Diemelsee

Zufall öffnet Tür zu Leben in Diemelsee

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- Diemelsee (nv). Der Kamin lodert, die Katze schnarcht, über dem Flachbildfernseher ziert die Geige aus Kindertagen die Wand. Sein neues Zuhause in der alten, frisch sanierten Vasbecker Schmiede spiegelt die vielfältigen Interessen von Bürgermeisterkandidat Alexander Schindler wider.

Der selbstständige Kaufmann lebt und arbeitet seit fünf Jahren gemeinsam mit seiner Verlobten Jessica May in Vasbeck. Die Scheune seines Wohnhauses in der Marsberger Straße hat er zum Büro ausgebaut. Das ehemalige Feuerwehrgerätehaus nutzt er als Lager für seinen Handel mit EDV- und Telekommunikationszubehör. Dass es den gebürtigen Dillenburger nach Diemelsee verschlagen hat, ist ein Zufall. „Mein erstes Büro hatte ich im Elternhaus, das Lager in der Garage“, blickt der 35-Jährige zurück. „Unsere Eltern haben uns immer unterstützt“, berichtet er von der turbulenten Kindheit mit vier Geschwistern. „In unserer großen Familie wurde jeder mit Aufgaben betraut“, ist der Selbstständige froh, frühzeitig gelernt zu haben, was es heißt, Verantwortung zu tragen. Diese Fähigkeit sei ihm vor allem zugute gekommen, als er die negativen Seiten der Selbstständigkeit kennengelernt habe.

Als Schindler über das Internet einen neuen Firmensitz sucht, entsteht der Gedanke, aufs Land zu ziehen und ein altes Anwesen umzubauen. „Wir können uns beide nicht vorstellen, neu zu bauen. Das wäre uns zu steril“, erläutert der Mann, der „Heimwerken auf hohem Niveau“ zu seinen Hobbys zählt. Wie es der Zufall will, stößt er auf das Haus in der Vasbecker Ortsmitte. Altes mit modernen Wohnansprüchen verknüpfen – diesen Wunsch erfüllen sich Alexander Schindler und Jessica May in „Wäschers Schmiede“. Das um 1890 erbaute Haus, das leer stand, haben sie von Grund auf saniert und mit Leben erfüllt. Drei Katzen gehören ebenfalls zur Familie.

„Die Vasbecker waren zu Beginn skeptisch, weil das Haus Geschichte hat, nur leider nicht immer die beste“, erinnert sich Schindler an den Start der Bauarbeiten. „Als sie gemerkt haben, dass sich etwas tut, haben uns aber immer mehr Einheimische ihre Hilfe angeboten“, bedankt er sich. Bis auf die Schreinerarbeiten und die Installation der Heizung habe er gemeinsam mit seinem Vater, einem Bauingenieur, alles selbst umgebaut, präsentiert der Bauherr stolz die lichtdurchfluteten, mit viel Holz ausgestatteten Räume.„Wir haben uns in Vasbeck sehr gut eingelebt“, betont Schindler. „Durch Beruf und Umbau hat bislang aber leider die Zeit gefehlt, sich in Vereinen zu engagieren.“ Das solle sich in Zukunft ändern – denn neben Zahlen, Technik und Handwerk liebt der Kaufmann Musik und Wassersport. „Als Kind habe ich Geige und Bratsche spielen gelernt und in der Kinderkantorei gesungen“, erzählt Schindler von seiner Leidenschaft. In Dillenburg gehörte er dem evangelischen und dem katholischen Kirchenchor sowie der Männerscholar an, einem Ensemble, das gregorianische Gesänge pflegt.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 25. Februar

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