„Pech gehabt“: Zwei Stunden beste Hessen-Comedy in der Festhalle

Bodo Bach begeistert in Münden

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Begeistert sein Publikum in der Festhalle in Münden: Comedian Bodo Bach.

Lichtenfels-Münden. Comedian Robert Treutel alias Bodo Bach, hat das Publikum am Freitagabend in der Mündener Festhalle mit seinem Programm „Pech gehabt“ begeistert.

Als der Offenbacher mit dem charmanten südhessischen Dialekt die freie erste Reihe sah, schob er die Stühle zur Seite und sagte: „Ihr versteckt euch nicht in der zweiten Reihe, jetzt sitzt Ihr in der ersten Reihe – Pech gehabt!“ Zu Bürgermeister Uwe Steuber sagte er: „Ganz nach hinten gesetzt – Feigling!“ Er bezog das Publikum, besonders Toni aus der ersten Reihe, in seine Schlagfertigkeiten mit ein und holte sich von ihm Rat oder Bestätigung.

Bodo Bach erklärte den Zusammenhang zwischen Comedy und Pech. „Pech hat immer auch eine komische Seite. Ein bisschen Stinkstiefel steckt in jedem von uns. Alles ist komisch solange es anderen passiert.“ Er wollte vom Publikum wissen, ob es samstags schon mal bei Ikea war. „Das ist kein Pech, das ist Dummheit“, sagte er. Seine Frau Gerda habe ihn mal samstags dorthin geschleift, um einen Küchenschrank zu kaufen. Nachdem sie sich mit anderen Leuten stundenlang schlängelnd durch die Ausstellung gequält hatten, seien sie mit dem „Küchenvic“ heimgefahren.

Er habe ihn in einem Anfall von Handwerker-Alzheimer aufgebaut – die Regale seien außen und die Tür gehe nach innen auf. „Mein Sternzeichen ist Skorpion Aszendent Pulverfass“, sagte er. Da er beim Aufbauen durchgedreht sei, bedeute Ikea für ihn „Ich kriege einen Anfall!“ Dennoch liebe er seine Frau, mit der er 29 Jahre verheiratet sei und schreibe oft „Ich liebe Dich“ in den Staub auf der Kommode. Pech habe er mit Sohn Rüdiger, „Ich mag ihn – ich kann ihn nur nicht leiden“.

Da er endlich Opa werden wolle, versuche er ihn mithilfe der Anzeige „Penner – Ende 20 – zwecks Vermehrung günstig abzugeben“ an die Frau zu bringen. Bodo Bach reiste mit dem Publikum in die Vergangenheit, wo E-Mails mit Tinte geschrieben wurden und Musikkassetten iPods mit Salat waren. Seine esoterisch begabten Nachbarinnen seien „Menschen mit Mediationshintergrund“.

Im Gegensatz zu Gerda sei er kein Kunstkenner und habe einen Feuerlöscher auf der Kasseler Documenta für eine rote Stahlinstallation gehalten. Er machte sich über US-Präsident Trump lustig, bei dem er eine Erektion im Mittelfinger bekomme. Vegetariern erklärte der „bekennende Fleischesser“ (alles unter 300 Gramm ist Carpaccio), dass für ihn der leckerste Fisch ein Schnitzel sei.

Nach zwei Stunden bester Unterhaltung spendete das Publikum frenetischen Applaus und Bodo Bach zog das Fazit: „Wenn wir Pech haben, ist das Glück nicht weg, es hat dann nur jemand anders.“

(Von Nadja Zecher-Christ)

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