Palisade zerstört

Wieder an der Freilichtbühne in Korbach randaliert

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Jüngstes Ziel der Randalierer: Eine Palisade auf der Bühne zur Sicherung einer Brunnen-Kulisse.

Korbach. Leider keine Premiere: Die Korbacher Freilichtbühne beklagt erneut Vandalismusschäden. Diesmal war die Palisade um einen schweren Brunnen auf der Bühne das Ziel der Randalierer.

Die Lage mitten in der Altstadt hat viele Vorteile – doch einen entscheidenden Nachteil: Die Kulissen und andere Bauten der Theatertruppe ziehen Randalierer offenbar magisch an: „Wir haben eigentlich jedes Jahr mit Beschädigungen zu tun“, sagt Jana Thielemann, Sprecherin der Korbacher Freilichtbühne.

Dagegen tun können die Mitglieder der Bühne nur wenig: Der Schießhagen ist öffentliches städtisches Gelände und außerhalb der Vorführungen frei zugänglich. „Wir können es nicht einzäunen“, sagt Jana Thielemann.

Ausgerechnet in der Woche vor der Premiere der beiden aktuellen Stücke hatten Unbekannte die Palisade auf der Bühne gestört, mit der ein schwerer steinerner Brunnen gesichert wird, wenn gerade kein Stück aufgeführt wird. „In der Zeit liegen eh die Nerven blank und es gibt viel zu tun“, ärgert sich Thielemann. Zudem bestehe Verletzungsgefahr für Dritte durch den ungesicherten Brunnen, der umkippen könnte.

Freilichtbühne Korbach ist schon mehrfach Opfer von Vandalen geworden

Doch das war nicht das ersten Mal, dass die Freilichtbühne Opfer von Vandalen geworden ist. „In den letzten Jahren ist beispielsweise in den Container für Requisiten eingebrochen worden. Das ist sehr ärgerlich, wenn für die nächste Aufführung etwas fehlt“, sagt Jana Thielemann. 

Wurden bereits mehrfach beschädigt: Die Pavillons, in denen sich die Spieler hinter der Bühne aufhalten.

Immer wieder wurden Kulissenteile zerstört oder einmal sogar mit rohen Eiern beworfen, die Pavillons für die Spieler hinter der Bühne wurden schon mehrfach beschädigt und in die Verkaufsbuden wurde eingebrochen. Nicht nur der Sachschaden an sich ärgert dabei die Freilichtbühnen-Mitglieder: „Die Zeit vor den Aufführungen ist ohnehin knapp bemessen. Da wird es oft schwierig, noch etwas zu reparieren.“

Immerhin wissen sie, dass sie aufmerksame Nachbarn haben: „Wir hatten uns einmal nachts mit Taschenlampen auf die Lauer gelegt, um die Randalierer in flagranti zu erwischen“, sagt Jana Thielemann. Nachbarn bemerkten das nächtliche Treiben – und verständigten die Polizei. Das Missverständnis habe sich aber schnell auflösen lassen, sagt die Freilichtbühnen-Sprecherin schmunzelnd.

„Wir machen alles ehrenamtlich und müssen die hohen Kosten für Aufführungsrechte, Technik und vieles mehr durch die Aufführungen wieder einspielen“, betont Jana Thielemann. Über die Motive der Randalierer kann sie indes nur spekulieren. Aber einen guten Rat hat sie für die offenbar mit viel überschüssiger Energie ausgestatteten Vandalen parat: „Lieber mitspielen, anstatt zerstören.“

Hier liegt die Freilichtbühne in Korbach:

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