Korbach: Komplexe Verhandlung wird vertagt

Würgetat wird rekonstruiert

Korbach - Hat ein Angeklagter seine Ex-Freundin gewürgt oder nicht? Aufgrund unterschiedlicher Aussagen wird der Fall nachgestellt.

Es war am Donnerstag für alle Beteiligten ein zähes Unterfangen im Korbacher Amtsgericht. Nach rund viereinhalb Stunden stand dann kein Urteil, sondern eine Aussetzung der Verhandlung. Die Verteidigerin forderte ein medizinisches Sachverständigengutachten sowie ein Rekonstruktionsgutachten – der Fall soll also nachgestellt werden. Angeklagt ist ein 27-jähriger Briloner gleich für zwei Straftaten, beide Tathergänge schilderte er anders als die Zeugen.

Im komplexeren der beiden Fälle ging es um die Frage, ob der Montenegriner seine Ex-Freundin gewürgt hat. Seine damalige Freundin und gestrige Zeugin war im April 2011 mit zwei Freundinnen im Indianerwäldchen. Dort tranken zwei von ihnen Wein. Später wollten sie noch in eine Gaststätte in Korbach. Dies missfiel dem Angeklagten laut Aussage der drei Freundinnen. Er habe seine Freundin beleidigt, später kam es zu einem Treffen auf dem Hauerparkplatz. Die drei jungen Frauen saßen im Auto und der Angeklagte soll durch das geöffnete Fenster der Beifahrertür seine Freundin gewürgt haben. Das will der Angeklagte aber nicht getan haben. Unterschiedliche Aussagen gab es auch darüber, ob die beiden zu diesem Zeitpunkt noch ein Paar waren. Laut Angeklagtem waren sie seit Januar getrennt, er hätte bereits eine neue Freundin gehabt. Laut Zeugin lebten sie damals noch zusammen in der Wohnung, denn auch die Polizei nahm ihm erst am Tattag den Wohnungsschlüssel ab.

In jedem Fall war die Verteidigerin der Ansicht, dass der Angeklagte aufgrund eines Karpaltunnelsyndroms die Frau nicht hätte würgen können. Dieses führe zu Taubheit und Kraftlosigkeit im Arm. Daher beantragte sie ein medizinisches Gutachten, auch bei der Rekons­truktion mit Auto und Zeugen soll ein Arzt dabei sein.

Im zweiten Fall soll der Angeklagte Polizisten beleidigt haben. Grund war, dass ihm bei der Arbeit sein Auto geklaut worden sein soll. Daher wollte er von den Polizisten von Korbach nach Brilon gefahren werden, was er mit deutlichen Worten klarmachte. Das Auto wurde vier Stunden später bei seiner damaligen Freundin gefunden. Wie es dahin kam, konnte er sich nicht erklären. (tt)

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