Ein Baum schmückt den Baukran an der Rathaus-Baustelle in Korbach

WLZ schickt Weihnachtsgrüße aus luftiger Höhe

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Bild in luftiger Höhe: Polier Klaus Reitmaier hat einen wunderbaren Blick auf Korbach. 

Einen himmlischen Blick auf die Kreisstadt hat Klaus Reitmaier vom 48 Meter hohen Kran auf der Baustelle, wo das neue Korbacher Rathaus entsteht. Über die Feiertage wird die Baufirma eine Pause einlegen.

Die WLZ hat den Polier begleitet, für ein Bild mit dem an der höchsten Stelle im Stadtgebiet angebrachten Christbaum. Die Waldeckische Landeszeitung wünscht Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, besinnliche Weihnachten. 

Überblick über die ganze Stadt

Schritt für Schritt, Griff für Griff nähern wir uns dem Ziel. Dem höchsten Punkt des Baukrans auf der Baustelle für die Erweiterung des Korbacher Rathauses. Jede Sprosse, jeden Abschnitt im Inneren des Mastes gilt es behutsam zu erklimmen. Grifffeste Handschuhe und trittsichere Schuhe erleichtern das Klettern über die fast senkrechten Leitern. 

Etliche Minuten braucht es, um ein paar Höhenmeter zu bewältigen. Zwischendurch eine Atempause, ein Blick über die Dächer der Stadt, dann nach oben und lieber nicht nach unten. Der Aufstieg treibt Schweißperlen auf die Stirn. „Das ist gutes Training, wenn man ab und zu mal hier hoch klettert“, sagt Klaus Reitmaier. Und er meistert diese Kletter-Einheit, weil er eben trainiert ist. Der Polier, der für das Bauunternehmen Oevermann tätig ist, hat nicht nur den Überblick über die ganze Stadt, sondern vor allem über die Fortschritte auf der großen Baustelle mitten in Korbach. 

Von oben sieht er bestens, wo Fundamente für das neue Rathaus und die Basis für künftige Aufzüge geschaffen worden sind. In 48 Metern Höhe überragt der rote, riesige Turmdrehkran das alte Rathaus. Weiche Knie bekommt nur, wer den Turm zum ersten Mal emporsteigt. „Hier oben ist das Wetter etwas anders“, sagt Klaus Reitmaier, als er den Ausleger betritt und ein kalter Wind weht. 

Betonklötze als Grundballast mit einem Gesamtgewicht von rund 60 Tonnen halten den Kran felsenfest. Auch in schwindelerregender Höhe macht das Konstrukt einen verlässlichen Eindruck. Dann betritt der Baustellenleiter unbeirrt die Kabine, die am Krankopf angebracht ist: „Hier ist es etwas wackelig.“ Dieser Arbeitsplatz ist naturgemäß ein ganz spezieller. Viel mehr als ein Sitz, Knöpfe, Hebel und Display befinden sich nicht in der Kabine. Und dennoch hält so mancher einen ganzen Arbeitstag darin aus, berichtet Reitmaier. 

Dafür ist die Wirkung enorm, wenn der Kranfahrer den Ausleger in Fahrt und schwere Lasten auf den Weg bringt. Und die Sicht einzigartig: Fachwerk-Ensembles erscheinen wie in Miniatur, das historische Rathaus wie ein verlassenes Relikt. Kirchtürme, Tylenturm, Conti-Turm, der Eisenberg, Windräder, Waldecker Berg – fast nichts bleibt dem Betrachter verwehrt. Bislang wird der Kran von unten ganz bodenständig ferngesteuert. Die Kabine wird erst dann von Bedeutung sein, wenn bald auf der Baustelle noch mehr los sein und mit dem Hochbau begonnen wird. Demnächst wird sich noch ein zweiter Kran dazu gesellen. Im neuen Jahr geht’s weiter.

Fotos vom Aufstieg auf den Baukran am Korbacher Rathaus

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