Korbach

Zeugnisse jüdischen Lebens gesucht

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- Korbach. Für die jüdische Bevölkerung in Korbach begann 1933 der Anfang vom Ende. Zuerst wurde sie drangsaliert, dann entmündigt und schließlich verschleppt. Dem „Raub durch den Fiskus“ widmet sich eine neue Ausstellung.

Die Zeitreise in die nahe Vergangenheit trägt den prägnanten Titel „Legalisierter Raub“. Es geht um die Ausplünderung der Juden in Hessen in der Zeit von 1933 bis 1945 und die Beteiligung der Ämter und Behörden daran – allen voran die Finanzämter. Ab November 2010 wird die Ausstellung, die vom Hessischen Rundfunk und dem Fritz-Bauer-Institut entworfen wurde, im Wolfgang-Bonhage-Museum zu sehen sein.Um einen lokalen Bezug herzustellen, sind die Veranstalter auf die Hilfe der Waldeck-Frankenberger angewiesen. „Wir suchen Zeugnisse des jüdischen Lebens“, erklärt Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen. Dazu können Fotos zählen, aber auch ein Porzellangeschirr, eine Rechnung aus einem jüdischen Geschäft oder ein Kleiderbügel.Wie schwierig die Lage bei den Exponaten ist, sieht Völcker-Janssen am eigenen Archiv. Zwei Türen aus einem der Häuser der jüdischen Familie Mosheim sowie ein Schloss – das ist zunächst alles, was greifbar ist. Die Mosheims waren eine der ältesten jüdischen Familien in Korbach. Die Brüder Ludwig und Edmund Mosheim leiteten seit dem Tod des Vaters im Jahr 1922 das Geschäft „Sally Mosheim“. Am Ende des Zweiten Weltkrieges gab es kaum noch etwas, das an sie erinnerte.Bisher war die Reaktion aus der Korbacher und Waldeck-Frankenberger Bevölkerung gleich null. „Das ist sehr ungewöhnlich“, weiß der Museumsleiter.Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Freitag, 21. Mai 2010.

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