In der "Marke" bei Korbach sollen vier Windräder entstehen

Bürger nicht beteiligt: Windveto kritisiert VEW

Korbach/Twistetal – Vier Windräder sollen in der „Marke“ entstehen. Dafür seien jetzt die Genehmigungsunterlagen eingereicht worden, berichtet Windveto Waldeck-Frankenberg. Die Gruppe sieht für Anwohner zahlreiche Nachteile.

„Viele der betroffenen Bürger in den Korbacher Wohngebieten Wilhelm Schleicher Weg, Albert-Leiß-Straße, Pestalozzistraße, Haselnussweg, Holunderflosse und im neuen Baugebiet zwischen Schulzentrum und Umgehungsstraße sowie in Berndorf und Strothe ahnen noch nicht, was auf sie zukommen wird“, sagt Reinhard Seifahrt von Windveto. Die Menschen würden „sich ständig wiederholenden niederfrequenten Schallgeräuschen ausgesetzt sehen, die ihnen bei bestimmten Windrichtungen den Schlaf rauben“. Hinzu komme der Infraschall. Typische Symptome seien Kopfschmerzen, Ohrgeräusche und Konzentrationsschwierigkeiten.

Neue Forschungen, so Seifahrt, hätten Veränderungen der Hirnaktivität durch Infraschall nachgewiesen. Dabei beruft er sich auf Informationen unter anderem der Charité in Berlin und des Uni-Klinikums Eppendorf. Auch seien Beeinträchtigungen der Herzmuskelleistung nachgewiesen worden.

1000 Meter Abstand zu gering

Auch auf Schattenwurf und ständig leuchtende Blinklichter weisen die Windkraftkritiker hin, ebenso auf Wertverluste bei Immobilien. Die in Hessen vorgesehenen 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung seien zu gering, betont Windveto. „Im Sinne eines wirksamen Schutzes der Menschen wäre ein mit der Höhe der Anlagen wachsender Abstand zur Wohnbebauung dringend erforderlich.“

Die Anwohner in dem Gebiet sollten beim Verbands-Energie-Werk (VEW), dem künftigen Betreiber der Windkraftanlagen, „zumindest eine Erklärung darüber verlangen, warum er das sogenannte vereinfachte Genehmigungsverfahren betreibt, das letztlich zu einer reinen Behördenentscheidung über die Genehmigung des Windparks führt,“ sagt Seifahrt. „Der einzelne Bürger bleibt bei diesem Verfahren außen vor.“

Das VEW hätte auch das förmliche Genehmigungsverfahren wählen können, bei dem jeder betroffene Bürger Einsicht bekomme und sich persönlich äußern könne, so Windveto. 

Das sagt VEW

Stefan Kieweg, Prokurist beim VEW, sagt auf Nachfrage, dass beim Regierungspräsidium Kassel entschieden worden sei, dass für das Bauvorhaben in der „Marke“ keine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig sei, „da für unser Vorhaben keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen zu befürchten sind“. Daher sei das vereinfachte Genehmigungsverfahren gewählt worden. Dennoch hätten „Fachbehörden“ jederzeit die Möglichkeit, „ergänzende Unterlagen“ einzureichen.

Die Planung für den Windpark habe 2012 begonnen, seitdem stehe man mit „allen Beteiligten“ im Austausch, unter anderem mit der Bundeswehr, dem NABU, Oberer und Unterer Naturschutzbehörde. Zudem sei dennoch die Beteiligung von Kommunen, Kreis und „vielen anderen Trägern öffentlicher Belange zwingend vorgeschrieben“, so Kieweg. Die Pläne seien mehrfach öffentlich vorgestellt worden.

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