Upländer rüsten sich für Start der Skisaison · Flutlicht-Skipass lockt

Willkommen Winter in Willingen

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In Schussposition: Die Schneekanonen am Sonnenlift warten darauf, dass die Temperaturen so weit unter null fallen, dass sie zum Einsatz kommen können.

Willingen - Schneeflocken und Frost sagen Meteorologen für das Ende dieser Woche voraus. Die Schneekanonen der Willinger Skiliftbetreiber sind schussbereit, bei den Skiverleihern stehen die Bretter parat, die für Wintersportfreunde die Welt bedeuten.

Um Einheimischen und Gästen den weißen Teppich auszurollen, warten Schneekanonen und -lanzen auf ihren ersten Einsatz in der Wintersaison 2012/2013. Nachdem die Skiliftbetreiber auch in diesem Sommer in weitere Schneeerzeuger investierten, zählen sie rund 90 Geräte im Skigebiet Willingen (siehe Stichwort).

„In einer Mittelgebirgsregion wie unserer müssen wir die Pisten in kurzer Zeit flächendeckend beschneien können. Dazu benötigen wir viele Schneeerzeuger“, erklärt Herbert Rummel (Ritzhagen- und Sonnenlift) die Strategie. „Aufgrund der starken Temperaturunterschiede im Upland schneien wir manchmal mehr als einmal auf die grüne Wiese“, ergänzt Reiner Mütze (Wilddieb-Lifte, Dorfwiese). „Und das bei Temperaturen, die nicht selten im Grenzbereich liegen“, ergänzt Jörg Wilke (Ettelsberg-Seilbahn). Erst wenn das Thermometer mindestens drei Grad unter null fällt, ist die technische Beschneiung möglich.

Beschneiung ausbauen

Dass eine „Grundbeschneiung“ pro Winter im Mittelgebirge oft nicht ausreicht, erlebten die Willinger zum Beispiel in der vergangenen Saison. „Die Weihnachtsgäste waren sehr enttäuscht“, erinnert sich Jörg Stremme („Snow & Bike Factory“) an die kläglichen Reste des Kunstschnees, die für die Feriengäste übrig waren. Der Skiverleiher und Skischulbetreiber, der bereits von Mountainbikes auf Skier, Snowboards und Schlitten umgerüstet hat, hofft daher, dass die Wasserversorgung für die technische Beschneiung künftig weiter ausgebaut wird.

Nachbarn „befruchten“ sich

Der Speicherteich auf dem Ettelsberg ist derzeit zwar randvoll, aber die Skiliftbetreiber hätten sich in den vergangenen Wochen durchaus mehr Regen gewünscht. Die Beschneiung müsse perfekt sein, bevor in Sessellifte investiert werde, sind sich Mütze und Rummel einig. Schließlich ist nur die Kabinenbahn ganzjährig in Betrieb.

Auch der Blick ins benachbarte Winterberg, wo weitere Sessellifte entstanden sind, ändert an der Meinung der Upländer nichts: „Winterberg ist uns mehrere Jahre voraus und das Zugpferd der Wintersport-Arena Sauerland, aber dennoch befruchten sich beide Skigebiete gegenseitig“, betont Wilke. „Unser Ziel muss es sein, Gäste ins Sauerland zu ziehen, bevor sie ins Hochgebirge reisen“, fügt Mütze hinzu.

Skikarussell verbessern

Das gelingt den Willingern ebenso wie ihren westfälischen Nachbarn: „Bei uns macht es die Mischung“, erklärt Wilke. Neben anspruchsvollen Hängen bieten die Upländer zugleich gute Bedingungen für Familien. Wilke: „Wir haben zum Beispiel die höchste Förderbanddichte in Deutschland.“

Fans des Flutlichtskifahrens kommen in Willingen ebenso auf ihre Kosten: „Da die Beleuchtung des Köhlerhagens in der vergangenen Saison erstmals die Verbindung zum Sonnenlift ermöglicht hat, haben wir unser Flutlichtangebot weiterentwickelt“, verweist Wilke auf das neue Flutlicht-Saisonticket. Den Skipass für „passionierte Feierabendskifahrer“ gibt es für das Skigebiet Willingen und für die Wintersport-Arena. Erwachsene zahlen 120/160 Euro, Kinder 80/100 Euro. Tourismus-Manager Ernst Kesper bewirbt den Flutlichtski(s)pass bereits mit eigens gestalteten Plakaten.

Ob Skispaß bei Tag oder bei Nacht - das A und O in Willingen ist für die Fachleute ein funktionierendes Skikarussell. „Wir wollen die Verbindung unbedingt verbessern“, blickt Rummel voraus. Wilke: „Die Gäste fragen immer gleich nach der Anzahl der Pisten. Der Gedanke, sich als Skigebiet zu verkaufen, zählt in Zukunft also mehr denn je.“

„Lächeln ist beste Werbung“

Um den Komfort für alle Skifahrer zu verbessern, investierten die Willinger in diesem Jahr verstärkt in die Infrastruktur abseits der Pisten: Sie bauten und befestigten weitere Parkplätze. An der Dorfwiese entstanden zusätzliche Toiletten. Die Skiverleiher rüsteten ebenfalls auf - allen voran das „Sporthaus Kesper“, das seine Verleihfläche laut Wilke etwa verdoppelte.

„Wir verbessern unser Verleihsystem von Jahr zu Jahr“, berichtet Stremme. Neue Check-in-Plätze sowie Barcode-Scanner sorgen beispielsweise dafür, dass alle Kunden, vor allem aber große Gruppen, ihre Skiausrüstung noch zügiger bekommen.

Damit die Gäste den Skitag voll und ganz genießen können, bieten die Willinger Skiverleiher ihren Kunden Skidepots an. Ab der Saison 2013/2014 sollen Skifahrer mit privater Ausrüstung ebenfalls in diesen Genuss kommen: Ein Depot mit Trockenschränken ist geplant, sobald die Seilbahn-Talstation um eine Lagerhalle erweitert wird.

„Ob Skiverleiher, Skischulen oder Skiliftbetreiber - alle haben sich in den vergangenen fünf Jahren deutlich weiterentwickelt“, fasst Stremme zufrieden zusammen. Mütze: „Wir alle wollen, dass jeder Skifahrer mit einem Lächeln nach Hause fährt, denn das ist die beste Werbung für das Skigebiet Willingen.“

Zahlen und Fakten

Zum Skigebiet Willingen gehören die Pisten in Willingen, Usseln und Schwalefeld. In Willingen gibt es sieben Schlepplifte und acht Förderbänder und mit der Ettelsberg-Seilbahn die leistungsstärkste Kabinenbahn Deutschlands. Hinzu kommen sechs Schlepplifte in den beiden Ortsteilen.

Im gesamten Skigebiet vergnügen sich Gäste und Einheimische auf 18 Kilometer präparierten Pisten, von denen mehr als sieben Kilometer technisch beschneit werden.

Wer das Nachtskifahren liebt, kann zwischen fünf Pisten in Willingen und drei Hängen in Usseln wählen. Skivergnügen garantieren zudem der „Hands-free“-Skipass, die zahlreichen Ski- und Rodelverleihe, Skischulen und Gastronomiebetriebe. 1400 Pkw- sowie 60 Busparkplätze stehen gebührenfrei bereit. (nv)

Weitere Informationen: www.skigebiet-willingen.de

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