„Circus Probst“ feiert Korbacher Premiere mit seinem Programm „Leidenschaft“

Wenn Irada Ohrfeigen verteilt

Korbach - Bei seiner ersten Vorstellung in Korbach überzeugte der „Circus Probst“ mit Komik, Artistik und Tierdarbietungen.

Die Artistin schwingt am Trapez, als sie plötzlich abrutscht und in der Luft hängt. Rasch eilen ihr Clowns zur Hilfe - ihre Bemühungen sind mit wenig Erfolg gekrönt, die baumelnde Frau verliert nach und nach ihre Schuhe und die Ärmel ihres Kostüms. Als sie letztlich wieder am Boden ist, setzt es zuerst eine Ohrfeige. Richtig böse ist sie nicht: Irada ist „der ernste Part“ der Clown-Familie Stoliarov, die mit mehreren Auftritten das Glanzlicht bei der Premiere des „Circus Probst“ in Korbach ist, der noch bis Sonntag in der Stadt gastiert.

Klärt sich der „Unfall“ am Trapez noch schnell auf, bieten andere Artisten noch genug Nervenkitzel: Als Utnier sich am Schwungseil zum ersten Mal fallen lässt, ertönen noch im ganzen Zelt Schreckenslaute, bei Adeles Luftakrobatik an Strapaten, Tony Erblays Akrobatik am Mast, den Kaskaden der Castillo-Brüder oder Tamara am Trapez überwiegt endgültig das Staunen. Charmant an Nummern wie Daikels Jonglage ist, dass immer wieder lustige Akzente die Artistik ergänzen - wenn der Kubaner etwa zusätzlich zu den Bällen in seinen Händen noch Tischtennisbälle aus dem Mund fliegen lässt. Beim klassischen Zirkus spielen auch Tiere eine große Rolle im Programm. Eindrucksvoll sind besonders Ludvik Berousek mit seinen weißen Löwen und Stephanie Probst mit der „Ungarischen Post“, bei der sie auf zwei Pferden stehend weitere dirigiert. Unter Anleitung von Direktor Reinhard Probst präsentieren „Tiere aus fünf Kontinenten“ wie Watussi-Rind, Kamel und Emu verhältnismäßig einfache Tricks - die Tiere selbst sollen im Vordergrund stehen, nicht die Dressur.

Begonnen hatte die Vorstellung mit einer Panne: Ein Pferd verbiss sich in der Mähne seines Nachbarn. Stephanie Probst beruhigte die Tiere jedoch schnell und der guten Stimmung tat es keinen Abbruch: „So viel Zwischenapplaus kriegen wir selten“, erklärte Pressesprecher Simon Hörmeyer. Mit 600 Gästen sei die Premiere auch gut besucht gewesen. Von Wilhelm Figge

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