Bürgermeisterwahl in Vöhl: Fünf Fragen an die Kandidaten (Teil 3)

Welchen Tourismus-Kurs gehen?

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Edersee und Nationalpark: Die Großgemeinde Vöhl ist ein Magnet für Urlauber. Aber fehlt ein gemeinsames Konzept?Fotos: dpa

Vöhl. - Mehr als 213 000 Übernachtungen zählten die Gastgeber der Großgemeinde Vöhl im vergangenen Jahr. Welchen Kurs sollte der Tourismus in der Edersee- und Nationalparkgemeinde in Zukunft nehmen? WLZ-FZ haben bei den drei Bürgermeisterkandidaten nachgefragt.

Während die ersten Vöhler per Briefwahl ihre Stimme bereits abgegeben haben und andere genau wissen, wo sie ihr Kreuz am kommenden Sonntag machen, hadern wieder andere vielleicht noch mit der Entscheidung. Nachdem WLZ-FZ Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die drei Kandidaten in den vergangenen Wochen mit Fragebogen, Porträt, Wahlkampfbegleitung und Forum vorgestellt haben, stellen wir in der letzten Woche vor der Wahl fünf entscheidende Fragen: Heute geht es um den Tourismus.

Bianca Steinkamp

Der Vöhler Tourismus ist schon auf einem guten Weg, aber es gibt noch mehr Potenzial. Natürlich sollte der Edersee so lange wie möglich gefüllt bleiben, aber auch ein halb voller See kann attraktiv sein und sollte besser vermarktet werden. Willingen hat es auch geschafft, ganzjährig ein Touristenmagnet zu sein.

Des Weiteren müssen unser Weltnaturerbe und das Nationalpark-Zentrum bekannter gemacht werden. Wechselnde Ausstellungen zur Steigerung der Attraktivität sollten geschaffen werden und mehr Kooperation mit anderen Nationalparkverbänden sollte stattfinden.

Volker König

Vöhl ist in den letzten 20 Jahren zur drittstärksten Tourismusgemeinde des Kreises geworden. Diesen Rang möchte ich festigen, zumal der Tourismus derjenige Gewerbezweig ist, auf den die Gemeinde stärker als auf andere Einfluss nehmen kann. Mit dem Edersee, dem Natur- und Nationalpark mit Nationalpark-Zentrum haben wir gute Voraussetzungen. Gemeindliche Einrichtungen wie das Erlebnisbad in Vöhl oder das von den Marienhagener Bürgern vorbildlich getragene Freibad ergänzen das Angebot.

Nicht vergessen werden dürfen die zahlreichen privaten Initiativen, die zahlreiche Gäste finden: Hutewald und Maislabyrinth in Basdorf, Synagoge in Vöhl, Fledermauspfad in Asel, Grenzsteinmuseum zwischen Herzhausen und Kirchlotheim und der von mir mit initiierte und geplante Geopfad Ittertal seien hervorgehoben. Initiativen dieser Art möchte ich ganz stark unterstützen, gerne auch selbst - wie bisher - Anregungen geben.

Zeitnah möchte ich erreichen, dass Gäste der Jugendburg Hessenstein nicht mehr an der viel befahrenen Bundesstraße, sondern auf dem Parkplatz hinter der Einmündung aus den Linienbussen aus- und einsteigen können. Ein weiteres Ziel ist, die ETI wieder zu einer Einrichtung aller drei Ederseegemeinden zu machen.

Matthias Stappert

Die Gesamtzahl an Übernachtungen ist für eine kleine Gemeinde wie Vöhl durchaus beachtlich, konzentriert sich aber bislang leider noch zu stark auf einige wenige Betriebe. Künftig müssen wir weitere Angebote an Pensionen und Ferienwohnungen schaffen. Die Region Edersee und Nationalpark muss als Tourismusdestination fortentwickelt werden. Aus meinen Erfahrungen mit der Tourismusförderung im Sauerland sehe ich vor allem in einem fehlenden Gesamt­konzept das Hauptproblem liegen.

Es muss klar sein, welche Zielgruppen als Gäste für naturverträglichen Landurlaub angesprochen werden sollen und wie dies konkret geschehen soll. Dabei brauchen wir eine bessere Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen und eine intensivere Abstimmung aller im Tourismus aktiven Akteure. Nur so besteht die Möglichkeit, Touristen verstärkt auf die guten Angebote in unseren Ortsteilen aufmerksam zu machen.

Wichtig ist mir der Einsatz für einen vollen Edersee bis Herzhausen in der Haupturlaubssaison. Entscheidend ist auch hier, dass die gesamte Region mit einer Stimme gegenüber dem Wasser- und Schifffahrtsamt spricht. Der Vöhler Bürgermeister muss dabei vorneweg gehen. (resa)

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