Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt legt Bedarfs- und Entwicklungsplan vor

Was die Korbacher Feuerwehr braucht

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Der Feuerwehr-Stützpunkt am Südring in Korbach: Die Brandschützer in der Kernstadt und den Ortsteilen sind rund um die Uhr einsatzbereit und retten, löschen, bergen.

Korbach – Welche Geräte und Fahrzeuge brauchen die Korbacher Feuerwehren? Sind die Feuerwehrhäuser in Ordnung? Reichen die Einsatzkräfte aus? Welche Risiken bestehen in den Ortsteilen und der Kernstadt? Diese und mehr Fragen klärt der „Bedarfs- und Entwicklungsplan“.

Erstmals hat der Stadtbrandinspektor das gut 100 Seiten umfassende Papier 2006 vorgelegt. In der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten stellte Friedhelm Schmidt die erste Fortschreibung des Plans vor, der für die nächsten zehn Jahre eine Entscheidungsgrundlage für Verwaltung und Politik bilden soll. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum „Bedarfs- und Entwicklungsplan“ zusammengefasst:

In welchem Ortsteil besteht das höchste Risikopotenzial?

Das größte Risikopotenzial besteht in der Kernstadt. Hier gibt es mehrere große Gewerbe- und Industriebetriebe, Schulen und Behörden, eine Klinik und Hotels. Kleinere Ortsteile wie Nordenbeck oder Helmscheid haben in der Regel nur ein geringes Risikopotenzial: Dort herrscht überwiegend eine offene Bebauung mit Wohngebäuden, landwirtschaftlichen Betrieben und kleineren Gewerbebetrieben vor.

Wie viele Feuerwehrleute sind in den 15 Korbacher Wehren aktiv und reichen sie aus?

„Die Zahl der Aktiven in den Einsatzabteilungen ist im Vergleich zu 2004 konstant geblieben“, sagt Friedhelm Schmidt. 2004 gehörten 418 Feuerwehrleute der Einsatzabteilung an, im vergangenen Jahr waren es 427. Dazu kommen 121 Mädchen und Jungen in den zwölf Jugendfeuerwehren (2004: 161) und 88 Mitglieder in den acht Kinderfeuerwehren (21), die sich auf den aktiven Dienst vorbereiten. Schmidt: „Nach jetzigem Stand sind auch künftig keine Engpässe zu erwarten. Trotzdem: In der Kernstadt wird mit 89 Einsatzkräften gerade die Mindestpersonalstärke erreicht. In den Ortsteilen sind die Wehren im Verhältnis zur Einwohner-zahl hingegen gut besetzt. Ein Beispiel: Alleringhausen hat gut 70 Einwohner, davon sind elf in der Einsatzabteilung der Feuerwehr aktiv.

Wie viele Einsätze haben die Feuerwehrleute?

Die Zahl schwankt stark: Im vergangenen Jahr waren es 91 Brandeinsätze, 111 mal mussten die Feuerwehrleute technische Hilfe leisten und 52 mal war ein Fehlalarm Auslöser für einen Einsatz. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 rückten die Feuerwehrleute 49 mal zu Bränden aus, 121 für technische Hilfeleistung und 45 Fehlalarme.

Sind die Feuerwehren jederzeit einsatzbereit?

Die Tagesalarmsicherheit von 6 bis 18 Uhr ist nur in der Kernstadt durch eigene Kräfte gegeben. In den Ortsteilen muss teilweise auf die Kernstadtfeuerwehr und benachbarte Wehren – teilweise auch aus anderen Kommunen – zurückgegriffen werden. Der Grund dafür: Die meisten Feuerwehrleute auf den Ortsteilen arbeiten tagsüber außerhalb. Die Alarmsicherheit von 18 bis 6 Uhr sowie an den Wochenenden und Feiertagen ist sowohl in der Kernstadt als auch in den Ortsteilen gegeben. Die Kernstadtfeuerwehr ist mit Unterstützung der Ortsteilwehren zusätzlich für überörtliche Aufgaben im gesamten Kreis mit speziellen Einsatzfahrzeugen und technischen Geräten zuständig. So ist in Korbach etwa der Gerätewagen Atem-/Strahlenschutz stationiert.

Wie gut ist der Ausbildungsstand der Feuerwehrleute?

Jährlich nehmen mehr als 100 Feuerwehrleute an Lehrgängen und Seminaren auf Kreisebene oder in der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel teil. Unter anderem verfügen die Korbacher Wehren über 124 taugliche Atemschutzgeräteträger.

In welchen Gerätehäusern besteht Handlungsbedarf?

Weil sich aufgrund neuer Vorschriften die Umkleidebereiche nicht mehr in den Fahrzeughallen befinden dürfen, sind in mehreren Gerätehäusern Umbauten notwendig. Betroffen sind Helmscheid, Hillershausen, Nieder-Schleidern und Rhena. In Nieder-Ense soll eine Abgasanlage eingebaut werden, da die Umkleide aus Platzgründen nicht abgetrennt werden kann. In Goldhausen und Ober-Ense werden 2018 begonnene Baumaßnahmen in diesem Jahr abgeschlossen.

Welche Fahrzeuge müssen bald ersetzt werden?

In der Regel sollen Feuerwehrfahrzeuge nach 35 Jahren ersetzt werden. Der Gerätewagen Atem- und Strahlenschutz der Kernstadtwehr aus dem Jahr 1993 ist eines der ältesten Fahrzeuge. Neue oder neuere wasserführende Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF-W) sollen Helmscheid, Rhena, Alleringhausen und Ober-Ense erhalten, teils durch Ringtausch mit anderen Ortsteilwehren.

Wie viel kostet die persönliche Schutzausrüstung der Feuerwehrleute?

Für Dienst- und Schutzkleidung der Korbacher Feuerwehrleute gibt die Stadt jährlich rund 46 600 Euro aus. Dazu gehören unter anderem Schutzjacken, Handschuhe, Helme und spezielle Sicherheitsschuhe. Die Kleidung muss regelmäßig erneuert werden.

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