Drei Generationen stellen ihre Lieblingsrezepte zu Ostern vor

Wenn die Eier Wirbeln lernen

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Waldeck-Hof Heide - Vom Feldsalat über Spargel und Erdbeeren bis hin zum Kohl: Jede Jahreszeit hat ihre Genüsse. WLZ-FZ stellen in ihrer Serie „Kulinarisch durchs Jahr“ die Lieblingsrezepte der Waldeck-Frankenberger vor. Drei Generationen, drei Speisen: Heute kochen Brigitte Paul, Schwiegertocher Sandra Schwechel mit Lilly-Manu und Lara-Joy.

Lara-Joy hat viel zu tun: Erst muss der Teig angerührt werden, dann sollen die Lammformen in den Ofen und schließlich braucht das fertige Gebäck einen Puderzuckerregen. Das ist für die Achtjährige aber kein Problem, schließlich liegt ihr das Kochen im Blut. Genau wie Mama Sandra Schwechel und Oma Brigitte Paul hat sie ein Händchen fürs Kochen – und fürs Dekorieren.

Pünktlich zu Ostern stellen alle drei Generationen der Familie Paul ihre österlichen Lieblingsrezepte vor. Für Lara-Joy und ihre kleine Schwester Lilly-Manu (5) ist das keine große Frage. „Wir backen Lämmchen und Hasen“, erklären die beiden strahlend, „dafür brauchen wir einen klebrigen Teig“. Und der ist schnell gemacht: Alle Zutaten (siehe unten) werden in einer Schüssel verrührt. – das Mehl kann auch teilweise durch gemahlene Nüsse ersetzt werden. Dann holt Brigitte Paul die alten Traditionsformen der Familie hervor und gemeinsam füllen sie den Teig in die ausgefetteten Formen. Die müssen dann für 50 bis 60 Minuten bei 180 Grad in den Ofen. Und während Lilly-Manu schon anfängt, Schnittlauch zu hacken und Lara-Joy die Dekoration für die Lämmchen und Häschen vorbereitet, nimmt Mama Sandra Schwechel ein schwierige Aufgabe in Angriff.

Experiment: Pochieren

Denn als Vorspeise hat sich die 36-Jährige „Eggs Benedict“ ausgesucht – pochierte Eier also. Die leichteste Übung des Gerichts erledigt die Familienmutter sofort: Sechs Brötchenhälften, wahlweise auch Baguettescheiben, werden mit Butter eingestrichen. In einer kleiner Schüssel rührt sie dann Quark, Schnittlauch und Petersilie, Pfeffer und Salz und etwas Zitronensaft zusammen.

Und dann geht es an die Eier: Vorsichtig schlägt sie in sechs Schälchen die Eier auf, damit das Eigelb nicht auseinander fließt. Mit dem Schneebesen erzeugt sie in einem Topf mit kochendem Salzwasser einen Wirbel und schüttet dann das Ei hinein. „Ob das wohl klappt?“ fragt sie ein bisschen skeptisch. Beim dritten Versuch, nachdem sie die Wirbelvariante aufgegeben hat, gelingt das Experiment. Das Eiweiß bildet eine hübsche Haube um das Eigelb und kann schließlich mit dem Räucherlachs auf den Brötchenhälften angerichtet werden. Dazu ein Löffel von dem frischen Kräuterquark, zur Zierde etwas Schnittlauch und eine Zitrone und schon ist der erste Gang geschafft.

„Falls man sich das Pochieren der Eier lieber sparen möchte, können auf den Lachs auch einfach gekochte Eierscheiben gelegt werden“, erklärt Sandra Schwechel.Für die Hauptspeise sorgt schließlich Oma Brigitte Paul. „Zu Ostern gehört ein Lammbraten“, sagt die 60-Jährige. Die rohe Lammkeule brät sie in der Pfanne scharf an. „Wer mag, kann auch vorher den Knochen entfernen“, sagt sie, „nötig ist das aber nicht“. Dann streicht sie das Fleisch mit Olivenöl ein, streut Thymian, Rosmarin, Pfeffer und Paprikapulver darüber und gibt die Keule für rund zwei Stunden bei 160 Grad in den Ofen. „Salz darf erst ganz zum Schluss dazu“, sagt sie, „damit das Fleisch nicht austrocknet“. Nach den zwei Stunden lässt sie das Lammfleisch kurz ruhen und gießt den Bräter mit Wasser auf – für eine köstliche Sauce.

Frische Kräuter

Dazu serviert Brigitte Paul Rosmarinkartoffeln und Bohnen. Die kleinen Pellkartoffeln brät sie in der Pfanne mit Rosmarin und Salz braun, die Bohnen kochen in einem Topf mit Wasser, Rosmarinzweigen und Salz.Und während Lilly-Joy die fertigen Lämmer und Hasen aus dem Ofen holt, mit ihrer Oma vorsichtig aus den Formen löst und anrichtet, verziert Lilly-Manu die Hauptspeise mit ihrem frisch gehackten Schnittlauch. „Jetzt können wir endlich essen“, verkünden die Mädels mit vollem Mund – denn das Ohr des gebackenen Hasen hat es längst erwischt.

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