Korbach

„Was nicht passieren durfte ...“

- Korbach (jk). Der Störfall mit Quecksilber im Heizkraftwerk sorgt weiter für Nachbeben – auch auf politischer Ebene. Im Korbacher Parlament gab es massive Kritik am Betreiber. Es geht vor allem um Vertrauen.

Die Enttäuschung war Eckart Hardegen ins Gesicht geschrieben. Der CDU-Fraktionschef im Stadtparlament und frühere Conti-Umweltbeauftragte zählte zu den klaren Befürwortern eines Heizkraftwerks in Korbach. Preiswerte Energie für Conti, Müll als Ersatzbrennstoff – alles Vorteile aus seiner Sicht. Vor allem, wenn Technik und Sicherheit stimmen. „Auf einmal ist etwas passiert, was nach Aussagen von Betreiber und Behörden gar nicht passieren durfte“, folgerte Hardegen am Mittwochabend in einer persönlichen Erklärung vorm Parlament. Hardegen meinte den Störfall mit Quecksilber vom 25. bis 27. August.Entweder seien es menschliche Fehler oder Versagen des Managements gewesen, doch egal wie: „In der ganzen Zeit sind weiter Schadstoffe frei geworden“, weil MVV Energie (Mannheim) zu spät den Kessel herunterfuhr. So vermutete der Betreiber zunächst einen Fehler im Messinstrument, bestellte einen Techniker, suchte nach Fehlern – aber ließ mehr als einen Tag lang den Müllofen in Betrieb, statt sicherheitshalber abzustellen. Noch dazu war just am Tage des Störfalls der Regierungspräsident (RP) Dr. Walter Lübcke persönlich auf Betriebsbesuch im Korbacher Heizkraftwerk, ohne von MVV informiert zu werden. Das alles soll künftig nicht mehr passieren, betonte inzwischen MVV. Viele Vorkehrungen würden getroffen. Hardegen reichen solche Aussagen derweil nicht – zumal sie aus seiner Sicht auch gar nicht den Kern treffen: „Eine Betriebsstörung wird sich wiederholen. Es darf nur nicht passieren, dass die Anlage dann weitergefahren wird“, unterstrich der technisch versierte Parlamentarier.So zeigte sich Hardegen massiv enttäuscht über eine Sondersitzung (12. Oktober) im Parlament nach dem Störfall, „in der MVV mit bunten Bildern erklärt hat, was sie alles machen wollen“. Doch unterm Strich war die Sondersitzung, „tut mir leid, nur eine Farce“, sagte Hardegen.

Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Freitag, 6. November 2009.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare