40 Jahre Lions-Club Korbach-Bad Arolsen

Wohl der Waldecker seit 1972 im Blick

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Hochkarätige Unterhaltung: Pianistin Yevgeniya Schott begeistert Lions und Gäste am Samstag im „Gutshof Itterbach“.

Korbach / Willingen - Der Gemeinschaft mit dem Herz eines Löwen zu dienen - dieses Ziel verfolgen die Mitglieder des Lions-Clubs Korbach-Bad Arolsen seit 40 Jahren. Den runden Geburtstag feierten sie am Samstag in Willingen.

„Lions“: Der Name der weltweit vertretenden Service-Clubs steht nicht nur für das gleichnamige Tier, sondern zugleich für den englischen Wahlspruch „Liberty, Intelligence, Our Nation’s Safety“, (Freiheit, Einsicht / Intelligenz und Sicherheit / Wohlergehen).

„Unsere Aufgabe, etwas Sinnvolles für die Gemeinschaft zu tun, nahmen wir von Beginn an sehr ernst“, erinnert Gründungspräsident Dr. Wilhelm Bing an die Clubgründung am 22. April 1972. Humorvoll ruft der Korbacher den „rühmlichen oder weniger rühmlichen Start der 40-jährigen Geschichte“ ins Gedächtnis. „Es war ein bunter und beschwingter Tag“, lächelt Bing. Nach dem Festakt im Arolser Schloss sei ein ausgelassenes Fest gefeiert worden, das die Repräsentanten der Lions-Organisation vorzeitig verlassen hätten. „Wir haben trotzdem einen guten Start hingelegt - nicht zuletzt dank der vorzüglichen Arbeit meiner Vorstandskollegen“, betont Bing, 1972 jüngster Lions-Präsident in Europa.

Die Idee, einen Freundeskreis zu gründen, in dem die Mitglieder sich austauschen und „neben der Arbeit etwas für die Gemeinschaft tun“ können, setzen die Lions laut Bing zielstrebig um. Bei Clubabenden und internationalen Begegnungen sammeln sie neue Erkenntnisse und knüpfen Freundschaften. Einziger Wermutstropfen nach 40 Jahren: Von den 23 Gründern leben heute nur noch zwölf. Im Club verblieben ist neben Bing einzig und allein Wilhelm Gröticke (Mühlhausen).

Einige „Fundstücke“ aus den Anfangsjahren, zum Beispiel Wimpel von Clubs in Boston, Sydney und Brasilien, überreicht der Gründungspräsident am Samstag im „Gutshof Itterbach“ an den aktuellen Präsidenten Holger Vogel (Usseln). „Für die Zukunft wünsche ich dem Club, der nie in Routine erstarrt ist, sondern sich stets jung, frisch und aktiv präsentiert, viel Glück.“

Viel wichtiger als weltweite Kontakte sind für die Lions jedoch ihre Einsätze in der Region: „Der Erlös dieser Veranstaltung ist beispielsweise für unser Projekt gegen Kinderarmut bestimmt. Wir finanzieren damit Mittagessen und Klassenfahrten“, erklärt Vogel. Gleiches gelte für die Roland-Aktion zur Korbacher Kunstwoche, zu deren Vernissage alle Interessierten am Donnerstag um 19 Uhr ins Bürgerhaus eingeladen seien (WLZ, 20. April).

Vogels Dank richtet sich an diesem Abend an alle Spender und Sponsoren, die den Club seit 1972 unterstützt haben - verbunden mit der Hoffnung auf weiterhin gute Zusammenarbeit. Herzlich willkommen heißt der Upländer Handwerksmeister, der durch Waldecker Witz und Charme immer wieder besticht, auch die Vertreter der benachbarten Service-Clubs sowie Willingens Bürgermeister Thomas Trachte.

„Ehrenamtliches Engagement sichert die örtliche Demokratie“, hebt Trachte hervor. Freundschaften zu pflegen und sich gleichzeitig für die Gemeinschaft einzusetzen, sei in Zeiten knapper Kassen wichtiger denn je, würdigt der Bürgermeister den Einsatz der Lions und überreicht eine Spende.

