Bauplätze, Digitalisierung, Kinderbetreuung

Bürgermeister-Treffen in Lichtenfels: Suche nach Strategien

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Bürgermeistertreffen in Lichtenfels: (von links) Uwe Steuber, Matthias Stappert (Vöhl), Holger Karl (Bammental), Ronny Hofmann (Lunzenau), Björn Brede (Frankenau), Michael Jahn (Bad Berka), Klaus Gier (Edertal), Erster Lichtenfelser Stadtrat Alf Höfer, Tannroda-Ortsbürgermeister Günter Schmieder und Christian Klein (Battenberg).

Lichtenfels. Sie bleiben dabei: Zum Austausch über Ländergrenzen hinweg trafen sich bereits zum zweiten Mal Bürgermeister im Lichtenfelser Rathaus, um sich über kommunale Themen auszutauschen und patente Lösungen zu finden.

Auf Einladung von Erstem Stadtrat Alf Höfer und Bürgermeister Uwe Steuber kamen zehn Rathauschefs aus der näheren Umgebung sowie Baden Württemberg, Thüringen und Sachsen zusammen. Mit dabei waren außer Steuber und Höfer die Bürgermeister Holger Karl aus Bammental bei Heidelberg und Ronny Hofmann aus Lunzenau nahe Chemnitz. Außerdem Michael Jahn, neuer Bürgermeister der Lichtenfelser Partnerstadt Bad Berka und Ortsbürgermeister Günter Schmieder aus Tannroda in Thüringen sowie Björn Brede (Frankenau), Matthias Stappert (Vöhl), Christian Klein (Battenberg) und Klaus Gier (Edertal). Allesamt stehen sie Kommunen mit rund 3000 bis 7500 Einwohnern vor.

Auf der Agenda standen Themen wie Digitalisierung in der Verwaltung, Verwaltungsverbünde, Schwerpunkte in der Kommunalpolitik über Zielsysteme, Betreuung von Kindern und Senioren sowie die Schaffung von Bauland.

Obwohl es zum Beispiel in Lichtenfels einen steigenden Bedarf an Bauplätzen und vor allem Raum für Gewerbe gibt, darf die Stadt keine zusätzlichen Gebiete ausweisen, erklärte Bürgermeister Uwe Steuber. „Erst sollen innerörtliche Flächen genutzt werden. Doch gibt es Förderungen für Abriss?“, fragt er.

Aus leidiger Erfahrung eine Absage erteilten die Bürgermeister größeren Verwaltungsverbünden, wie es sie in Allendorf/Bromskirchen gibt. Zwar werde ein Bürgermeister eingespart, durch komplizierte Strukturen und weite Wege aber viel verloren: „Viele melden sich aus den Ortsteilen innerlich ab“, hieß es aus Sachsen. Hingegen laufe interkommunale Zusammenarbeit – Flächennutzungspläne, Klimaschutz, Integrationsmanagement – gut. Über Zielsysteme Schwerpunkte in der Ausgabenpolitik zu setzen, sei überall Thema. Ebenso wie die Finanzierung von höheren Standards, etwa in der Kinderbetreuung und bei Bauvorschriften. „Höhere Standards bedeuten mehr Kosten, doch wie sollen die Kommunen das finanzieren?“, fasst etwa Björn Brede das Malheur vieler Kommunen zusammen.

Auch im kommenden Jahr wollen die Bürgermeister wieder zusammen kommen, um neue Strategien intensiv zu beraten. Für Holger Karl ist klar: „Das Bürgermeister-Treffen ist einer der spannendsten Termine, die ich als Bürgermeister habe: Es ist die Gelegenheit, Grundlagen in kleinem Rahmen zu diskutieren und Lösungsansätze zu erhalten.“ Das unterstrichen auch Michael Jahn und Steuber. (md)

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