Herzhausen wehrt sich gegen Abzug der Altenlotheimer Grundschüler

Wettbewerb um Schüler hat begonnen

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Kinder aus Altenlotheim sollen künftig nicht mehr in Herzhausen zur Grundschule gehen (Foto), sondern in Frankenau. Das sieht der Entwurf des Schulentwicklungsplanes vor. Foto: Theresa Demski

Vöhl-Herzhausen - Wenn es nach dem Entwurf des Schulentwicklungsplanes geht, dann sollen die Altenlotheimer Kinder in Zukunft in die Frankenauer Grundschule gehen - statt wie bisher nach Herzhausen. Dagegen formiert sich jetzt politischer Protest.

Der Kampf der Schulen um die Kinder hat begonnen. In Zeiten sinkender Einschulungszahlen bangen viele Grundschulen um ihre Existenz. Um den Schulstandort Frankenau zu sichern, wird im Entwurf des Schulentwicklungsplanes vorgeschlagen, dass die Schulbezirksgrenzen neu gezogen werden. Ab 2013 sollen die Altenlotheimer Kinder nicht länger in der Ederseeschule in Herzhausen eingeschult werden, sondern in der Kellerwaldschule in Frankenau.

Frage der Klassenstärke

Der Ortsbeirat in Altenlotheim und der Frankenauer Magistrat befürworten diese Pläne. In jeder Gemeinde müsse ein Schulstandort vorgehalten und in Frankenau der einstufige Unterricht sichergestellt werden, heißt es dort.

Richard Donges, Schulleiter der Ederseeschule in Herzhausen, hat nun gegen diese Pläne mit einer offiziellen Stellungnahme an den Landrat protestiert. „Für die Herzhäuser Schule würden sich durch diese Pläne große Nachteile ergeben, für die Kellerwaldschule aber keine entscheidenden Vorteile“, argumentiert er und legt die Einschulungszahlen für die nächsten Jahre vor.

Dabei sei vor allem entscheidend: Mindestens 26 Schüler sind notwendig, um zwei Klassen gründen zu können. „Und pädagogisch gesehen sind kleine Klassen natürlich viel wertvoller“, sagt Donges.

Diese Grenze würde Herzhausen aber laut Prognosen schon 2013 unterschreiten - sollten die vier Altenlotheimer Kinder in Frankenau eingeschult werden. Dann müssten in Herzhausen 25 Kinder in einer Klasse unterrichtet werden.

„Die Einzügigkeit in Frankenau ist aber auch ohne die Altenlotheimer Kinder nicht in Gefahr“, betont Donges. Mindestens 15 Kinder pro Klasse sind nötig, um den Schulstandort zu erhalten - in Frankenau sollen sich laut Plan bis 2016 Klassenstärken zwischen 18 und 20 Schülern ergeben. „Erst 2016 würde Herzhausen auch mit den Kindern aus Altenlotheim nur noch einzügig weitermachen können“, sagt Donges. Erst dann wäre ein Übergang sinnvoll. Und das fordert er gemeinsam mit dem Kollegium auch vom Landrat. „Sollte die Frankenauer Schule allerdings wirklich bedroht sein, nehmen wir unsere Forderung natürlich zurück“, betont Donges.

FWG besucht Schule

Unterstützung bekommt er vom Vöhler Gemeindevorstand. „Wir schließen uns der Forderung der Herzhäuser Schulleitung bedingungslos an“, betonte Vöhls Bürgermeister Harald Plünnecke bereits im April. Und auch die Vöhler CDU bekundet in einer aktuellen Pressemitteilung: Gewachsene Strukturen dürften nicht einfach zerstört werden. Außerdem bestehe die Gefahr, dass sich Altenlotheimer Schüler, die in Frankenau zur Grundschule gingen, auch später eher nach Frankenberg als nach Herzhausen orientieren würden, geben Vöhls CDU-Chef Fritz Schäfer und Fraktionsvorsitzender Karl Brüne zu bedenken.

Gestern Nachmittag besuchte die FWG-Kreistagsfraktion die Herzhäuser Schule und stellte danach fest: „Momentan hätte keine Schule einen Vorteil von der Änderung der Schulgrenzen“, so Fraktionsvorsitzender Willi Arnold. Qualifizierte Lehrerstellen in Herzhausen würden verloren gehen, lediglich das Land könne etwas Geld sparen. Arnold ergänzte: „Weil aber für Frankenau keine Not besteht und am Ende die Schüler aller Orte unter diesen Plänen leiden würden, werden wir gegen den Entwurf stimmen.“

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