Lichtenfels und Vöhl bestätigen gemeinsamen Bauamtsleiter

Zusammenarbeit besiegelt

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Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung: Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert mit dem Ersten Beigeordneten Heinrich Klein und der Lichtenfelser Bürgermeister Uwe Steuber mit dem Ersten Beigeordneten Alf Höfer.Foto: Demski

Vöhl/Lichtenfels - Sie sparen rund 35000 Euro im Jahr, nutzen Synergieeffekte und ziehen nach einem Testjahr zufrieden Bilanz: Vöhler und Lichtenfelser teilen sich einen Bauamtsleiter. Gestern machten Matthias Stappert und Amtskollege Uwe Steuber die Zusammenarbeit amtlich.

Sie wollen weniger Geld ausgeben, ohne ihre Möglichkeiten zu verringern: Also arbeiten die Bürgermeister in Vöhl und Lichtenfels eng zusammen. „Und das mit Erfolg“, betonten Matthias Stappert aus Vöhl und Uwe Steuber aus Lichtenfels gestern unisono.

Vertrag unterschrieben

Bereits im vergangenen Jahr stellten die Vöhler mit Volker Ashauer einen neuen Bauamtsleiter ein - den sie mit den Lichtenfelsern teilen. Die Hälfte der Personalkosten überweisen die Lichtenfelser Richtung Vöhl. Bisher reichte dafür ein Handschlag zwischen den Bürgermeistern. Gestern stellten die beiden Kommunen das Projekt nun auf offizielle Beine - nachdem beide Parlamente zugestimmt hatten: Gemeinsam mit ihren Beigeordneten unterschrieben sie die Kooperationsvereinbarung für ihre Bauämter.

Das hat gleich zwei Gründe: Erstens erklären sie damit die einjährige Testphase offiziell für erfolgreich und beendet und zweitens wollen sie Fördergelder beantragen. 25000 Euro könnte jede Kommune einmalig für das gemeinsame Projekt vom Kompetenzzentrum für Interkommunale Zusammenarbeit in Hessen (IKZ) bekommen. Das Geld würde dann in die Personalkosten fließen.

An Situation gewöhnt

In diesem Bereich sparen beiden Kommunen jährlich rund 35000 Euro durch die Zusammenarbeit im Bereich Bauamt. „Und diese Zusammenarbeit hat sich bereits etabliert“, lobte Stappert gestern bei der Vertragsunterzeichnung, „Mitarbeiter, Bürger und der Bauamtsleiter haben sich an die Situation gewöhnt.“ Damit einher gingen strukturelle Veränderungen in den Kommunen: In Lichtenfels zog der Bereich „Dorferneuerung“ vom Bauamt ins Hauptamt und der Wassermeister hat mehr Kompetenzen bekommen. In Vöhl hat das Vorzimmer des Bürgermeisters das Liegenschaftswesen übernommen, außerdem sollen die 15 Ortsvorsteher ab nächstem Jahr Vergabeberechtigungen erhalten - dann können kleine Dinge in den Ortschaften gleich selbst erledigt werden, anstatt sie über das Bauamt zu beantragen. Alle sechs Monate überprüfen die Bürgermeister gemeinsam, ob ihr Plan noch aufgeht. „Vielleicht werden wir für einige Projekte auch mal Ingenieure buchen müssen“, befand Steuber, „aber auch dann ist es wichtig, dass wir die Kosten dafür gemeinsam im Blick behalten.“ Das Modell funktioniere eben nur, wenn man im Gespräch bleibe.

„Wir wollen die Stärken unserer beiden Kommunen bündeln und das Zusammenwachsen selbst gestalten“, erklärte Uwe Steuber. Und Amtskollege Stappert ergänzte: „Bevor es andere für uns tun“.

Es geht weiter

Schritt für Schritt wollen die Bürgermeister diesen Weg gehen: Eine Kooperationsvereinbarung der beiden Standesämter gibt es bereits. Außerdem liege den Vöhlern eine Anfrage aus Lichtenfels vor, ihnen bei der Straßenbeitragsabrechnung auszuhelfen. „Und ich könnte mir vorstellen, dass wir künftig auch im Bereich Spielplatzüberprüfungen und Baumkontrollen zusammenarbeiten“, ergänzte Stappert.

Von Theresa Demski

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