Quartett „Aquabella“ zeigt neues Programm „Ayadooeh“ in Kirchlotheim

Weltmusik in vielen Klangfarben

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Vöhl-Kirchlotheim - Faszinierende Weltmusikharmonien in unzähligen Klangfarben aus vier Frauenkehlen: Seit über zehn Jahren fasziniert das A-Capella-Quartett „Aquabella“ seine Fans.

Am Wochenende konnten sich die Fans bei zwei Terminen an unterschiedlichen Orten davon überzeugen, wie einzigartig jeder Auftritt ist, selbst wenn exakt dasselbe Arrangement gesungen wird. Beim Ausnahmetermin in der Synagoge erklangen die Stimmen von Bettina Stäbner, Bérange Palix, Claudia Karduk und Elisabeth Suttetrlüty in Konstellationen, die sich so schnell nicht mehr wieder ergeben werden. Die alternativen Arrangements schärften aber auch das Gehör für Klangfarben der Originalfassungen, die am Sonntag in Kirchlotheim ertönten.

Nach großen und ausgiebigen Feiern soll man am nächsten Tag am besten mit dem weiter machen, womit man aufgehört. Bei ihrem Konzert in Kirchlotheim hielten sich Aquabella an diese alte Hausregel. Nicht bei den Getränken, sondern bei der Musik.

Das A-Capella-Quartett eröffnete seinem Auftritt mit Miriam Makebas munterem „Pata-Pata“. Mit demselben Song und elf Mitsängern/Mitspielern aus der Allstarband war am Abend zuvor das Jubiläumskonzert in der Vöhler Synagoge lebhaft ausgeklungen, das als ganz große Zugabe ein komplettes Aquabella-Konzert Sonntagskonzert in die Region brachte. Die nachmittägliche Interpretation in der Kernbesetzung klang natürlich deutlich transparenter, aber nicht minder schwungvoll und rahmte ein lebhaftes Kinderlied von Miriam Makeba ein.

Mit „Ewa“ und den Feinheiten oder Doppeldeutigkeiten des Ostfinnischen hatten sich einige der Anwesenden auch schon am Samstagabend vertraut gemacht. Neuzugang Elisabeth Suttetrlüty übernahm die Übersetzung des Textes und die Klärung der Frage, ob Ewa den jungen Draufgänger nun mit ihrem Motorboot fahren lässt oder mit ihm schläft, ehe Bettina Stäbner die melodische Führung beim Lied um ein einfaches, aber rauhes Liebesglück übernahm, als dessen Grundlage das Rest-Trio ein polternd-wiegendes rhythmisches Fundament lieferte.

Mit dem sanft-dynamischen „Oba Oba“ mit Bérangère Palix als Vorsängerin ließ der nächste Höhepunkt vom Vorabend nicht lange auf sich warten, dabei ermöglichten die akustischen Verhältnisse in Kirchlotheim mehr vokalen Glanz und eine hörbare Vielfalt an klanglichen Delikatessen.

Dank des Aquabella-Klassiker „Aisha„, der zuletzt vor knapp drei Jahren in Kirchlotheim erklungen war, kam mehr Bewegung in den Auftritt, denn die neuen Titel erlebten in Kirchlotheim gewissermaßen ihre dritte Premiere. Claudia Karduks vielseitige Stimme hinterließ bei „She moved through the fair“ einen starken Eindruck. Mit der sanft verklingenden letzte Note am Ende des irischen Folksongs setzte Elisabeth Suttetrlüty einen hauchzarten, aber nachdrücklichen Akzent.

Das eigens für dieses Wochenende wieder ins Programm genommene Klagelied „Jerusalem“ um die Stadt, die neun von zehn Maßen Schönheit und Leid der Welt bekam, geriet zum dichtesten und intensivsten Moment der zweiten Hälfte, die mit den fallenden Harmonien von Schedrik eindrucksvoll begann und mit der Hymne an ein Land, das es so wenig gibt wie die Sprache in der sie gesungen wird, ausklang.

Die unendliche Melodie von Adiemus mit ihren raffinierten dynamischen Verknüpfungen erklang zwar zum nominellen Ende, doch damit war das Konzert noch lange nichts aus. Zwei Zugaben folgten und erst nach der gesungenen Kisuaheli-Version des Vater unser fabd die Veranstaltung in der Kirche von Kirchlotheim ihren Abschluss. (ahi)

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