1000 Unterschriften an Abgeordnete übergeben

Korbacher fordern in Petition: Firmen sollen Arbeitsrechte weltweit schützen

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1000 Unterschriften für faire Arbeitsbedingungen: Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher nimmt die Petition vom Weltladenteam (von links) Jutta Zemke, Ingrid Becker, Franz Harbecke, Ingrid Grunert und Gaby Harbecke entgegen.   

Korbach. 1000 Stimmen für faire Produktionsbedingungen wurden in Korbach gesammelt - nun soll die Petition etwas bewegen.

Deutsche Unternehmen sollen bei ihren weltweiten Lieferketten darauf achten, dass Menschen- und Arbeitsrechte eingehalten werden – das soll der Bundestag gesetzlich vorschreiben, fordern 1000 Unterzeichner einer Petition, welche das Team des Korbacher Weltladens an die Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher (SPD) übergeben hat.

Bundesweit werden Unterschriften gesammelt, die bis Ende September den Abgeordneten übergeben werden – in Korbach kamen sie wegen des Hessentags besonders schnell beisammen, erklärt Franz Harbecke vom Weltladen.

Erste Anläufe dazu, entlang der Produktionsketten Menschen- und Arbeitsrechte zu schützen, gibt es schon – doch beruhen sie in Deutschland bislang auf Freiwilligkeit seitens der Unternehmen, erklärt Harbecke – nur falls das nicht reiche, werden für 2020 gesetzliche Regelungen angedroht. Andere Länder wie Frankreich und Großbritannien haben solche bereits und sie zeigten Wirkung – im Vergleich des Entwicklungsverbund Oxfam fallen deutsche Firmen zurück. Die Weltläden und das Forum Fairer Handel haben deshalb die Petition in Leben gerufen, die zum Nachbessern auffordert.

„Wir kaufen Produkte aus Ländern, in denen unter schlechten Bedingungen produziert wird“, weiß Esther Dilcher. Viele Menschen könnten sich etwas anderes gar nicht leisten, viele andere hingegen schon. Für den Standort Deutschland stelle der faire Handel auch eine Chance dar: Gerechtere Bezahlung im Ausland verringere etwa den Wettbewerbsnachteil, den die hohen Produktionskosten in Deutschland darstellen.

Der Vorschlag stehe nicht auf verlorenem Posten: „Ich kann das Thema in meine Fraktion einbringen“, erklärte die Bundestagsabgeordnete, auch an die Kollegen im Ausschuss für Wirtschaftliche Entwicklung wolle sie es weitergeben. „In diesem Punkt sind wir durch den Koalitionsvertrag nicht gebunden und können die Initiative ergreifen.“

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