Miss Deutschland Susan Henry ist angekommen in der Welt voll Glitzer und Glamour

Zwischen Fotoshooting und Abistress

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Der Erfolg ist für immer auf Foto festgehalten, die Bodenständigkeit gibt es zu Hause: Miss Deutschland Susan Henry genießt das neue Leben, will aber auch nicht abheben.Foto:

Diemelsee-Flechtdorf - Vorgestern war RTL bei ihr zu Besuch, nächste Woche steht ein Foto-Shooting bei der Bild-Zeitung an, und zwischendurch geht es für die Abiturprüfungen nach Kassel: Seit sie die Wahl zur Miss Deutschland gewann, prallen für Susan Henry zwei Welten aufeinander.

Es sind Momente, in denen alles nur noch in Zeitlupe abläuft. Mit drei Mitbewerberinnen steht Susan Henry in einem Hotel in Halle an der Saale auf der Bühne. Sie hat sich im Abendkleid und im Bikini dem Publikum präsentiert, sie hat sich den Fragen der Jury gestellt. Die „Gewinnerin“ des dritten Platzes wird genannt - sie ist es nicht. Jetzt heißt es Erster oder Zweiter. Königin oder Prinzessin.

„Ich konnte es anfangs überhaupt nicht glauben, es ist einfach nur schwer zu realisieren und ein unglaublich schönes Gefühl“. Das sagt Susan Henry mit rund zwei Wochen Abstand. An Pfingstsonntag wurde die 20-jährige Flechtdorferin zur Miss MGO Deutschland gekürt. Sie setzte sich gegen Konkurrentinnen und Freundinnen durch und ist für ein Jahr offiziell - neben der Miss Germany - die schönste Frau Deutschlands.

Seitdem läuft das Leben nicht mehr wie in Zeitlupe, sondern im Schnelldurchlauf. Ein Pressetermin jagt den nächsten, von Halle geht es nach Köln, vom einen Radiosender zum nächsten. Zeitungen rufen an, Kamerateams wollen vorbeischauen. Im Herbst nimmt sie an der Wahl zur Miss Intercontinental, später noch an der zur Miss Europa teil. Auch die Gemeinde Diemelsee und Flechtdorf haben für August einen offiziellen Empfang geplant. „Das, was jetzt passiert, genieße ich einfach nur“, sagt sie freudestrahlend über das Erlebte, das Erreichte, und das, was noch kommt. Zwar sei es anstrengend, Schlaf habe sie in den letzten Wochen nicht viel gehabt, doch das nehme sie gerne in Kauf.

Susan Henry taucht derzeit ein in eine neue Welt, „eine spannende Welt“. Nächste Woche steht mit der Bild-Zeitung ein Fotoshooting für die Europameisterschaft an, vorgestern schaute ein Kamerateam von RTL in Flechtdorf vorbei. Und am Montag und Freitag stehen noch die abschließenden Abiprüfungen in Kassel an. „Da bin ich aber total zuversichtlich, dass ich das schaffe“, gibt sie sich entspannt trotz Stress.

Nächster Schritt: Musik

Dass sie abheben könnte, davor hat sie keine Angst: „Um auf dem Boden zu bleiben, habe ich meine große Familie, und dass ich in einem Dorf aufgewachsen bin, hilft auch.“ Und so bleibt es weiterhin ihr Ziel, Chirurgin zu werden, auch wenn das Medizinstudium jetzt erst mal warten muss.

Denn in ihrem Jahr als Miss Deutschland strebt sie andere Ziele an. Ein Plattenvertrag ist bereits unterschrieben, ein Lied soll aufgenommen werden. Singen und Tanzen zählten auch vorher schon zu ihren Hobbys. Zudem will sie gerne weiterhin Foto-Shootings machen. Nacktfotos würde sie aber auf keinen Fall machen.

Ihre neue Bekanntheit will sie auch für gute Zwecke nutzen. So ist sie beim „RTL-Spendenmarathon“ mit dabei, das Management gibt ihr aber auch Freiraum, für eigene karitative Aktionen. Demnächst will sie krebskranke Kinder im Kasseler Krankenhaus besuchen. „Mit dem Status, den ich jetzt habe, kann ich schneller den Fokus auf wichtige Dinge lenken. Das kann bald schon wieder vorbei sein“, ist sie sich der Schnelllebigkeit des Geschäfts bewusst. Die Chance will sie aber nutzen, um eventuell auch mit Sponsoren Hilfsbedürftige zu unterstützen.

Viele neue „Freunde“

Doch aller Ruhm hat auch seine Schattenseiten. „Es melden sich Menschen, mit denen ich früher nichts zu tun hatte. Die wollen jetzt meine besten Freunde sein.“ So wollen viele ein Stück vom Kuchen abhaben. Neben dem Management sorgt aber auch Vater Bernd dafür, dass alles in geregelten Bahnen läuft. „Wir wollen auch aufpassen, dass unsere Tochter nicht nur auf ihr Aussehen reduziert wird“, sagt das Familienoberhaupt. Das ist auch Susan Henry selbst wichtig.

Negative Kommentare in Internetforen lasse sie möglichst nicht an sich heran. Die zahlreichen Klischees über Schönheitsköniginnen ebenso wenig. „Ich respektiere, wenn jemand die Wettbewerbe nicht gut findet, aber jeder sollte auch sehen, was alles dahinter steckt“. So gehe es um mehr als nur gut auszusehen. Und das will Susan Henry auch weiter beweisen.

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