Willingen/Diemelsee

Zukunftsperspektiven für Einzelhandel

- Willingen/Diemelsee (bk). Welche Entwicklungsmöglichkeiten hat der Einzelhandel in Willingen und Diemelsee? Ein Einzelhandelskonzept soll Perspektiven aufzeigen.

Es ist viel zu tun: Untersuchung des Ist-Zustands, Stärken-Schwächen-Analyse, Kundenbefragung, Workshops. „Wir wollen den Einzelhändlern kein fertiges Konzept überstülpen, das hinterher in irgendwelchen Schubladen verschwindet“, darüber sind sich Bürgermeister Thomas Trachte und sein Kollege Volker Becker einig. Vielmehr sollen die Einzelhändler aktiv in die Erarbeitung eines pragmatischen und umsetzungsorientierten Handlungskonzepts einbezogen werden. Sie werden bei den in den nächsten Monaten geplanten Workshops von einer Fachagentur begleitet. Der Naturpark Diemelsee vergab den Auftrag jetzt an die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA). Die Kosten für die Erstellung der Einzelhandelskonzepte für die beiden Gemeinden belaufen sich auf insgesamt gut 31 000 Euro. Das Vorhaben wird im Rahmen des Leader-Programms verwirklicht; es wird ein 80-prozentiger Zuschuss gewährt. In einer ersten Skizze verdeutlicht die GMA die Ausgangssituation. Sie wird in Willingen zum einen durch eine leicht rückläufige Bevölkerungsentwicklung in der Gesamtgemeinde, zum anderen durch den Tourismus mit über einer Million Übernachtungen geprägt. „Auch die Gemeinde Diemelsee hat einen leichten Einwohnerrückgang zu verzeichnen. Mit rund 70 000 Übernachtungen ist eine geringere touristische Bedeutung gegeben, sodass der Einzelhandel deutlich auf die Versorgung der Bevölkerung ausgerichtet ist“, heißt es in dem Papier. Bei der Erstellung der Konzepte sollen unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung die branchen- und standortbezogenen Entwicklungsmöglichkeiten für den Einzelhandel aufgezeigt werden. Schwerpunktmäßig soll in Willingen die Ortskernentwicklung untersucht werden. Dabei geht es um die Frage, wie das Einzelhandelsangebot weiter entwickelt und attraktiver gestaltet werden kann, wie sich die städtebauliche Situation präsentiert und welche Marketing-Aktivitäten sinnvoll und nötig sind. In Diemelsee wird der Aspekt der Sicherung und Stärkung der Grundversorgungsangebote im Vordergrund stehen. „Es sind sowohl tragfähige als auch nachhaltige Lösungen für die wohnortnahe Versorgung zu entwickeln.“ In beiden Gemeinden sind in den kommenden Wochen verschiedene Aktionen geplant. So soll eine Einzelhandelsbefragung erfolgen, um Strukturmerkmale zu erforschen und einen Überblick über Planungen und Einschätzungen der Händler zu bekommen. Angedacht ist außerdem eine Haushaltsbefragung zu Kaufkraftströmen, Einkaufs- und Verbrauchsgewohnheiten und Bewertung der Einzelhandelsstandorte. Im Upland sollen etwa 1200, in Diemelsee rund 1000 Bürger angeschrieben werden. Die Fachagentur verspricht sich davon eine bessere Einschätzung der aktuellen Einzelhandelssituation und der Entwicklungsperspektiven. Bürgermeister Trachte weist darauf hin, dass im Ortskern von Willingen außerdem eine Kundenbefragung durchgeführt werden soll. Dabei geht es um Bekanntheit und Besuchsgründe und um die Zufriedenheit mit dem Einzelhandel und sonstigen Angeboten. Bis zum Sommer sollen in beiden Kommunen Ergebnisse vorliegen, die dann in Workshops vorgestellt und diskutiert werden sollen. Hier sollen dann auch konkrete Projekte erarbeitet werden. Aufgrund der großen Anzahl der Beteiligten empfiehlt die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung insbesondere für Willingen die Einrichtung eines prozessbegleitenden Arbeitskreises.

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