Milde Temperaturen wirken sich auf Wintergeschäft aus

„Wir wünschen uns kalte Tage“

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Korbach - Nach den alten Regeln hätte Montag der Winterschlussverkauf begonnen. Den gibt es nicht mehr. Aber weil die Lager nach dem milden Winter voll sind, können Verbraucher im heimischen Einzelhandel jetzt trotzdem auf Schnäppchenjagd gehen.

Wer dieser Tage auf der Suche nach einem warmen Wintermantel ist, dürfte im heimischen Einzelhandel ein Schnäppchen machen. Der bereitet sich nämlich bereits auf den Frühling vor, das Lager ist aber noch voll. „Dieses Jahr hat es eine Verschiebung gegeben“, erklärt Rainer Ueberson vom Modehaus Manhenke. Reine Wintersachen hätten sich wegen der milden Temperaturen im Verkauf schwergetan, Übergangswaren allerdings seien gut verkauft worden. Weil nun aber die nächste Saisonware in den Startlöchern steht, wird das Lager geräumt. Gestern hätte der Winterschlussverkauf offiziell begonnen – vor genau zehn Jahre wurde er abgeschafft. „Inzwischen haben wir permanent Angebote“, sagt Ueberson, „denn in einigen Bereichen wechselt die Mode alle zwei Monate“.

Skifahrer starten indie Saison

Auch bei Intersport Kettschau wirkt sich das Wetter auf den Verkauf aus: „Im Hobbybereich haben wir in diesem Jahr fast noch keine Ski verkauft“, sagt Jürgen Kettschau. Denn der Sport vor der eigenen Haustür hat bisher unter milden Temperaturen gelitten. „Bei den sportlich Ambitionierten allerdings läuft der Verkauf schon gut“, sagt Kettschau.

Anders als im Modehaus habe die Wintersaison für Skifahrer ja gerade erst begonnen. „Am Wochenende war die Werkstatt dann bis zum letzten Moment besetzt, weil viele Sportler zum Nacht-Skifahren nach Willingen wollten“, erzählt der Fachmann. Der plötzliche Wintereinbruch habe sich sofort ausgewirkt. Vor allem bei Ski-Helmen verzeichnet Kettschau einen rasanten Anstieg im Verkauf. „Der Sicherheitsaspekt scheint den Menschen immer wichtiger zu werden“, stellt er fest. 15 Prozent mehr Helme als noch im Vorjahr hat er bereits verkauft.

„Dem Internethandel mit Ideen begegnen“

Dass die milden Temperaturen es den Einzelhändlern in diesem Jahr bisweilen schwergemacht haben, weiß auch Martin Schüller vom Einzelhandelsverband Nordhessen. „Manche haben es besser überstanden, andere schlechter“, erklärt er. Vor allem Stiefel und Mäntel seien wenig verkauft worden. „Jetzt wünschen wir uns noch ein paar richtig kalte Tage“, betont er. Bei einer Umfrage unter Einzelhändlern in Nordhessen habe im Januar die Hälfte der Händler bekundet, zufrieden mit dem Verkauf zu sein. „Unter Händlern mit Online-Shop waren drei Viertel zufrieden“, sagt Schüller.

Macht der Internethandel den Einzelhändlern also weiter zu schaffen? „Da darf man keine Angst haben, sondern muss Strategien entwickeln“, sagt Rainer Ueberson. Im Modehaus Manhenke werde Service und Beratung weiter ausgebaut, die schnelle Verfügbarkeit der Ware noch verbessert. Auch bei Kettschau wird der Servicebereich weiter gestärkt: „Über Intersport ist außerdem die Bestellung über das Internet und die Abholung bei uns im Laden möglich“, sagt Jürgen Kettschau.

Von Theresa Demski

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