Maximal 50 Besucher gleichzeitig, keine Mitmachaktionen, es gilt Maskenpflicht

Korbacher Museum öffnet ab Samstag – aber mit Einschränkung

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Neue Regeln auch im Korbacher Museum: Leiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen (links) und Peter Jatzko zeigen Schilder, die ab Samstag dort für die Besucher hängen. 

Wochenlang war das Wolfgang-Bonhage-Museum in Korbach geschlossen, nun darf es seine Türen für Besucher wieder öffnen: Ab Samstag, 9. Mai, können Interessierte kommen. Allerdings gibt es einige Einschränkungen.

15 bis 20 Quadratmeter Museum pro Person: Dies sei eine Empfehlung des Hessischen Museumsverbands, sagt Dr. Wilhelm Völcker-Janssen, Leiter des Korbacher Museums. Für die Kultureinrichtung der Hansestadt bedeutet das, „sehr großzügig geschätzt“, dass maximal 50 Besucher gleichzeitig dort sein dürfen.

Erlaubt ist der Zutritt zudem nur mit Mund-Nasen-Abdeckung – die einzige Ausnahme sind Kinder unter sechs Jahren – und der Sicherheitsabstand von 1,50 Metern zu anderen Besuchern und Mitarbeitern muss eingehalten werden. Gleich am Eingang gibt es zudem einen Desinfektionsspender, sagt Völcker-Janssen. Und, damit sich die Besucher möglichst nicht in die Quere kommen, gibt es ein Besucherleitsystem. Ein Rundgang sei konzipiert worden, der mit Schildern ausgewiesen wird. So entstehe quasi eine Einbahnstraße.

Tägliche Reinigung und Desinfektion

Was Völcker-Janssen am meisten bedauert: Im Museum gibt es vieles, das zum Mitmachen und Ausprobieren einlade, doch all das könne vorerst nicht genutzt werden. „Damit verliert das Museum vor allem für Kinder an Attraktivität“, sagt der Museumsleiter. Mitmach-Objekte, die nicht befestigt gewesen seien, wurden deshalb weggeräumt. Dagegen werde alles, was befestigt sei, täglich desinfiziert. Dazu gehörten zum Beispiel auch Türgriffe, denn nicht jede Tür könne stets offen bleiben. Aus konservatorischen Gründen, so Völcker-Janssen. Besucher könnten an der Kasse auch Desinfektionstücher bekommen, um damit selbst noch Gegenstände abzuwischen, falls sie das möchten. Generell werde jetzt auch am Samstag und Sonntag im Museum gereinigt, jeweils vor der Öffnung und danach.

Doch das sind nicht die einzigen Neuerungen: Bücher, die sonst als Ansichtsexemplare an der Kasse ausliegen, wurden weggeräumt, Getränke dürfen nicht verkauft werden, an der Kasse gibt es einen Spuckschutz und im Bereich davor Klebebänder, die zu dicht gedrängtes Warten verhindern sollen.

Ebenfalls derzeit nicht möglich: Führungen, das Feiern von Kindergeburtstagen und Ausstellungseröffnungen. Dennoch wird es im Sommer eine Kabinettausstellung geben, kündigt der Museumsleiter an. Dann werden Highlights der Sammlung von Dr. Jens Kulick gezeigt, die die Stadt und der Verein „Historischer Goldbergbau Eisenberg“ gekauft hatten. Tausende Fotos und Dias, Mineralien, Scherben und weitere Gegenstände des Nachlasses wurden in den vergangenen Wochen, als das Museum geschlossen war, sortiert und dokumentiert.

Depots neu sortiert und ausgemistet

Auch die Depots des Museums wurden in der letzten Zeit durchgearbeitet: Exponate seien durchgeschaut, neu geordnet und teils entsorgt worden, wenn sie keinen musealen Wert hatten, sagt Wilhelm Völcker-Janssen. Beispielsweise landwirtschaftliche Geräte, die es mehrfach gab, oder Möbelstücke, die vom Holzwurm befallen waren, wurden weggeworfen. Alles Dinge, für die man im Alltag keine Zeit habe, sagt der Museumschef. Und: Die Mitarbeiter hatten Zeit, Überstunden abzubauen und Resturlaub zu nehmen.

Geöffnet hat ab Samstag auch das GeoFoyer Kalkturm wieder. Beschränkt ist die Zahl der Besucher dort auf drei je Stockwerk. Auch dort stehen Desinfektionsspender zur Verfügung.

"Wolkenwelten"-Ausstellung noch bis Ende Juni

Erst Anfang März war die Ausstellung „Wolkenwelten“ eröffnet worden, dann musste das Museum wegen Corona auch schon schließen. Die Bilder der Marburger Künstlerin Doris Conrads sind deswegen nun länger zu sehen als ursprünglich geplant.

Marburger Künstlerin: Doris Conrads. 

Die „Figuren des Flüchtigen“, wie die Arbeiten bei der Vernissage bezeichnet wurden, werden nun bis 28. Juni im Museum zu betrachten sein. Die Wolken, Dunst und Nebelschleier sind in zarten Farben gehalten und kurze Lichteinflüsse zeigten die Vergänglichkeit auf, urteilte ein Kunsthistoriker. Wer sich davon überzeugen möchte: „Wolkenwelten“ ist zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

Die für Mai und Juni geplante Ausstellung „Hirsebrei und Rittermahl – Esskultur im Mittelalter“ muss verschoben werden. Sie wird 2021 zu sehen sein.

Weitere Infos rund um das Museum gibt es hier

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