Waldecker Bank beschäftigt derzeit 198 Mitarbeiter, davon 162 in Vollzeit. Ein wachsender Anteil ist in Teilzeit beschäftigt. Die umgerechnete Mitarbeiterkapazität sei so erkennbar reduziert worden, erklären Oppermann und Martin.

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