Korbach: Psychiatrietag am 16. März thematisiert Burnout, Depression und Angst

Wenn Ängste den Alltag beherrschen

+

Korbach. - Zu einem „Psychiatrietag“ laden Korbacher Vereine, Verbände und Selbsthilfegruppen am 16. März ein. Im Bürgerhaus werden dann Themen wie Burnout, Depression und Angst thematisiert.

Erschöpfung, Überforderung, Angst und Traurigkeit: Immer öfter wird der Alltag für Menschen zum Kampf. „Dafür muss sich niemand schämen“, sagt Kirsten Hille vom Lebenshilfe-Werk. Immer noch würden Themen wie Burnout, Depression und Angst tabuisiert. „Aber diese Themen gehören Mitten in die Gesellschaft“, sagt die Einrichtungleiterin der Korbacher Werkstätten. Und um den psychischen Erkrankungen Raum in der Öffentlichkeit zu verschaffen, lädt ein Netzwerk von Vereinen, verbänden und Selbsthilfegruppen am 16. März zum „Psychiatrietag“ ein. Was auf den ersten Blick sehr medizinisch klingt, soll aber vor allem durch niedrige Hemmschwellen überzeugen.

„Wir haben uns für ein ganz offenes Angebot entschieden“, erklärt Kirsten Hille. Und damit meint sie verschiedene Vorträge, aber auch Raum und Zeit, um verschiedene Ausstellungsstände unter die Lupe zu nehmen. Das Lebenshilfe-Werk sorgt für kulinarische Genüsse. Mit dabei sind aber auch das Bathildisheim, der Kreisverband der Treffpunkte, der Landeswohlfahrtsverband Hessen, der Fachdienst Gesundheit, die Vitos Haina und der Zweckverband des Diakonischen Werks.

Im Zentrum des Thementages unter dem Titel „Das Ich am Limit“ stehen eben jene Erkrankungen, die inzwischen oft als „Volkskrankheiten“ bezeichnet werden: Burn Out, Depression und Angst. Der Startschuss zum „Psychiatrietag“ fällt um 12 Uhr im Korbacher Bürgerhaus mit der offiziellen Eröffnung. Zum ersten Vortrag wird um 12.30 Uhr eingeladen. Dann spricht Prof. Borwin Bandelow, Angstforscher der Psychiatrischen Klinik der Uni Göttingen zum Thema „Angst – Bedrohung und Chance“. Dabei nimmt er reale und unrealistische Ängste gleichermaßen in den Blick und macht Mut, mit seinen Ängsten umgehen zu lernen. „Angst ist nicht nur ein Hemmnis, sondern auch eine Herausforderung und eine Chance“, sagt Borwin Bandelow.

Um 14 Uhr spricht dann Dr. Rolf Speier zum Thema Burnout.Der Ärztliche Direkot der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Haina informiert über Entstehung, Symptomatik und Behandlung der Krankheit. Zur gleichen Zeit spricht Petra Sonnauer, Ärztliche Leiterin der Vitos Tagesklinik in Korbach über „Depressionen – erkennen und behandeln“. Sie nimmt psychosoziale Auswirkungen in den Blick und will die frühzeitige Diagnostik und Behandlung verbessern, indem sie zur Enttabuisierung der Krankheit beiträgt. Um 18.30 Uhr stellt dann Dr. Rainer Lutz, Psychologe und Genussforscher der Uni Marburg „Die kleine Schule des Genießens“ vor – ein Gruppenprogramm, dass das Wohlbefinden steigern soll.

Zum Abschluss des Tages zeigt das Theater Chaosium aus Kassel um 18.30 Uhr die Kafka-Collage „Tür an Tür“ – ein Stück über die Menschen, ihre Nöte und Eigenarten. Der Eintritt kostet fünf (drei) Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei „Corvita“. Eingeladen zum Psychiatrietag am 16. März im Korbacher Bürgerhaus sind Betroffene und Angehörige ebenso wie alle anderen Interessierten. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei. (resa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare