Waldecker Nationalhymne trifft Tango

- Diemelsee-Flechtdorf (nv). „Romantik, Realismus, Revolution“ – unter diesem Motto steht der „Tag des offenen Denkmals“ 2011. Im Kloster Flechtdorf gibt es am 11. September viel zu entdecken.

Wie in den vergangenen Jahren gewähren die Mitglieder des Fördervereins zum bundesweiten Denkmaltag einen Blick hinter die mittelalterlichen Klostermauern. Das Team um Vorsitzenden Helmut Walter informiert aber nicht nur über die jüngsten Fortschritte bei der Einrichtung eines Informations- und Begegnungszentrums (WLZ, 18. August). Gemeinsam mit Vertretern der evangelischen Kirchengemeinde und der Sparkasse haben die Fördervereinsmitglieder ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt.

Zum Auftakt des Denkmaltags lädt Pfarrerin Claudia Frank um 10.30 Uhr zum Gottesdienst in die Klosterkirche ein. Anschließend beginnt die Zeitreise ins 19. Jahrhundert – das Jahrhundert der Revolution. „1848 stürmten die Bauern aus Wirmighausen das Kloster“, berichtet Helmut Walter. Die Landwirte versenkten die Akten im benachbarten Klosterteich und sorgten viele Tage lang für Unruhe. Als die waldeckische Regierung um Hilfe bat, marschierte das Militär ein und verhaftete die Anführer. An die Revolution im Kloster erinnern die Flechtdorfer am Sonntag, 11. September, mit drei Themenführungen um 12, 13 und 16 Uhr.

Der Romantik widmet sich Prof. Dr. Friedhelm Brusniak, Musikwissenschaftler und Ordinarius für Musikpädagogik an der Universität Würzburg, um 14.30 Uhr in seinem Vortrag „Regionales Liedgut zur Zeit der Romantik“. Brusniak, dessen Wurzeln in Wirmighausen liegen, erläutert in der Klosterkirche Entstehung und Bedeutung des regionalen Liedguts im 19. Jahrhundert.

Der Direktor des Sängermuseums in Feuchtwangen referiert beispielsweise über die „Wal­decker Nationalhymne“ mit dem bekannten Refrain „Mein Waldeck lebe hoch“. In einer „Lied-Biographie“ befasst er sich mit dem ursprünglichen Text (Lob der Eiche), der Entstehung der Melodie des späteren Waldecker Liedes in Arolsen, der Verwendung als Nationalhymne bei der Hochzeit der waldeckischen Prinzessin Emma mit König Wilhelm III. der Niederlande und mit dem uns heute bekannten Text des damaligen Külter Pfarrers August Koch.

„Hör-mal im Denkmal“ heißt es um 18 Uhr in der Klosterkirche. Die Musikreihe ist fest mit dem Denkmaltag verbunden. In Flechtdorf wollen die Musiker und Tänzer der „Grupo Arrabal“ mit ihren Tanzkonzert „La Historia del Tango“ begeistern.

Weitere Informationen zum Kloster und zum Förderverein gibt es im Internet unter www.kloster-flechtdorf.de.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 3. September.

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