Feldgehölze, Laichgewässer, Nisthilfen 

35 Jahre NABU-Gruppe Lichtenfels: Einsatz für Flora und Fauna

+
Vogelstimmenwanderungen: Sie organisiert der NABU in Zusammenarbeit mit der SG Lichtenfels. Dieses Jahr musste sie aufgrund von Corona ausfallen .

Seit 35 Jahre Jahren setzt sich die NABU-Gruppe Lichtenfels engagiert für den Erhalt von Flora und Fauna ein.

Lichtenfels – Hecken, Obstbäume und Laichgewässer pflegen, Nisthilfen anbringen und naturkundliche Wanderungen führen – die Mitglieder des Naturschutzbundes (NABU) in Lichtenfels setzen sich emsig für eine intakte Umwelt und Artenschutz ein – und das bereits seit 35 Jahren.

Feldgehölze: Westlich von Goddelsheim hat die NABU-Gruppe vor 30 Jahren Heckenstreifen und Wiesen angepflanzt – ein ökologisch wertvolles Areal.

Die 1985 gegründete NABU-Gruppe Lichtenfels betreut insgesamt rund 15 Hektar Wiesen- und Weideflächen, die extensiv von Landwirten und NABU-Mitgliedern bewirtschaftet und gepflegt werden. „6,5 Hektar davon sind eigene Flächen, die aus Ausgleichsabgaben des Landkreis Waldeck-Frankenberg angekauft werden konnten“, erklärt Vorsitzender Gerhard Kuhnhenne aus Goddelsheim. Der Landkreis unterstütze auch bei Einsätzen mit Schleppern und Baggern. Einige Wiesen würden inzwischen auch von den Schafen von Hobbyschäfern abgeweidet.

122 Mitglieder

Die Gruppe, der aktuell 122 Mitglieder angehören, pflegt zudem rund 2,5 Hektar Trockenhänge sowie 18 größere und kleinere Laichgewässer, die für Amphibien angelegt wurden. „Wir haben außerdem einen Fledermausstollen – den „Felsenkeller“ in Sachsenberg – gepachtet und gesichert. Rund 20 Heckenstreifen, also Feldgehölze, und rund 200 Obstbäume haben wir im Laufe der Jahre angelegt und angepflanzt“, zählt der Vorsitzende auf. Die Stadt Lichtenfels habe der Gruppe drei Flächen zur Pflege überlassen, darunter ein Laichgewässer. Zwei weitere Flächen mit einer Gesamtgröße von rund einem Hektar wurden von evangelischen Kirchengemeinde Goddelsheim gepachtet.

Pflegearbeiten an Kopfweiden und Laichgewässern: Alle vier bis fünf Jahre stutzen die NABU-Mitglieder die Kopfweiden, um sie gesund zu erhalten. Um Laichgewässer – wie hier im Aartal – an- oder wieder freizulegen, kommt auch schweres Gerät zum Einsatz. 

All diese Flächen bestimmen auch die Arbeiten und Aktivitäten des NABU-Lichtenfels – so nehme die Heckenpflege auf den eigenen NABU-Flächen breiten Raum ein, ebenso der Obstbaumschnitt und die Pflege der Kopfweiden, der alle vier bis fünf Jahre fällig sei, erklärt Gerhard Kuhnhenne. Die Laichgewässer müssten gepflegt, Fließgewässer freigelegt werden.

Fledermaus- und schwalbenfreundlich

Eine schöne Aufgabe sei auch, „fledermaus- oder schwalbenfreundliche“ Häuser in Lichtenfels auszuzeichnen sowie naturkundliche Wanderungen und Fahrradtouren zu organisieren – oft zusammen mit der Wanderabteilung der Sportgemeinschaft Lichtenfels. Das sei eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit – ebenso wie Vorträge bei Landfrauen, Senioren oder Jagdgenossenschaften und Fledermausabende. Außerdem hat die Gruppe zwei Lehrgänge zum Obstbaumschnitt in Goddelsheim durchgeführt und bestückt zwei Informationskästen mit Wissenswertem.

Auch zum Artenschutz tragen die Mitglieder des NABU Lichtenfels aktiv bei – etwa mit dem Anbringen von Nisthilfen. Allein für Mehlschwalben haben sie rund 200 Nistkästen angebracht – den Ankauf habe die Stadt Lichtenfels unterstützt. Sie haben zudem weitere Nisthilfen für Rauchschwalben, Mauersegler sowie drei für den Weißstorch gebaut.

Nisthilfen und Brutkästen

Pflegearbeiten an Kopfweiden und Laichgewässern: Alle vier bis fünf Jahre stutzen die NABU-Mitglieder die Kopfweiden, um sie gesund zu erhalten. Um Laichgewässer – wie hier im Aartal – an- oder wieder freizulegen, kommt auch schweres Gerät zum Einsatz.  

„Außerdem haben wir Brutkästen für Eulen, Dohlen und Turmfalken angebracht – aktuell zieht ein Turmfalkenpaar vier Jungvögel im Turm der Goddelsheimer Kirche auf. Hinzu kommen rund 50 Fledermauskästen. Allein im Wald betreuen wir weitere 400 Nistkästen, die einmal im Jahr auch gesäubert werden“, sagt Kuhnhenne. Auch den Amphibienschutzzaun, der bei Sachsenberg in Richtung Neukirchen angelegt ist, müssen sie regelmäßig kontrollieren und reparieren.

„Einige der Flächen und Gebiete, die der NABU-Lichtenfels seit Jahren gepflegt hat, sind inzwischen als Naturdenkmale vom Landkreis ausgewiesen und somit besonders geschützt“, erklärt der Goddelsheimer Naturschützer, der von Siegmar Hartmann an der Spitze vertreten wird. Dazu gehört zum Beispiel der Trockenhang „Steimel“ im Heimbachtal nahe der Fuchsmühle, das Amphibienbiotop beim ehemaligen Waldsportplatz „Langer Driesch“ bei Goddelsheim und die kleine NABU-Wiesenfläche mit Orchideen und Trollblumen bei Neukirchen.

Ziel für die kommenden zehn Jahre sei, den Einsatz so beizubehalten, die Naturhabitate zu erhalten und zu schützen, sagt Gerhard Kuhnhenne.  

Wer beim NABU Lichtenfels gern mitarbeiten möchte, kann sich an Gerhard Kuhnhenne wenden, Telefon 05636-1001 oder Siegmar Hartmann, Tel. 632. (md)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare