Fraktionen ziehen Fazit

Bürgermeister-Stichwahl Lichtenfels: „Auch Nichtwähler mobilisiert“

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Nachfolge geregelt: Henning Scheele (links) übernimmt am 1. März 2020 die Amtsgeschäfte von Bürgermeister Uwe Steuber in Lichtenfels.  

Lichtenfels – Die Fraktionen der CDU, WGL und Grünen Bürgerliste ziehen ein positives Fazit über den Wahlkampf von Henning Scheele.  

Bei der Bürgermeisterwahl hat Kandidat Henning Scheele (CDU) deutlich aufgeholt – von rund 33 Prozent im ersten Wahlgang schaffte er es am Sonntag, die Stichwahl mit 52,07 Prozent zu gewinnen. Dafür erhielt er viel Beifall von seinen Unterstützern CDU, Wählergemeinschaft Lichtenfels (WGL) und Grüner Bürgerliste – und auch Anerkennung von den politischen Mitbewerbern SPD und FDP, die ihm noch am Wahlabend gratulierten und die Zusammenarbeit anboten. Die Wahlbeteiligung lag mit 70,32 Prozent etwas niedriger als beim ersten Wahlgang (72,91).

CDU, WGL, Grüne Liste

„Ich habe daran geglaubt, dass er die Wahl gewinnt, hatte ein sehr gutes Gefühl“, sagt Eckhard Schnatz, CDU-Fraktionsvorsitzender, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Es war spürbar, dass da etwas kippt. Henning Scheele war sehr fleißig in den vergangenen zwei Wochen. Und überall dort, wo er sich ins Gespräch bringen konnte, erhielten wir positive Rückmeldung“, erklärt Schnatz weiter. Auch hätten sie die Wahlkampfstrategie geändert. „Wir haben uns erfolgreich bemüht, möglichst viele Wähler auf unsere Seite zu ziehen. Henning Scheele wird ein bürgernaher Bürgermeister sein, er bringt die nötige Kompetenz mit und wir freuen uns, mit ihm in die Zukunft zu starten“.

„Ich hatte gehofft, dass er aufholt“, sagt Horst Wendt, Fraktionsvorsitzender der WGL, die Scheele ebenfalls unterstützte. „Henning Scheele hat die Ärmel hochgekrempelt, die Leute hatten die Chance, ihn besser kennenzulernen, er konnte Wähler mobilisieren. Auch das Wahlkampfteam hat mehr Zeit investiert“, nennt Wendt Gründe für den Umschwung in der Wählergunst.

„Wir haben auch die Nichtwähler mobilisiert. Henning Scheele konnte sich zuletzt besser verkaufen und hatte die besseren Argumente“, ist Gerd Dewender von der Grünen Bürgerliste überzeugt. „Ich freue mich sehr, dass er Bürgermeister geworden ist.“

SPD, FDP

„Die Enttäuschung ist groß. Ich habe erwartet, dass der Abstand schrumpft, aber es nicht für möglich gehalten, dass Wähler abwandern“, sagt Friedrich Schüttler, SPD-Fraktionsvorsitzender. SPD und FDP hatten die Kandidatin Sina Best unterstützt. „Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Wir haben einen tollen Wahlkampf geführt, in dem wir nie mit Negativargumenten hantierten oder Henning Scheele schlecht gemacht hätten“, so Schüttler. „Herr Scheele war zuletzt präsenter als zu Anfang“.

Das sieht auch Friedrich Emde so, Fraktionsvorsitzender der FDP. „Wir hatten aus der Bürgerschaft vernommen, dass sie von Wahlkampf bald nichts mehr hören könne, wollten die Wähler nicht überfrachten und haben uns etwas zurückgezogen“. Henning Scheele habe unterdessen Präsenz gezeigt, die er bis dahin hätte vermissen lassen. 

„Nachdem es nach dem ersten Wahlgang ja ganz gut für unsere Kandidatin aussah, sind wir umso mehr enttäuscht, dass wir in der Stichwahl kaum neue Stimmen mobilisieren konnten beziehungsweise sich auch zahlreiche Wähler umorientiert haben“, fasst er zusammen. Vielleicht hätten sich die Wähler nach dem guten Ergebnis beim Hauptwahlkampf auch zu sicher gefühlt.

Bündnis 90/Die Grünen

Dorli Rauch, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, hätte „mit beiden Kandidaten leben können, beide sind qualifiziert. Ich wünsche mir, dass Herr Scheele als Bürgermeister offen mit den Menschen umgeht und ihre Wünsche wahrnimmt“. Jetzt seien viele Herausforderungen von allen Parteien gemeinsam sachlich zu meistern. (md)

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