Händler hoffen auf den Februar

Wie der Korbacher Einzelhandel mit dem verlängerten Lockdown umgeht

Lockdown in der Fußgängerzone von Korbach: Die Einkaufsmeile bleibt leer.
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Lockdown in der Fußgängerzone von Korbach: Der Einzelhandel ist mindestens bis zum 31. Januar geschlossen, die Einkaufsmeile bleibt leer.

Der Lockdown gilt nun bis zum 31. Januar – mit dem Ziel, die Zahl der Corona-Neuinfektionen zu senken. Das bedeutet auch: die Schließung des Einzelhandels und von Dienstleistern wie Friseuren bis Ende Januar.

Korbach – Auch Baumärkte sind im zweiten Lockdown nicht regulär geöffnet. Obi in der Briloner Landstraße in Korbach ist derzeit als Grundversorger nur für Gewerbetreibende geöffnet. Wer dort einkaufen möchte, muss einen Gewerbeschein oder eine Handwerkskarte mitbringen. „Wir prüfen das dann“, sagt Elke Rost von der Marktleitung.

Wer keinen Gewerbeschein hat, kann trotzdem noch Produkte online reservieren und in einer Abholstation im Markt kontaktlos abholen. Kompensieren kann das verlorene Umsätze aber nicht: „Wir haben zwischen 70 und 80 Prozent weniger Kunden als bei einer normalen Öffnung“, sagt Rost.

Ansonsten bereitet sich der Markt darauf vor, im Februar wieder zu öffnen – wenn auch die Gartensaison für die Branche wieder startet: „Wir hoffen darauf“, sagt Rost. Für entsprechende hygienische Maßnahmen sei der Markt gut vorberietet. „Die Gesundheit unserer Mitarbeiter und unserer Kunden ist uns wichtig.“

Anders als im Frühjahr musste Volker Hagebusch seine Schnipp-Schnapp-Haarstudios im Dezember schließen. Schon da sei der Lockdown viel zu kurzfristig verkündet worden, sagt der gelernte Betriebswirt: „Am Sonntag kam die Nachricht, dass zwei Tage später alles geschlossen wird. Das hat einem fast die Luft genommen.“ Montag und Dienstag sei der Ansturm dann enorm gewesen: „Wir haben ohne Ende Kunden bedient.“ Einige seiner Salons hätten an beiden Tagen schon um sechs Uhr morgens geöffnet, andere schlossen erst um 23 Uhr. „Die Mitarbeiter waren alle klasse und super motiviert“, sagt Hagebusch.

Doch jetzt dauert der Lockdown schon fast vier Wochen an. Die Einnahmen würden bei Null liegen, laufende Kosten fielen trotzdem an, sagt der Salon-Inhaber. „Auch das Kurzarbeitergeld kompensiert nur einen Teil.“ Hagebusch ist trotz allem optimistisch: „Es wird weitergehen.“

Auf Blumenhändler und Gärtnereien hat der Lockdown nur wenige Auswirkungen: „Ich sehe das als großes Privileg an“, sagt der Korbacher Gärtnermeister Matthias Voßhage. Nur bestimmte Produktgruppen, wie Dekoration, dürften nicht verkauft werden. Trotzdem sei die Laufkundschaft in der Corona-Pandemie zurückgegangen. „Da haben wir etwa 20 Prozent weniger“, sagt Voßhage. Dafür liefere sein Betrieb mehr aus. Derzeit habe das Geschäft aber wegen Betriebsferien geschlossen. (Lutz Benseler)

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