Berufsschüler stellen Experten Fragen rund um das Berufsleben und ihre Chancen

Wenn Unternehmer zu Lehrern werden

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Auch der Steuerberater Dirk Bödefeld (rechts) stellte sich den Fragen der Berufsschüler.

Korbach - Welche Kriterien gelten beim Bewerbungsgespräch? Wie kann ich einen Arbeitgeber von mir überzeugen? Und wie klettere ich die Karriereleiter rauf? Im Rahmen des Projekts „Unternehmer als Lehrer“ stellten sich Geschäftsleute den Fragen der Berufsschüler.

Vor ihnen liegen aufregende Zeiten: Die Schüler der Höheren Handelsschule müssen Träume und Ziele formulieren, Bewerbungen schreiben, Gespräche führen und einen Job finden, der zu ihnen passt. Weil ihre Lehrer wissen, dass die Jugendlichen dabei jede Unterstützung gebrauchen können, holen sie sich im Rahmen des Projekts „Unternehmer als Lehrer“ Experten ins Haus - ebenso wie an der Mittelpunktschule in Adorf und der Alten Landesschule.

Steuerberater Dirk Bödefeld und Jürgen Bloch, Personalleiter bei „Schwalenstöcker und Gantz“ statteten gestern den Schülern der einjährigen Berufsfachschule in Korbach einen Besuch ab. Im Gepäck hatten sie nicht nur Geschichten aus ihrem eigenen Leben, sondern auch Tipps und Ermutigungen und die Bereitschaft, die Fragen der jungen Leute zu beantworten.

Eine lange Liste hatten die Schüler vorbereitet, doch als die Fragerunde beginnen sollte, wurde es plötzlich leise im Klassenraum. Kurzerhand wechselte Dirk Bödefeld den Stuhl, nahm inmitten der Schüler Platz und ermutigte die jungen Leute, ihre Chance zu nutzen und den Experten auf den Zahn zu fühlen. Und dann endlich sprudelte es aus den jungen Leuten heraus: Haben Ausländer schlechtere Chancen, eingestellt zu werden? Und werden Frauen bevorzugt? „Ob Mann oder Frau, ob mit oder ohne Migrationshintergrund: Wir wünschen uns, dass unsere Auszubildenden pünktlich, ehrlich und fleißig sind“, befand Jürgen Bloch, „darauf achten wir“.

Und was, wenn die Noten nicht so gut sind? „Dann geht es darum, sich trotzdem gut zu verkaufen“, erklärte Dirk Bödefeld. Sein eigenes Abi habe er mit einer drei vor dem Komma abgeschlossen. „Ihr müsst in den Bewerbungsgesprächen dann zeigen, was ihr könnt“, ermutigte er, „es kommt nicht nur auf die Noten an“. Und das bestätigte auch Jürgen Block. „Ihr müsst quirlig sein und euch einen Job aussuchen, der eurem Naturell entspricht“, ermutigte er, „mit einer Fünf in Mathe fallt ihr allerdings durchs Raster.“

Wer aber Einsatz zeige, könne auch gutes Geld verdienen, ergänzte Bödefeld. Und das Thema interessierte die Schüler brennend. Was verdient ein Berufseinsteiger? Und welche Karriere ist möglich? Sie bekamen ihre Antworten, aber auch einen Rat von Jürgen Bloch: „Wenn ihr im Herzen zufrieden seid, dann ist die Kohle zweitrangig, dann treibt auch die Familie, die Freizeit und die Selbstverwirklichung an“.

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