Präsentation in Fürstenberg:

Alle Lichtenfelser Kindergärten beteiligen sich an Aktion „WLZ sucht Waldecks Wort“

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Alle fünf Lichtenfelser Kindergärten beteiligen sich an der Aktion „die WLZ sucht Waldecks Wort“.

Fürstenberg. Auch die Lichtenfelser Kinder beschäftigen sich mit dem Platt ihrer Heimat. Zur Aktion „die WLZ sucht Waldecks Wort“ malten die Jungen und Mädchen aus den fünf evangelischen Kindergärten der Stadt Plakate mit Wörtern und studierten Lieder ein.

 Das Ergebnis präsentierten die Gruppen am Mittwoch stolz im Alten Pfarrhaus in Fürstenberg. 

Immighausen

In Immighausen seien die beiden „Patenopas“ Helmut Bangert und Fritz Schnatz aus Rhadern in den Kindergarten gekommen, berichtete Sandra Kolberg. Bei zwei Stuhlkreisen sammelten sie mit den Kleinen Wörte wie „Austerej“ fürs Osterei, „Tuffel“ für Kartoffel oder „Wurtel“ für Möhre. Dazu malten die Kinder die passenden Bilder. Ein Junge rief: „Das war ja cool!“ Außerdem unterhielten sich die beiden Patenopas „up Platt“. Da hätten die Kinder schon Probleme gehabt, alles zu verstehen, sagte Bangert: „So schnell geht das nicht.“ 

Sachsenberg 

Aus Sachsenberg war die Mutter Claudia Hummel mit drei Kindern gekommen. Sie stellten bemalte Plakate mit typischen Wörtern wie „Sunne“ für Sonne und „Kenner“ für Kinder vor. In der Stadt mischen sich das Waldecker, das westfälische und das hessische Platt. Auch einen ganzen Satz hatten die Kinder eingeübt: „De Schwaalen flijen diiff, et gitt Rään.“

Goddelsheim

In Goddelsheim sei schnell kar gewesen: „Wir wollen singen“, berichtete Anja Raabe. „Wir haben drei Omas gefunden“: Ursel Noll, Irmgard Eberle und Helga Knoche übertrugen das Kinderlied „Häschen in der Grube“ ins Plattdeutsche, Nur: „So einfach ist das nicht mit der Übersetzung.“ Es musste sich ja auch reimen. Auch Enkel der drei Großmutter nahmen an der Liedpremiere am Mittwoch teil.

Fürstenberg

In Fürstenberg habe das Team „die gute Seele unseres Hauses“ eingespannt, berichtete Maren Schwarz: Als Sprachpatin brachte die Fürstenbergin Christa Rosenstengel den Kindern das Platt nahe. Sie malten Plakate mit Begriffen wie „Schole“ und „Kerke“. Dabei durfte das stachelige Wappentier nicht fehlen, der „Färstenberjer Eggel“. Außerdem studierten die Kinder das Lied „Alle meine Entchen“ auf Platt ein, am Mittwoch war die Uraufführung: „Alle minne Enten schwimmen up dem See, Köpp in det Water, Schwanz in de Höh...“ 

Münden

Auch in Münden habe sich das Team für ein Lied entscheiden, erklärte Christiane Steinmann: Sechs Kinder ließen die erste Strophe des Frühlingsliedes „Im Märzen der Bauer“ erklingen. Elfriede Vesper vom Mündener Chor übertrug es auf Platt und studierte es mit den Kleinen ein, erst auf hochdeutsch, dann auf Platt. Kommentar eines Kindes: „Warum singen wir das nicht auf Deutsch?“ 

Doch etwas Platt ist bei der spontanen Aktion offenkundig schon hängen geblieben, ein Junge verkündete stolz: „Ik heijte Erik un kumme ut Immighusen.“

Das Platt lebendig halten

"Ich bin begeistert“, rief Bürgermeister Uwe Steuber mit Blick in die Runde der Kinder. Dass sich die Lichtenfelser an der WLZ-Aktion beteiligen würden, stand für ihn außer Frage. Nur: Wie? Die Fürstenberger Gruppe „Wir schwatzen Platt“ gebe es nicht mehr. „Die Kindergärten haben mich gerettet“, erzählte er: Die Erzieherinnen hätten sich vernetzt und ihm zugesagt: „Wir machen was.“ Innerhalb von 72 Stunden hätten sie etwas für die Platt-Aktion in Fürstenberg vorbereitet. 

Stoiber hofft auf weiteres Engagement, um das Platt in Lichtenfels „lebendig zu halten“. So habe sich in der zweiten Runde auch Silke Friedewald-Isken zur Ehrenamtslotsin ausbilden lassen. Sie plane in Neukirchen einen Platt-Stammtisch. „Die Idee hatte ich schon länger“, merkte Elfriede Vesper an. „Ich hoffe, dass sich daraus mehr entwickelt“, sagte Steuber. Die Treffen seien auch offen für andere Dörfer.

 Auch die Kinder ermunterte der Bürgermeister: „Ich hoffe, dass ihr mit euren Großeltern weiter Platt sprecht.“

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