Korbach

Zukunft der Ambulanz ungewiss

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- Korbach (tt). „Das Bewegungszimmer könnte einen Eimer Farbe gebrauchen, aber im Moment steht alles in den Sternen“, so ein bedrückter Dr. Peter Meesters, Leiter der Institutsambulanz in Korbach, angesichts der drohenden Schließung.

Die Gespräche zwischen Vitos Kurhessen, dem Betreiber der kinder- und jugendpsychiatrischen Institutsambulanz, und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) um den Erhalt der Praxis laufen derzeit. Nach dem letzten Treffen beider Seiten zeigt sich Peter Meesters, der die Klinik seit ihrer Eröffnung vor zehn Jahren leitet, aber eher pessimistisch: „Ein Problem könnte die Zeit sein“, sagt der Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, „ich bin nicht so optimistisch, dass wir eine schnelle Lösung finden.“ Aus den Gesprächen mit der KV sei hervorgegangen, dass es nur wenige rechtliche Möglichkeiten für eine dauerhafte Ermächtigung, wie sie bislang ausgestellt wurde, gebe. Und bis zum 31. Dezember muss eine Lösung gefunden werden, dann läuft die Ermächtigung aus.

Mit dem von der KV vorgeschlagenen Modell einer niedergelassenen Praxis – ähnlich wie bei einem Hausarzt – können sich Vitos und die Mitarbeiter der Ambulanz nicht anfreunden. „Damit würden wir unserem bisherigen Versorgungsauftrag nicht gerecht“, erklärt Meesters. Das heißt im Klartext, dass bei diesem Modell auch Stellen wegfallen würden. Diese durch Honorarbezahlung zu erhalten, hält Meesters für unrealistisch. Die Situation stimmt den Arzt nachdenklich: „Es ist erschütternd, dass alles, was man in zehn Jahren gemeinsam aufgebaut hat, in sehr kurzer Zeit den Bach runtergehen kann.“ Im Moment wären die Entscheidungsspielräume der Kassenärztlichen Vereinigung aber sehr begrenzt. Dafür zeigt er auch Verständnis: „Keiner zweifelt an der Notwendigkeit der Ambulanz, auch nicht die KV.“

Die Frage also bleibt, wie man sie erhalten kann. Eine „unwahrscheinliche Option“, wie Meesters selbst sagt, kennt er: eine psychiatrische Tagesklinik in Korbach. Die Institutsambulanz bekäme eine dauerhafte Ermächtigung, wenn es stationäre psychiatrische Behandlungen in der Region geben würde. „Eine Tagesklinik brauchen wir sowieso“, erklärt Meesters, „ich würde für Korbach keinerlei Belegungsschwierigkeiten sehen.“ Dass hier aber der Wunsch wohl Vater des Gedankens ist, ist dem Arzt auch bewusst. Den Auftrag für eine Tagesklinik müsste das hessische Sozialministerium (HSM) erteilen. Das ist zum einen mit viel Geld verbunden, zum anderen in so kurzer Zeit nur schwer machbar. „Dennoch wäre es mein Wunschtraum, wenn das HSM anruft und mir mitteilt, dass eine Tagesklinik errichtet werden soll“, hofft Meesters auf seinen „persönlichen Sechser im Lotto“.

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