Risse an Figuren – Gelände vorsorglich abgesperrt

Wasserspeier an der Kilianskirche in Korbach müssen saniert werden

Bauzäune vor dem Südportal der Kilianskirche in Korbach.
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Die Gefahr besteht, dass die Wasserspeier abbrechen: Vorsorglich hat die Gemeinde Flächen rund um die Kilianskirche in Korbach abgesperrt.

Drei Wasserspeier der Kilianskirche in Korbach haben Risse und müssen saniert werden. Vorsorglich hat die Kirchengemeinde Absperrungen rund um das Gotteshaus errichtet.

Korbach – „Ein Restaurator hat die Wasserspeier begutachtet und deutliche Risse festgestellt“, sagt Pfarrer Markus Heßler. Seit 2015 ein Sturm einen der vier gotischen Eckpfeiler an der Turmgalerie abgebrochen hatte, werden die Bauteile an der Kirche in regelmäßigen Abständen überprüft. Die Fiale stürzte damals rund 50 Meter in die Tiefe. Wie durch ein Wunder wurde niemand dabei verletzt. Auch am Dach des Kirchenschiffs und an der seitlichen kleinen Kapelle („Münze“) richtete der Sturm Schäden an. 2017 wurden alle Fialen restauriert.

Aus Sicherheitsgründen hat die Kirchengemeinde jetzt die Flächen unter den betroffenen Wasserspeiern großflächig mit Bauzäunen abgesperrt. „Wir hoffen natürlich, dass die Wasserspeier nicht abbrechen“, sagte Heßler. Der Pfarrer geht davon aus, dass die Bauzäune noch bis ins nächste Jahr hinein stehen müssen: „Die Sanierung muss vorbereitet werden“, erklärte Heßler.

Dabei werden die Restauratoren ähnlich vorgehen, wie vor drei Jahren bei den Fialen: Nach einer Kernbohrung wurden die türmchenartigen Aufsätze mit Stahlstiften stabilisiert. Ein auf Restaurierungen spezialisierter Steinmetzbetrieb hatte damals die Arbeiten durchgeführt.

Drei Wasserspeier haben Risse und müssen saniert werden. Die Figuren mit dämonischem Aussehen haben eine symbolische Bedeutung und sollen die Kirche vor bösen Mächten beschützen.

Die Korbacher Kilianskirche wird von 14 Strebepfeilern gestützt: jeweils vier an der Nord- und Südseite des Langhauses und sechs am Chor. Die Schlusssteine der Strebepfeiler sind mit Wasserspeiern verziert.

Die Figuren sind zwar stark verwittert, aber doch noch erkennbar: Ungeheuer und Fabeltiere, ein Mönch, eine Nonne, ein Teufel, der ein Weib davonschleppt, ein hockender Mann – alle aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Sie befinden sich ausschließlich an der Außenfassade der Kirche und symbolisieren meist den Einfluss des Teufels auf die irdische Welt, der in Kontrast zur Reinheit des Himmelsreiches – symbolisiert durch das Innere der Kirche – steht. Diese wasserspeienden Wesen werden Gargoyles genannt. Ihr dämonisches Aussehen soll den Geistern und Dämonen einen Spiegel vorhalten, sie vergraulen und somit die Kirche vor bösen Mächten schützen.

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