Förderverein soll gegründet werden · Eine Million Euro Sanierungsbedarf

Ziel ist: Nikolaikirche erhalten

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Wollen einen Förderverein für die Nikolaikirche gründen (von links): Sabine Göbel, Sabine Neuhaus, Pfarrer Günter Engemann, Architekt Jürgen Kepplin und Hans Pohlmann.

Korbach - Seit mehr als 650 Jahren prägt die Nikolaikirche das Stadtbild Korbachs, doch das Gotteshaus muss dringend saniert werden. Und das kostet viel Geld: Ein neuer Förderverein soll deshalb Spenden einwerben.

Einen reichen Kaufmann aus Köln mit Korbacher Wurzeln und eine spendable waldeckische Prinzessin, so etwas könnte die Nikolai-Gemeinde wieder gut gebrauchen: Ohne großzügige Mäzene hätte die Pfarrkirche der Korbacher Neustadt im ausgehenden Mittelalter gar nicht gebaut werden können. Auch rund 650 Jahre später ist die Gemeinde klamm und die Kosten sind hoch: „Es geht um einen Millionenbetrag“, macht Architekt Jürgen Kepplin klar.

Wasserschaden befürchtet

Zwischen 2004 und 2009 waren zuletzt Turmhelm, Dach und Gebälk saniert worden. Diesmal rückt insbesondere der Innenraum ins Blickfeld. Kummer bereitet der Gemeinde vor allem die Heizung. Das Rohrsystem ist marode und rostet vor sich hin: „Es kann jederzeit zu einem Wasserschaden kommen“, sagt Kepplin.

Zudem sei das veraltete Heizsystem grundsätzlich nicht für so große Räume wie den Innenraum der Nikolaikirche geeignet, sagt der Architekt: „Es verschlingt Energiemengen und ist völlig unwirtschaftlich.“ Konventionelle Heizkörper, wie man sie aus der eigenen Wohnung kennt, sollen derzeit den Gottesdienstbesuchern einheizen. Das sorgt nicht nur für spürbare Temperaturunterschiede zwischen Altarraum und Empore - das schnelle Aufheizen und Abkühlen schadet laut Kepplin auch den Kunstwerken.

Mit dem Einbau einer neuen Heizung wäre aber auch eine umfangreiche Innensanierung unvermeidlich - die erste seit 1965. In deren Zuge könnte auch das Wandbild des Christophorus an der Nordwand des Schiffes und das Bild an der Ostwand, auf dem Maria und Josef unter dem Kreuz Christi zu sehen sind, restauriert werden. Beide Gemälde wurden vor einigen Jahren nur durch eine Notsicherung konserviert.

Probleme gibt es aber auch im Außenbereich. Das Mauerwerk an der Süd- und Chorseite weist erhebliche Schäden auf. Es bröckelt sichtbar: „In den 50er und 60er Jahren wurde dort Zermentmörtel eingebracht. Der ist schädlich für den Kalkstein und muss gegen Kalkmörtel ausgetauscht werden“, erklärt Kepplin. Erhebliche Schäden gebe es auch an den Fenstern. Die Windeisen, die für Stabilität sorgen, rosten; durch den sich ausdehnenden Rost wiederum entstehen Risse im Mauerwerk. Erneuert oder erst installiert werden muss außerdem der Blitzschutz innen und außen. Alles in allem rechnet die Gemeinde mit Kosten von mehr als einer Million Euro.

Mittel sind knapp

„Unser Ziel ist, die Kirche den weiteren Generationen zu erhalten“, sagte Pfarrer Günter Engemann. Doch die eigenen Finanzen sind knapp, und um Fördermittel von der Landeskirche zu bekommen, muss die Gemeinde mindestens die Hälfte der Sanierungskosten selbst finanzieren. Deshalb soll am Donnerstag, 15. November, der „Förderverein Nikolaikirche Korbach“ aus der Taufe gehoben werden. „Aufgerufen sind alle, die sich der Nikolaikirche verbunden fühlen“, sagt Sabine Göbel, Vorsitzende des Gemeindeausschusses der Nikolaikirche. Mit ihrem Beitrag - voraussichtlich 24 Euro für Familie, 20 Euro für Einzelpersonen - unterstützen Mitglieder die Sanierung. Der Verein soll außerdem Spenden einwerben.

Die Gründungsversammlung des Fördervereins findet am Donnerstag, 15. November, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Korbach statt. Neben einem kurzen Referat zur Geschichte der Kirche werden auch die baulichen Maßnahmen vorgestellt.

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