Trinkwasser für Ottlar und Stormbruch: Gemeindevorstand hat neue Informationen

Wasserfrage wird neu diskutiert

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Diemelsee-Ottlar - Die Würfel über die Trinkwasserversorgung von Ottlar und Stormbruch sind noch nicht gefallen: Dem Gemeindevorstand liegen inzwischen neue Informationen vor, er will seine Beschluss-Empfehlung an die Parlamentarier neu diskutieren.

Über die Trinkwasserversorgung von Ottlar und Stormbruch entscheiden am Freitag die Parlamentarier in Diemelsee. Dass der Stormbrucher Brunnen künftig wieder für die Trinkwasserversorgung von Stormbruch und Ottlar genutzt wird, steht bereits vor der Sitzung der Gemeindevertretung fest (wir berichteten). Es geht nunmehr um die Frage, ob das weiche Stormbrucher Wasser im Hochbehälter Wiggenknochen mit dem harten Briloner Wasser vermischt wird oder ob das Lebensmittel Nummer eins in den Hochbehälter Ottlar eingespeist wird. Letztere Variante ist günstiger und würde für beide Ortsteile auch besseres, weil weniger kalkhaltiges Wasser bedeuten.

„Neu diskutieren“

Der Gemeindevorstand hat sich in seinem Beschlussvorschlag für das Parlament bereits für die Einspeisung des Wassers in den Hochbehälter Wiggenknochen ausgesprochen. Als die Entscheidung getroffen worden sei, hätten aber noch nicht alle Informationen des beratenden Ingenieurbüros Oppermann vorgelegen, erklärt Bürgermeister Volker Becker: „Deshalb werden wir uns nächste Woche mit dem Vorstand noch einmal zusammensetzen und über den Vorschlag diskutieren.“

Die Entscheidung werde unabhängig von der bestehenden Kooperation mit den Stadtwerken Brilon getroffen. Mit den westfälischen Nachbarn gibt es eine Vereinbarung, im Jahr mindestens 73 000 Kubikmeter Wasser abzunehmen. Das sei auch ohne Stormbruch und Ottlar gewährleistet, so Becker. Beide Orte zusammen verbrauchen rund 25 000 Kubikmeter Wasser im Jahr.

Michael Rempe vom Ingenieurbüro sieht in der Einspeisung in den Hochbehälter Ottlar die größten Vorteile. Zum einen ist das Wasser besser (Härtegrad fünf bis acht), zum anderen günstiger. Für das Briloner Wasser bezahlen die Diemelseer derzeit 0,562 Euro pro Kubikmeter, „was schon eher günstig ist“, wie Rempe weiß. Vor allem durch geringere Stromkosten würde der Preis bei der Ottlarer Variante aber auf geschätzte 0,351 Euro pro Kubikmeter sinken. Da wäre auch die Option mit der Einspeisung des Stormbrucher Wassers in den Hochbehälter Wiggenknochen teurer (0,455 Euro pro Kubikmeter).

In Stormbruch und Ottlar sind indes die Widerstände gegen das kalkhaltigere Wasser aus Brilon groß. Dass die Wasserqualität auch ein Standortfaktor ist, rechnet der Ottlarer Hotelier Christian Rummel vor. Der höhere Härtegrad sei für seinen „Ottonenhof“ mit höheren Betriebskosten verbunden: „Wir haben monatlich laufende Kosten von etwa 300 Euro für Entkalkungspatronen“, sagt Rummel. Enthärtet werde aktuell nur das Wasser für Spülmaschine, Gläserspülmaschine und Kaffeemaschine. „Eigentlich müssten wir in eine Entkalkungsanlage investieren, um unser gesamtes Trinkwasser aufzubereiten“, erklärt der Hotelier.

„Marktvorteil nutzen“

Für Rummel wäre weicheres Wasser aber auch ein Argument im Marketing: „Wir sind spezialisiert auf Familien, insbesondere mit Babys und Kleinkindern. Junge Eltern sind sehr sensibilisiert, was die Ernährung betrifft. Für uns wäre es ein Marktvorteil, mit gutem Wasser zu werben.“ Für ihn steht deshalb fest: „Wir wollen das Wasser wiederhaben, das wir früher auch hatten. Es wäre schön, wenn die Gemeinde für uns entscheidet.“ Unterstützt wird Rummel vom Verfahrensingenieur und Heilpraktiker Ralf Winkler aus Stormbruch. Weiches Wasser biete bei Getränken einen feinen, milderen Geschmack, sei angenehmer zum Duschen und Baden und reduziere den Einsatz von Wasch- und Reinigungsmitteln. Auch auf das Wohlbefinden habe weicheres Wasser Einfluss. (tt/lb)

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