Konzert für unterschiedliche Fan-Generationen:

Wunderkerzenstimmung im Korbacher Jugendhaus

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Eine Auswahl der besten Musiker der Region vereint in der Band „The White Monkees“, die beim Konzert im KOrbacher Jugendhaus auf der Bühne standen.

Korbach - Zweimal volles Haus mit unterschiedlichen Fan-Generationen und damit doppelt gute Stimmung im K20 beim Konzert mit Janina Filippi, Basti Hamel und den „White Monkees“, die sich kurz vor ihrem Auftritt noch von ihrem alten Namen „Davy Jones“ getrennt hatten.

Den Auftakt des Programms bestritt Janina Filippi mit Songs von ihrer Debüt-EP. Die ehemalige Frontfrau der Band-Contest-Gewinner 2013 „No one important“ entschied sich bei ihrem Solodebüt für einen balladesken Beginn, der den musikalischen Neuanfang markierte.

„Jetzt wird’s romantisch“, scherzte sie vor dem in der Mitte ihres Sets platzierten Abschieds- und Neuanfangslied „Walk along“, das aber keineswegs in Wehleidigkeit versank, sondern die resoluten Seiten ihrer Stimme hervorhob. Der Wechsel zwischen tiefer Lage am untersten Limit und übermütiger Höhe kennzeichnete die Aufforderung „Live your life“, dessen flotte, rhythmische Eröffnung am ehesten Assoziationen an die alte Band weckte, obwohl das vokale Kontrastprogramm neu im Repertoire von Janina Filippi ist, die das Stück mit ihrer neuen Band „Being Emma“ eingespielt hat. Cajonspieler Lukas, der sie rhythmisch begleitete, ist Bandmitglied.

Während ihres Auftritts traf eine Gruppe Sechstklässler aus Berlin ein und sorgte dafür, dass Basti Hamel von Anfang an ein volles Haus hatte. Der Singer-Songwriter war sichtlich inspiriert von der Begeisterung des Publikums und gewann gleich einen ganzen Schwung neuer Fans mit einem überaus gelungenen Auftritt.

„Reich mir die Hand, wir müssen fliehen“, lautete die Kernbotschaft des intensiven Openers „Gestern“, dessen Qualität gerade zum Dableiben einlud. Nicht minder nahegehend war der seiner Schwester Madeleine gewidmete Mutmacher „Ikarus“ mit seinem vertrauenswürdig gehauchten Versprechen „Ich fang dich auf“. Mit „Shelter your loved ones“ zog das Tempo dann merklich an, auch das selbstironische Protestlied „Das prangere ich an“ ging gut ab und kam bei den Kids voll an, die beim traditionellen Kehraus „One more time“ voll mitgingen.

Aus Gründen des Jugendschutzes bekamen die Gäste aus Berlin nicht mehr allzu viel vom gut zwei Stunden dauernden Auftritt der Blues-Rocker „White Monkees“ mit. Allerdings setzte das Quintett um Frontman Giuseppe La Caymina mit dem fließenden Sound „Put the lights on“ und dem groovigen „The Letter“ schon bei erster Gelegenheit ein nachhaltiges akustisches Ausrufezeichen vor dem Abschied der ersten Zuhörergeneration, die Platz für den Fankern der Allstar-Band machte, die mit Mario Milisterfer (Gitarre), Till Ruprath (Gitarre), Sebastian Dittrich (Bass) und Nils Sauerland (Drums) eine Auswahl der besten Musiker der Region darstellte - gleichbedeutend mit Qualität bis ins kleinste Detail.

Die Bass-Bridge von „The Letter“, die dem Gitarrensolo von Mario Milisterfer vorausging, gehörte zu den Finessen der stilistisch vielseitig aufgestellten Band, die den lebhaft hüpfenden Sound von „What it takes“ mit dem jubilierenden Gitarrensolo von Mario mit dem düsteren „Dive into the Blues“ kontrastierte.

Nach neun Stücken heavy vocal duties bekamen Frontman Giuseppe La Caymina sowie seine Kollegen am Bass und der Rhythmusgitarre eine kleine Verschnaufpause. Für die bösartig-dylanesque Ballade „English Girls“ verwandelte sich Leadgitarrist Mario auch noch in den Leadsänger.

Mit dem rhythmisch satten „What doesn’t kill you“ begann die zweite Hour of Power für die Band und immer mehr Fans, die den fetzigen Kehraus „Nice to know you“ als unwiderstehliche Aufforderung für zugabeträchtigen Beifall verstanden.

Während der insgesamt drei Zugaben herrschte denn auch Wunderkerzenstimmung im Parkett, ehe der Auftritt mit „Rockin’ in the free world“ um fünf Minuten nach Mitternacht ausklang. Das Neil-Young-Cover war eine von insgesamt vier Fremdkompositionen im Set, die übrigen 18 Songs waren Eigenkompositionen im Stil der „finest southern Tradition“. (ahi)

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