Edersee

Waschbären demolieren Wohnwagen

- Basdorf/Fürstental (js). Am Samstag und Sonntag war für einen Wohnwagenbesitzer am Edersee die Welt mit seiner kleinen Wohnwagen-Wochenendidylle auf dem DKV-Campingplatz Fürstental noch in Ordnung. Das änderte sich jedoch am Dienstag schlagartig, als er zu Hause von Campingnachbarn telefonisch in Kenntnis gesetzt wurde, dass sich in seinem Wohnwagen Waschbären häuslich eingerichtet hätten.

Aufmerksam geworden war der Nachbar durch das laute Poltern aus dem Wohnwagen. „Als ich nachschaute, sahen mich durch die Fenster zwei der Tiere ohne jede Scheu an“, so der Nachbar. Als der Besitzer zum Platz kam, bot sich ihm ein Bild der Verwüstung. Sieben Waschbären waren in seinen Wohnwagen eingedrungen und hatten nicht nur alles nach Fressbarem durchwühlt, sondern auch das Mobiliar angefressen, demoliert und zu allem Überfluss auch noch überall ihre Hinterlassenschaft abgelegt. „Es war ein Bild der totalen Verwüstung“, so der Wohnwagenbesitzer. Die Waschbären nahmen noch nicht einmal Notiz von ihm, sondern mussten praktisch mit Gewalt entfernt werden. Zwei Bären hatten sich hinter dem Kühlschrank regelrecht verbarrikadiert. Das ganze Ausmaß der Verwüstung, Beschädigungen und Verschmutzungen an dem etwas über zehn Jahre alten Wohnwagen wurde jedoch erst nach dem Verschwinden der Waschbären deutlich: Totalschaden! „Unglaublich“, so der Eigentümer des Wagens, „mit welcher Energie die Tiere vorgegangen sind, um in den Wagen zu gelangen.“ Die Dachluke wurde so lange bearbeitet, bis ein Loch zum Durchschlüpfen geschaffen war. In den Fußboden wurde durch das Holz ebenfalls ein Loch als Fluchtweg genagt. „Ich dachte immer, ich hätte alles richtig fest zugemacht, aber das hier habe ich nicht für möglich gehalten“, meinte der Wohnwagenbesitzer immer noch erschüttert. Auf rund 5000 Euro schätzt der Besitzer den Totalschaden, einschließlich der Entsorgung. Es ist, wie die Camper vor Ort berichten, nicht der erste Fall. Bereits vor zwei Wochen hatten in unmittelbarer Nähe Waschbären bereits einen anderen Wohnwagen schrottreif gemacht. In drei weitere Wagen sind Waschbären eingedrungen, deren Besitzer nicht erreicht werden konnten. Den Besitzer des unbrauchbar gewordenen Wohnwagens, der nach diesem Schock spontan sein Wochenenddomizil aufgeben wollte, konnten die Nachbarn überreden, zu bleiben. Er hat sich bereits nach einem gebrauchten Ersatzwohnwagen umgesehen.

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