Dennis Weitzel und die „Praxis Sozialer Arbeit“ in Aktion

Müllsammler in Korbach „wollen Vorbilder sein“

Gemeinsam im Einsatz: (von links) Hartmut Zobel, Elke Eisenberg, Dennis Weitzel, Anabel Sobotka, Franz Schlegel, Yvonne Wieck (Sozialpädagogin), Elen Schieferdecker (Sozialpädagogin), Elena Bartmann und Sarah Becker.
+
Gemeinsam im Einsatz: (von links) Hartmut Zobel, Elke Eisenberg, Dennis Weitzel, Anabel Sobotka, Franz Schlegel, Yvonne Wieck (Sozialpädagogin), Elen Schieferdecker (Sozialpädagogin), Elena Bartmann und Sarah Becker.

Dennis Weitzel, Gründer des Projekts „Ein erster Schritt in eine saubere Umwelt“ hatte vergangene Woche viel Unterstützung beim Müll aufsammeln. Weitzel hat eine Mission: Er will die Stadt Korbach müllfrei sehen.

Um das zu erreichen, begann der junge Korbacher vor zwei Jahren damit, alleine Unrat zu beseitigen (WLZ berichtete).

Weitzel informierte sich damals beim Korbacher Ordnungsamt, ob er irgendetwas beachten müsse, bevor er mit dem Müllsaufsammeln beginnen könne. Nach Absprache mit dem Ordnungsamt, druckte sich Weitzel Visitenkarten aus und gründete eine Facebook-Gruppe namens „Ein erster Schritt, in eine saubere Umwelt“. Er fing einfach mit dem Aufsammeln an. „Mich sprechen viele Menschen an und geben mir positives Feedback, weil ich den Abfall beseitige, den andere Menschen einfach wegwerfen“, erzählt Weitzel.

Weitzel hatte mit der Müllbeseitigung damals im Zuge eines Projektes des Erzbistums Paderborn begonnen. Bei einer 72-Stunden-Aktion sammelte er Unrat in Korbach unter anderem mit einer Schulklasse auf.

Vergangene Woche bekam er nun tatkräftige Hilfe von der „Praxis Sozialer Arbeit“. Die Gruppe und Dennis Weitzel wurden von der Stadt Korbach unterstützt. Das Ordnungsamt stellte Greifer und Säcke zur Verfügung und kümmerte sich um die Entsorgung des gesammelten Restmülls. So konnten sie erfolgreich die Innenstadt der Stadt Korbach vom Abfall befreien. „Hotspots für Müll sind auf jeden Fall der Bahnhof, die Fußgängerzone, der Bereich rund um den Obermarkt und das Bürgerhaus sowie das Parkhaus. Am meisten haben wir Zigarettenstummel gefunden“, erklärte Sozialpädagogin Yvonne Wieck. Die Geschäftsführerin der „Praxis Sozialer Arbeit“, Elen Schieferdecker, ergänzte: „Es wundert und freut uns gleichzeitig, dass wir so wenig Corona-Schutzmasken gefunden haben. Da haben wir auf jeden Fall mit mehr gerechnet. Es hielt sich allerdings zum Glück in Grenzen.“

Am meisten erstaunte die Gruppe der Fund von Werkzeug in einem Blumenbeet in der Fußgängerzone, das dort jemand entsorgt hatte. „Normalerweise fällt einem Müll nicht sofort ins Auge, wenn man durch die Fußgängerzone schlendert. Jetzt sind wir aber sensibilisiert dafür. Uns wird auch in Zukunft der Abfall mehr auffallen“, sagte Schieferdecker. Die Gruppe resümierte positiv über die Woche, und Schieferdecker gab an, nächstes Jahr erneut so ein Projekt zu starten.

Die Gruppe und Dennis Weitzel waren sich am Ende einig, „dass es noch zu wenig Mülleimer oder Aschenbecher für Zigarettenstummel in Korbach gibt“. Weitzel berichtete, dass er deshalb einen Verbesserungsvorschlag verfasst habe, den er an die Stadt weitergeben wolle. Seine Verbesserungsvorschläge seien: Auf den vorhandenen Mülleimern Aschenbecher anzubringen, die Mülleimer in regelmäßigen Abständen aufstellen und für Hundebesitzer mehr Kotbeutelstationen einzurichten.

Von Franziska Roese

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare