Neuordnung in den evangelischen Kirchengemeinden des oberen Uplands

In Zukunft zweieinhalb Pfarrstellen

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Zeichnen sich aus durch eine vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit und ziehen an einem Strick: Pfarrerin Gisela Grundmann, Pfarrer Christian Röhling und Pfarrerin Dagmar Henning. Sie hoffen, dass es im Gespräch mit den Kirchenvorständen gelingt, die noch offenen Fragen im Sinn der Gemeinden zu lösen. Foto: Ulrike Schiefner

Willingen - Nach einem jahrelangen intensiven Denk- und Diskussionsprozess ist die Entscheidung über die Anpassung der Pfarrstellen im oberen Upland gefallen. Es kommt zu einer Stellenreduzierung von bisher drei auf zukünftig zweieinhalb Pfarrstellen.

Rückläufige Bevölkerungs- und Mitgliederzahlen und eine entsprechende Verringerung der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel führen im gesamten Bereich der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zu Sparzwängen. Die Thematik bewegte die Gremien im damaligen Kirchenkreis des Eisenbergs, in dem zweieinhalb Pfarrstellen eingespart werden sollten, schon seit 2007. Dass Schwalefeld und Rattlar im erheblichen Maße betroffen sein würden, wurde 2009 deutlich. Damals schlug der Kirchenkreisvorstand vor, die beiden Kirchengemeinden pfarramtlich mit dem Kirchspiel Usseln zu verbinden und die Kur- und Urlauberseelsorge in Zukunft von Willingen aus wahrzunehmen.

„Die Landeskirche hat den Gemeinden eine lange Zeit gewährt, sich an den Gedanken zu gewöhnen und den gesamten Prozess sehr transparent gestaltet“, betonen die derzeit im oberen Upland tätigen Pfarrer Gisela Grundmann (Usseln/Welleringhausen), Christian Röhling (Willingen) und Dagmar Henning, die derzeit die Vertretung in Schwalefeld und Rattlar wahrnimmt, im Gespräch mit der Waldeckischen Landeszeitung.

Keine grundsätzlichen Einwände geäußert

Wie ausführlich berichtet, kam es im vergangenen Jahr zu heftigen und teilweise emotional geführten Diskussionen über die Aufgabe der Pfarrstelle Schwalefeld/Rattlar. Letztendlich kam jedoch im Sommer 2014 ein Kompromissvorschlag auf den Tisch. Die evangelische Landeskirche erklärte sich damit einverstanden, nicht, wie zunächst geplant, eine ganze, sondern nur eine halbe Pfarrstelle einzusparen.

Inzwischen ist das Anhörungsverfahren bezüglich der Stellenanpassung abgeschlossen. Die Einsicht in die notwendige Reduzierung der Pfarrstellen sei vorhanden und es gebe keine grundsätzlichen Einwände, heißt es in einem Schreiben von Prälatin Marita Natt.

Die Kirchenvorstände haben mittlerweile die Urkunde über die Pfarrstellenneuordnung erhalten. Die Kirchengemeinde Rattlar soll ab 1. Mai 2015 wieder zum Kirchspiel Usseln gehören. Die Pfarrstelle Willingen 2 (Schwalefeld) umfasst in Zukunft einen halben Dienstauftrag. Sie soll kurzfristig ausgeschrieben werden.

Ein wichtiges Arbeitsfeld ist und bleibt die Kur- und Urlauberseelsorge, die in den letzten Jahren vom Schwalefelder Pfarrer wahrgenommen wurde. Prälatin Marita Natt hat die Kirchenvorstände von Willingen und Schwalefeld dazu aufgerufen, hierfür gemeinsam Verantwortung zu tragen. Die Aufgabe müsse im Rahmen des pfarramtlichen Gemeindedienstes wahrgenommen werden.

„Arbeit in Gemeinden sinnvoll und gut gestalten“

Neben Pilgerkirche, Pilgerpfad, Seelsorgegesprächen und anderen Angeboten gehört der Willinger Sommerurlaubsladen zu den langjährigen Säulen der Kur- und Urlauberseelsorge. Es ist sichergestellt, dass er auch in diesem Jahr seine Pforten öffnet, und zwar vom 27. Juli bis 14. August. Die evangelische Jugend des Upland organisiert in dieser Zeit unter Leitung von Jugendarbeiterin Heide Töwe ein Freizeitprogramm für kleine Gäste und Upländer Kinder.

Die Kirchenvorstände von Usseln und Welleringhausen haben den Rattlarer Kirchenvorstand zu einer gemeinsamen Sitzung am 21. April eingeladen. „Dabei soll beraten werden, wie wir es am besten angehen, die Arbeit in unseren Gemeinden künftig sinnvoll und gut zu gestalten“, so Pfarrerin Gisela Grundmann. Für Usseln, Rattlar und Welleringhausen soll kurzfristig auch ein gemeinsamer Gemeindebrief erstellt werden.

Pfarrerin Dagmar Henning nimmt noch bis Ende Juli die Vertretung in Schwalefeld wahr. Bis zum Ende des Schuljahrs erteilt sie weiterhin den Schwalefelder und Rattlarer Jugendlichen Konfirmandenunterricht. Nach den Ferien sind die Rattlarer dann zum Konfirmandenunterricht in Usseln eingeladen.

„Die Konfirmation 2016 findet selbstverständlich in der Rattlarer Kirche statt“, betont Pfarrerin Grundmann. Nähere Einzelheiten sollen bei einem Elternabend besprochen werden.

Gisela Grundmann, Christian Röhling und Dagmar Henning sind zuversichtlich, dass es in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit gelingt, im Gespräch mit den Kirchenvorstehern aller betroffenen Gemeinden die noch offenen Fragen abzuklären.

Von Ulrike Schiefner

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