„Zum Ersten, zum Zweiten...“

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Vor dem Auszug aus dem Kümmell-Kunstladen versteigerte die Künstlergruppe „artur“ noch einige Werke, um die Suche nach einem neuen Domizil zu unterstützen.

Korbach - „...und zum Dritten“, ruft der Auktionator und ein „artur“- Werk wechselt den Besitzer. Mit einer Versteigerung hat die Künstlergruppe die Suche nach neuen Ausstellungsräumen begonnen.

Der Auktionator trägt einen schwarzen Zylinder und räumt ein, dass er damit auch bei einer Beerdigung gut aufgehoben wäre. Henning Drescher findet sein Aussehen passend: „Wir bestatten jetzt diese Räumlichkeiten“, erklärt er den Gästen im Kümmell-Kunstladen. Die Gruppe muss ihre Ausstellungsräume nach vier Jahren verlassen, mit der Versteigerung sammelt sie Geld für eine neue Bleibe. „Das ist die einmalige Chance“, sagt Gisela Kaiser, „jetzt räumen wir aus.“

Kaiser, Drescher und ihre „artur“-Kollegen Christina Behringer, Sabine Neuhaus, Carola Petersen und Helmut Mander haben 40 bis 50 Werke im Laden aufgestellt - nicht nur eigene Stücke, auch solche von Gastkünstlern aus der Zeit im Kümmell-Kunstladen. Ein signiertes Bild des früheren Landrats Dr. Horst Bökemeier findet für 35 Euro einen neuen Besitzer - das Werk des ehemaligen Korbacher Bürgermeisters zeigt zwei seiner Hunde.

Die „artur“-Mitglieder haben weitere Aussteller gefragt und Werke zum Versteigern erhalten: Fotos von Dr. Jürgen Römer etwa oder eines der „Fundstücke“ von Barbara Langmaack, die als letzte Künstlerin ihre Arbeit in dem kleinen Laden zeigte. Die ältesten Stücke, Drucke von Holzschnitten, stammen noch von Dreschers Vater Hans-Otto.

Nicht jedes Werk findet einen Abnehmer - es sind „mehr Bilder als Bieter im Raum“, wie der Auktionator feststellt. Aber für mehr als 15 Stücke schnellen Hände in die Höhe - oft gleich mehrfach: Die größte Bieterschlacht dreht sich um ein Korbach-Aquarell von Sabine Neuhaus. Von 35 Euro verdreifacht sich der Preis auf über 100 Euro, bevor einer der beiden Bieter lockerlässt.

Am Ende haben die Künstler genug für eine Monatsmiete eingenommen, erklärt Carola Petersen. Bis spätestens Weihnachten wollen sie wieder einen Raum finden, um Kunst in Korbach zu präsentieren.

Von Wilhelm Figge

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