Korbach

Waldecker Urgewächs nimmt Abschied

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- Korbach (resa). Mit großer Wehmut nahm der stellvertretende Forstamtsleiter Walter Friese am Donnerstag Abschied. Nach 47 Jahren im Hessischen Staatsdienst und 29 Jahren Dienst im Forstamt geht er in den Ruhestand.

Viele Weggefährten hat Friese in den vergangenen 47 Jahren gehabt – Kollegen und Vorgesetzte, Vereinsvorsitzende und Jäger. Mit vielen von ihnen feierte er am Mittwoch in der Eisenberghütte in Goldhausen seinen Abschied. „Ich bin ein geborener Waldecker“, erzählte Friese, „habe nur zur Ausbildung meine Heimat verlassen und bin dann für immer zurückgekehrt“. Und das habe ihn auch auf seinem Posten im Forstamt ausgemacht, lobte Forstamtsleiter Martin Klein. „Er kennt die Wälder wie kaum ein anderer“, betonte er, „und er wird uns fehlen“.

Auch Friese wird seine Tätigkeit fehlen. „Schließlich arbeite ich seit 20 Jahren in diesem Beruf“, erzählte er. 1972 sei er nach seiner Ausbildung in der Forst- und Wirtschaftsberatung eingestellt worden, erinnerte Klein. Damals war er für EG-Förderprojekte zuständig und verwaltete rund 16 Millionen Euro Fördergelder. Zehn Jahre blieb er in seinem Amt, bevor er 1982 nach Willingen wechselte – als erster Funktionsbeamter im Forstamt. Als 2005 das Forstamt in Diemelstadt die Zuständigkeit für Willingen übernahm, zog auch Friese mit seinem Büro nach Diemelstadt um. „Ihre Steckenpferde waren immer die Jagd und der Naturschutz“, befand der Forstamtsleiter, „viele Spuren haben Sie dabei hinterlassen“. Eine „Walter-Friese-Revival-Tour“ durch Willingen soll Kollegen und Wegbegleiter am Wochenende zu den sichtbaren Spuren seiner Arbeit führen. „Sie waren loyal, fleißig und vor allem kompetent“, lobte Martin Klein und sprach damit wohl auch den Waldbesitzern und Jägern aus der Seele, die zum Mitfeiern nach Goldhausen gekommen waren.

Anerkennung gab es auch von Rolf Kaufmann, Leitender Verwaltungsdirektor der Waldeckischen Domanialverwaltung. „Walter Friese ist ein wandelndes Lexikon“, lobte er, „er saugt Informationen auf wie ein Schwamm“. In wichtigen Augenblicken allerdings habe der besonnene Friese auch mal auf den Tisch schlagen und deutlich werden können.

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