Korbach/Diemelsee

Weidemann: Ab Oktober Kurzarbeit für die Beschäftigten

- Korbach/Diemelsee (jk). Die Firma Weidemann beantragt ab Oktober Kurzarbeit. An den Standorten in Korbach und Flechtdorf sind insgesamt rund 250 Mitarbeiter aller Abteilungen betroffen.

Weidemann reagiert damit auf die weltweite Wirtschaftskrise. Der Hersteller von Radladern und Hoftracs, insbesondere für die Landwirtschaft, verbucht derzeit vor allem im Export Umsatzeinbußen. „Wir hatten gehofft, Kurzarbeit vermeiden zu können. Aber wir kommen nicht umhin“, erklärte heute Weidemann-Geschäftsführer Bernd Apfelbeck. Die Kurzarbeit soll bis Ende 2010 beantragt werden, „wir hoffen aber, dass wir diesen Zeitraum nicht ausschöpfen müssen“, ergänzte Apfelbeck. Denn es gebe erste Signale, dass die Krise ab Mitte 2010 überwunden sein könnte, formulierte Apfelbeck – mit aller Zurückhaltung.

Betroffen von Kurzarbeit sind die Standorte in Korbach und Flechtdorf mit allen Abteilungen und insgesamt rund 250 Beschäftigten. Wobei sich die Kurzarbeit in der Produktion voraussichtlich stärker auswirken wird als in der Verwaltung. Am weiteren Standort Gotha, wo Weidemann mit 27 Beschäftigten Teleskoplader herstellt, ist keine Kurzarbeit vorgesehen.

Während der deutsche Markt und insbesondere der Absatz in Österreich im laufenden Jahr noch recht stabil sei, verbucht Weidemann in etlichen Ländern teils starke Verkaufseinbußen – etwa in Skandinavien, aber auch Russland, Frankreich, Polen und England. Betroffen von der Krise ist indes die gesamte Branche, denn Landwirtschaft und Bausektor sind sehr zurückhaltend mit Investitionen. In Deutschland wirken sich die niedrigen Milchpreise weiterhin aus.

Der Ausblick bei Weidemann ist derweil durchaus optimistisch. Durch intensiveren Vertrieb, stärkere Forschung und Entwicklung und optimierte Produktionsabläufe schaffte es Weidemann bislang, der weltweiten Krise zu trotzen, erklärt Apfelbeck. Im Vergleich des Wacker-Neuson-Konzerns (München), zu dem Weidemann seit 2005 gehört, haben sämtliche Werke des Baumaschinen-Riesen bereits deutlich früher mit Kurzarbeit begonnen, bestätigt Konzern-Sprecher Imre Szerdahelyi: „Die Akqusition von Weidemann war für den Konzern ein Glücksgriff.“ Von 2005 bis 2008 habe sich der Umsatz auf zuletzt 107 Millionen Euro verdoppelt.

Trotz Krise will Weidemann zugleich an seiner internationalen Expansionsstrategie festhalten. Nach erfolgreicher Etablierung der Marke in Australien, will Weidemann ab 2010 in den USA stärker Fuß fassen, ab 2011 ebenso in Neuseeland.

Mehr in unserer Zeitungsausgabe vom 10. September.

Ein Video zu Weidemann finden Sie hier:

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