Nicht mit leeren Händen sind auch die Vertreter der befreundeten Vereine gekommen: Ingo Schneider, Präsident des Lions-Clubs Korbach-Waldecker Land, hofft darauf, dass die Löwenköpfe, die das Club-Wappen zieren, in Waldeck-Frankenberg nicht in unterschiedliche, sondern in die gleiche Richtung schauen. Die Glückwünsche des Lions-Clubs Bad Arolsen Christian Daniel Rauch überbringt Winfried Kuhlmann.

„Unsere Geschichte ist eng verbunden“, berichtet Thomas Ebert, Präsident des Rotary-Clubs Korbach-Bad Arolsen, mit Blick auf den ebenfalls bevorstehenden 40. Geburtstag. „Uns verbindet mehr als uns trennt“, ist er überzeugt, denn „gemeinsam haben wir viel angestoßen.“

„Damit so ein Abend wie dieser ein voller Erfolg wird, müssen viele Faktoren zusammenspielen“, erklärt Vogel. Umso erfreuter sei er, dass der Lions-Club eine „herausragende Persönlichkeit der deutschen Wirtschaft“ als Festredner gewinnen konnte. Die Zusage des Vorstandsvorsitzenden der Adam Opel AG, Karl-Friedrich Stracke, erfüllt den heimatverbundenen Präsidenten besonders mit Stolz, weil sie Strackes „engen Draht zur Wal­decker Heimat“ zeige.

„Ich bin ein Waldecker Jung und habe mich über die Anfrage gefreut“, eröffnet der gebürtige Goddelsheimer seinen Vortrag über die „Unternehmenskultur in einem globalen Konzern“. Ein Gefühl für Heimat und die damit verbundenen Werte zu haben, ist für den Opel-Chef ein maßgeblicher Erfolgsfaktor. „Wir führen Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammen und integrieren sie in unser Unternehmen“, beschreibt Stracke, der seit mehr als 30 Jahren weltweit für Opel und den Mutterkonzern General Motors arbeitet, die Unternehmenskultur.

„Wichtig ist, die Menschen und ihre kulturellen Wurzeln zu verstehen und diese Erkenntnisse zur Steigerung der Unternehmensleistung zu nutzen.“ Vom Handwerksbetrieb bis zum globalen Unternehmen - von dieser Strategie könnten alle profitieren, ist der Manager überzeugt. „Allerdings müssen alle Mitarbeiter diese Unternehmenskultur leben.“

Opel setzt zum Beispiel auf internationale Ingenieur- und Design-Teams. Manager rotieren weltweit und arbeiten in unterschiedlichsten Funktionen. „Opel wird aber trotzdem als deutsches Unternehmen wahrgenommen, und das ist gut so.“

„Schöne Belege für die gelungene internationale Zusammenarbeit sind unsere ausgezeichneten Produkte“, hebt der Opel-Chef hervor und verweist beispielsweise auf die Titel „Auto des Jahres“ für den Insignia und das Elektroauto Ampera.

Den großen Erfolg auf dem chinesischen Markt schreibt Stracke ebenfalls der neuen globalen Konzernkultur zu. Nach der Krise hätte bei GM nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine kulturelle Wende stattgefunden. Auch in China kommen inzwischen heimische Ingenieure zum Zuge. „Um dauerhaften Erfolg zu haben, müssen wir Kundeneigenschaften und Fahrzeugeigenschaften in Einklang bringen“, begründet der Vorstandsvorsitzende die Strategie.

„Eine Unternehmenskultur muss Partnerschaft, Dialog und Leistung fördern“, fasst Stracke zusammen. Schnelle Mitarbeiter, die entschieden handeln und Verantwortung übernehmen, sind für ihn ebenso unerlässlich wie ein Klima, das offene Diskussionen, Teamwork und einen respektvollen Umgang miteinander ermöglicht.

Gespräche unter Freunden, die sich respektieren, sowie gutes Essen und Musik der „Cappuccino Band“ prägen den restlichen Abend der Lions. Während des Festakts hatte Pianistin Yevgeniya Schott am Flügel für musikalische Unterhaltung gesorgt.

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