Natürliche Süßungsmittel anstatt Zucker

Zucker-Alternativen für Weihnachten: Mit diesen Tipps gesünder naschen

Weihnachten ohne Naschereien - und damit ohne Zucker - ist für viele nicht vorstellbar. Doch es gibt natürliche Süßungsmittel als gesunde Alternative für Zucker.

  • Weihnachten ohne Zucker? Eine medizinische Ernährungsberaterin gibt Tipps für Alternativen.
  • Die WHO rät zu einer täglichen Aufnahme von 25 Gramm freiem Zucker.
  • Honig und Sirup gelten als natürliche Süßungsmittel und beliebte Alternativen für Zucker.

Korbach – Die Zeit vor Weihnachten ist von warmen Lichtern, Düften und Naschereien geprägt. Gesundheitsbewusste suchen gern nach einer Zucker-Alternative. Hier gibt es Tipps.

.„Sie werden auch schnell fündig“, sagt Bianka Häußler, Diätassistentin und medizinische Ernährungsberaterin von der Verbraucherberatung Korbach in Hessen. Es gebe zahlreiche Rezepte und Bücher, in denen eine Alternative für den Haushaltszucker angeboten werde unter dem Titel „frei von industriell hergestelltem Zucker“. Ist es dann auch gesünder? Die Verbraucherberatung hat den Check gemacht.

Zucker zu Weihnachten: WHO empfiehlt 25 Gramm pro Tag

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in ihrer Richtlinie zum Zuckerverzehr, höchstens zehn Prozent des täglichen Gesamtenergiebedarfs in Form von freiem Zucker aufzunehmen. Das sind etwa 50 Gramm pro Tag, ausgehend von einem gesunden Erwachsenen mit einem Bedarf von 2000 Kilokalorien pro Tag. Besser noch wären fünf Prozent, also 25 Gramm pro Tag.

Natürliches Süßungsmittel als Alternative zu Zucker: Bienenhonig besteht aus Frucht- und Traubenzucker, er wirkt im menschlichen Körper wie der industriell hergestellte Haushaltszucker.

„Unter freiem Zucker versteht die WHO Zucker, der Speisen und Getränken zugesetzt wird, sowie von Natur aus in Honig, Sirup, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten natürlich vorkommt. Im Rückschluss heißt das, wir sollten Zucker möglichst einsparen“, erklärt Bianka Häußler. Glucose, Fructose, Dextrose sind nur einige Namen, hinter denen sich Zucker versteckt. Das genaue Lesen der Verpackung sei hier wichtig.

Weihnachten ohne Zucker: Honig und Sirup als süße Alternativen

  • Honig: Honig gelte als natürliches Süßungsmittel. Er besteht aus Frucht- und Traubenzucker, wirkt im Körper also wie Haushaltszucker. Die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe würden schon bei einer Temperatur von über 40 Grad Celsius verloren gehen.
  • Agavendicksaft: Agavendicksaft werde gerne von Veganern als Zucker-Alternative zu Honig genutzt; seine Süßkraft sei höher als die von Zucker und er süße auch stärker. Deshalb kann er sparsamer verwendet werden. Der hohe Fruchtzuckergehalt könne allerdings Fettstoffwechselstörungen begünstigen und zu Verdauungsbeschwerden führen.
  • Reissirup: „Reissirup ist die fruchtzuckerfreie Alternative“, erklärt die Ernährungsexpertin. Reissirup werde aus Reismehl mit Wasser zu Sirup verkocht. „Einsatzgebiet ist oft bei fructosearmer Ernährung und in der asiatischen Küche. Hervorzuheben ist sein Gehalt an Mineralstoffen wie Eisen und Calcium. Allerdings lässt er den Blutzuckerspiegel schnell und hoch ansteigen“.
  • Stevia: „Als kalorienfreie Alternative wird gerne Stevia angeboten“, weiß die medizinische Ernährungsberaterin: „Das Steviaglycosid stammt aus der südamerikanischen Steviastaude und ist 300 Mal süßer als Zucker. Da Stevia kalorienfrei ist, beeinflusst diese Süße nicht den Blutzucker und ist somit auch für Diabetiker und zum Abnehmen geeignet“. Oft sei sie jedoch stark chemisch verarbeitet und mit Maltodextrin, einer Zuckerart ergänzt, um den leicht bitteren Geschmack zu überdecken. Außerdem belaste ihr Transport Umwelt und Klima.
  • Kokosblütenzucker: Kokosblütenzucker werde aus dem Saft der Kokosblüte gewonnen. In kleinen Mengen enthält er Vitamine und Mineralstoffe, die aber keine gesundheitsfördernde Wirkung in dieser Konzentration hätten, sagt Bianka Häußler. Oft werde er wegen seines Karamellaromas eingesetzt. Durch seinen niedrigen glykämischen Index verhindere er Heißhungerattacken. Sein hoher Fruchtzuckergehalt führe allerdings dazu, dass er genauso viel Kalorien wie Haushaltszucker habe. Außerdem sei er sehr teuer.
  • Erythrit und Xylit: Als low-Carb-freundlich gelten die Zuckeralkohole Erythrit und Xylit, wobei Xylit zusätzlich noch als zahnfreundlich beschrieben werde. „Erythrit wird aus Stärke hergestellt. Da er wenig Kalorien hat, ist er für Diabetiker und Abnehmwillige geeignet“, sagt Bianka Häußler. Er sei ähnlich wie Zucker zu verwenden, was gerade beim Backen Vorteile habe. Außerdem sättige er auch länger. Nachteilig sei die geringe Süßkraft, die abführende Wirkung und der hohe Preis.„Xylit wurde ursprünglich aus Birkenholz gewonnen, deshalb ist er auch als Birkenzucker bekannt. Heute wird er aus Maiskolbenresten, Stroh oder anderen Hölzern gewonnen“, erklärt Bianka Häußler: „Er enthält deutlich weniger Kalorien als Zucker und wirkt nicht kariesfördernd, kann aber in großen Mengen zu Durchfall und Blähungen führen“. Xylit sei kein natürlicher Zucker, da seine industrielle Herstellung sehr aufwendig sei.
  • Süßstoff: Als Zuckerersatz werde oft auch Süßstoff angeboten. Er sei zum Beispiel unter den Namen Acesulfam, Aspar-tam, Cyclamat und Saccharin bekannt. „Da er nicht den Blutzuckerspiegel beeinflusst, ist er vor allem für Diabetiker geeignet. In normalen Mengen gilt er als gesundheitlich unbedenklich“, sagt die Expertin.

Alternative für Zucker: Natürliche Süßkraft in Lebensmitteln

Abschließend gebe es keine generelle Empfehlung für bestimmte Süßungsmittel. „Sie müssen den individuellen Vorlieben und Ansprüchen gerecht werden“, rät Bianka Häußler. Zum Einsatz dürften auch Lebensmittel mit natürlicher Süßkraft als Alternative für Zucker kommen.

Generell sollten alle Zuckerarten und -alternativen bewusst und in kleinen Mengen eingesetzt werden, damit wieder ein natürliches Empfinden für Süße entstehen könne. „Zucker wird als Würzmittel definiert, und als solches sollte es auch eingesetzt werden. „Bewusst genießen heißt hier das Motto“, betont Bianka Häußler. (red/Marianne Dämmer)

Rubriklistenbild: © Marvin Heinz

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