Benefizkonzert in der Kilianskirche lockt mit Vielfalt ? Einnahmen zur Förderung der Kirchenmusik

Wohltat für die Ohren in Wort und Ton

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Stimmgewaltig: die vereinigten Chöre evangelische Kantorei Korbach und Dom-Chor Neviges unter Leitung von Stadtkantor Eberhard Jung.

Korbach - Am Samstag fand in der Kilianskirche ein Benefizkonzert zur Unterstützung der Korbacher Kirchenmusik statt. Mit geistlicher und weltlicher Musik, vorgetragen von Alt und Jung, war für Abwechslung gesorgt.

„Das Wort ‚Benefiz’ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie ‚Wohltat’“, erklärte Pfarrerin Christel Wagner dem Publikum des Konzertes. „Die Musiker werden Ihren Ohren heute eine Wohltat tun, und wir hoffen, dass Sie ihnen eine zurückgeben.“

Seit mehreren Jahren findet das Benefizkonzert statt, und auch am Samstag fanden sich zahlreiche Besucher ein. Ziel sei seit jeher, die Kirchenmusik in Korbach finanziell zu unterstützen, erklärte Thomas Schwill, Vorstandsmitglied des Fördervereins Kirchenmusik Korbach und selbst an einigen Auftritten beteiligt. „Und natürlich wollen wir die Leute an die Kirche heranführen - mit geistlicher und weltlicher Musik.“

Unter der Leitung von Stadtkantor Eberhard Jung boten die Musiker in der Kirche ein abwechslungsreiches Programm. Jung, Schwill und Georg Lungwitz eröffneten das Konzert mit dem gregorianischen Choral „Spiritus Domini“, den sie vom Kirchenportal aus erklingen ließen. Nach der Begrüßung durch Pfarrerin Christel Wagner präsentierten Eberhard Jung an der Orgel und Ingo Gieseler an der Trompete eine Toccata von Giambattista Martini, ein Arrangement, das in dieser Art zum ersten Mal erklang. Die evangelische Kantorei Korbach stimmte danach die klassischen Kirchenlieder „Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth“ (Andreas Hammerschmidt) und „Gott, dem ewigen Könige“ (Heinrich Schütz) an.

„Viele Wege führen zu Gott, einer davon geht über die Tonleiter“, stellte Pfarrerin Wagner in ihrer Lesung fest, doch der nächste Auftritt war weltlicher Natur: Der evangelische Kinderchor Korbach/Lelbach gab die bekannten Kinderlieder „Wer will fleißige Handwerker seh‘n?“ und „Jetzt fahr‘n wir übern See“ zum Besten, ebenso Felicitas Kukucks „Es führt über den Main eine Brücke aus Stein“. Seltene Textfehler führten zu kindlicher Verlegenheit, wurden aber schmunzelnd verziehen.

Bolero auf der Orgel

Ein Höhepunkt des Konzertes war der Auftritt das Quartetts „Salvadori“. Thomas Schwill, Eberhard Jung, Georg Lungwitz und Uwe Maibaum ließen zusammen „Gratias agimus tibi“ von Heinrich Sutermeister und „Wie schön ist’s im Freien“ von Franz Schubert erklingen. Beim nächsten Auftritt sang der evangelische Kinder- und Jugendchor Korbach/Lelbach zuerst „Gloria“ und „Agnus Dei“ aus Christopher Tamblings „Messe in A-Dur“ und dann drei Stücke aus Peter Schindlers Musicalproduktion „SchockOrange“ über einen Rollentausch zwischen Reinigungskräften und gierigen Bankern. (wf)

Ein weiterer Höhepunkt: die über 15 Minuten lange Darbietung von Maurice Ravels „Boléro“. Georg Lungwitz und Eberhard Jung spielten das immer eindringlicher werdende Stück vierhändig an der Orgel. Die evangelische Kantorei sang danach Johannes Brahms „Waldesnacht“ und das bekannte „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ (Paul Gerhardt), bevor sie durch die Sänger des Dom-Chores Neviges erweitert wurde. Zusammen mit den rheinländischen Gästen und Uwe Maibaum an der Orgel boten sie den „Psalm 150 - Alle- luja. Laudate Dominum“ von César Franck dar. Nach Christel Wagners Schlusswort und dem Segen wurde das gemeinsame Schlusslied „Du bist mein Licht“ von Charles Hubert Hastings Parry angestimmt. Nach über anderthalb Stunden klang damit das Benefizkonzert aus.

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