Geschätzte Kosten für neue Sesselbahn: Acht Millionen Euro · Zwei Talstationen auf Sportplatzgelände

Willinger Skihänge optimal verbinden

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Willingen - Gelingt es in den kommenden Jahren, das Willinger Skigebiet deutlich attraktiver zu machen? Die Liftbetreiber denken darüber nach, Skifahrerträume zu verwirklichen und eine optimale Ver-bindung zwischen dem Köhlerhagen und dem Sonnenlift herzustellen.

In den letzten Tagen sind im Weltcup-Ort einige Ideen durchgesickert und haben das Feuer in der Gerüchteküche kräftig geschürt. Der Geschäftsführer der Liftgemeinschaft Köhlerhagen GmbH & Co KG, Jörg Wilke, erläuterte auf Anfrage der Waldeckischen Landeszeitung die Pläne und Vorstellungen des Unternehmens, über die in dieser Woche auch der Upländer Gemeindevorstand und die Fraktionsvorsitzenden informiert wurden.

Wie bereits berichtet, möchte die Liftgemeinschaft im nächsten oder übernächsten Jahr die Schlepplifte am Köhlerhagen durch einen modernen Sessellift ersetzen. Geplant ist eine ähnliche Anlage wie am Ritzhagen. „Bei der Gelegenheit bietet sich die Chance, Zukunftsperspektiven zu entwickeln und eventuell zu verwirklichen“, so Jörg Wilke. Im Klartext: Vielleicht wird es möglich, jetzt die Weichen für die Perfektionierung des Skiliftkarussells zu stellen.

Derzeit gibt es auf der einen Seite der Hoppecke die Ski- hänge am Ettelsberg, auf der anderen Seite das Skigebiet Sonnenlift/Ritzhagen. Die Lücke zwischen beiden Ski-Ber-gen ist nur äußerst provisorisch geschlossen. Die Skifahrer müssen auf ihrem Weg zwischen den Liftstationen einen Parkplatz, drei Straßen und eine über den Bachlauf führende Brücke überqueren. Sie müssen auf jeden Fall zwischendurch die Skier abschnallen - „ein echtes Manko“, weiß Jörg Wilke.

Vom Gipfel zum Sportplatz

Den Verantwortlichen der Liftgemeinschaft schwebt vor, beim anstehenden Bau des Sessellifts am Köhlerhagen möglichst eine für den ganzen Ort gewinnbringende Investition zu tätigen. Sie halten es für sinnvoll, die geplante Sesselbahn vom Gipfelbereich bis zum heutigen Sportplatzgelände zu führen und dort die Talstation zu bauen. Die Piste hätte in diesem Fall eine Länge von rund 1500 Metern. Auf dem Fußballplatz könnte dann in einem zweiten Schritt außerdem die Talstation für eine neue Sonnenliftanlage entstehen, so dass eine direkte Verbindung zwischen den zwei Ski-Bergen geschaffen würde.

„Einmaliges Skigebiet“

Wie Jörg Wilke in seiner Eigenschaft als Sprecher des Skigebiets auf Nachfrage der WLZ bestätigt, haben sowohl die Gebrüder Rummel GmbH & Co KG als auch die Snow & Sun Park GbR Interesse bekundet, bei einem gegebenenfalls anstehenden Liftneubau ihre Talstation ebenfalls im jetzigen Hoppecketalstadion zu errichten. „Falls es gelingt, die beiden langen Pisten hier tatsächlich miteinander zu verbinden, entsteht auf diese Weise ein Skigebiet, das von seiner Ausprägung her nördlich der Alpen einmalig ist“, betont Jörg Wilke.

Welches Investitionsvolumen kommt bei Verwirklichung der zukunftsträchtigen Pläne auf die Liftgemeinschaft Köhlerhagen zu? Der Geschäftsführer schätzt die Projektkosten einschließlich Talstation auf rund acht Millionen Euro. In der Summe sind zwei Straßentunnel für Autos enthalten - einer in der Nähe des Waldhotels, einer im Bereich der Straße „Zur Ruthenaar“ -, außerdem die Halle für über 90 Sessel, die etwas größer ausfallen müsste als die Garagenhalle am Fuße des Ettelsbergs, in der die Kabinen der Seil- bahn untergebracht sind.

Nicht eingeschlossen ist der eventuelle Erwerb des Sportplatzes. „Wir sind daran interessiert, das Gelände zu kaufen oder zu pachten“ - allerdings nicht um jeden Preis, sondern nur, wenn es zu einer vertretbaren Einigung kommen sollte. Falls sich die angepeilte große Lösung nicht realisieren lässt und die zukünftige Skipiste in etwa der jetzigen entspricht, dürften sich die Baukosten um weit über eine Mil- lion Euro reduzieren.

Jörg Wilke versteht durchaus, dass gegen die vorgeschlagene Umnutzung des Sportplatzes Bedenken in den Kreisen der Willinger Fußballer und ihrer Fans laut werden. Er weist in diesem Zusammenhang allerdings darauf hin, dass möglicherweise die beiden Schwalefelder Fußballplätze als Alternative genutzt werden könnten. Der Willinger hofft auf eine baldige Entscheidung der gemeindlichen Gremien, so dass die Liftgemeinschaft in die wie auch immer geartete konkrete Planung des Sessellifts einsteigen kann.

Auch im Sommer nutzen

Die zukünftige Sesselbahn am Köhlerhagen soll übrigens nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer genutzt werden. „Wir möchten damit verstärkt das Mountainbike-Geschäft bedienen“, verrät Jörg Wilke. Neben der bereits exis-tierenden Freeride-Strecke sollen zwei weitere Strecken angelegt werden - nicht für wagemutige Extremsportler, sondern für alle Biker bis hin zu Familien mit Kindern. (bk)

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