31-Jähriger steht seit Dienstag in Korbach vor Gericht

Nach Einbruch in Korbacher Goldschmiede geschnappt und angeklagt

Korbach. Er soll in eine Goldschmiede in der Korbacher Altstadt eingebrochen sein: Ein 31-jähriger Algerier aus Wuppertal muss sich seit Dienstag vor Gericht verantworten. Sein ebenfalls angeklagter mutmaßlicher Komplize ist derweil untergetaucht.

Insgesamt sollen die beiden Männer Schmuck im Wert von rund 19 000 Euro entwendet haben. Den beiden Angeklagten wird vorgeworfen, am 25. Februar früh morgens ein Fenster der Goldschmiede eingeschlagen zu haben. Der 31-Jährige soll in das Fachwerkhaus eingestiegen sein und dann den Schmuck durch das Fenster herausgegeben haben. Ein Hotelier bemerkte allerdings den Einbruch in die benachbarte Goldschmiede und rief die Polizei.

„Ich hatte zwischen 6 und 7 Uhr das Frühstück vorbereitet und zwei Männer vor der Goldschmiede gesehen“, berichtete der 70-jährige Korbacher vor Gericht. Anschließend habe er verdächtige Geräusche gehört. Draußen sah er, dass ein Fenster des Ladens eingeschlagen war, davor stand ein Mann, der durch die Öffnung rief: „Ist genug“. Der Hotelier: „Dann bin ich zum Telefon gegangen und habe die Polizei gerufen.“

Unter VW-Bus versteckt

Als die Beamten kurze Zeit später am Tatort eintrafen, rannten die Diebe in unterschiedliche Richtungen davon. Während sein Komplize entwischte, wurde der Angeklagte am Ascher festgenommen. Er hatte sich dort unter einem VW-Bus versteckt.

Auf dem Fluchtweg verstreut und in Mülltonnen versteckt lag das Diebesgut: 69 Halsketten, 56 Armbanduhren, 28 Trauring-Muster, 22 Armbänder, 14 Fingerringe, elf Paar Ohrringe, ein Ohrstecker und ein Schlüsselanhänger. Er habe an den Tag keinerlei Erinnerungen mehr, sagte der 31-Jährige am Dienstag in der Verhandlung im Korbacher Amtsgericht. Er habe in den Tagen vor dem Einbruch viel Wodka und Jägermeister getrunken, Kokain und Ecstasy konsumiert. „Als ich wieder bei Besinnung war, war ich bei der Polizei.“ Er leide zudem an Depressionen.

Der Angeklagte bestritt, seinen mutmaßlichen Komplizen länger zu kennen. Er habe ihn zufällig bei einem Verwandtenbesuch in Willingen am 5. Februar getroffen. Doch schon da wurden beide bei einer gemeinsamen Taxifahrt auffällig, als sie versuchten, das Portemonnaie des Fahrers zu stehlen. Doch dieser wurde misstrauisch und hielt eine Polizeistreife an. Die Geldscheine fanden sich unter dem Fahrersitz wieder, das leere Portemonnaie unter der Handbremse.

Er haben den anderen Angeklagten später in Korbach gemieden, erklärte der 31-Jährige: „Weil er mir von Anfang an Probleme bereitet hat.“ Die Thekenkraft eines Korbacher Bordells sagte allerdings aus, dass beide in den Wochen vor dem Einbruch regelmäßig zu Gast gewesen seien. Auch in anderen Gaststätten waren beide zusammen gesehen worden. DNA-Spuren der beiden Angeklagten wurden an Handschuhen gefunden, bestätigte eine Sachverständige des Landeskriminalamtes.

Die Verhandlung wird am 31. Juli fortgesetzt. Dann sollen weitere Zeugen und Gutachter gehört werden.

Rubriklistenbild: © Philipp Daum

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