Reaktionen auf den Ausgang der Wahl

Bürgermeisterwahl in Lichtenfels: Von „sehr zufrieden“ bis „enttäuscht“

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Spannende Wahl: Auch Bürgermeister Uwe Steuber (2. von links) verfolgte die Wahl am Sonntag in der Goddelsheimer Mehrzweckhalle. Alle Fraktionen betonen, dass die Wähler auch zur Stichwahl mobilisiert werden müssen.   

Lichtenfels – Die Reaktionen auf den Ausgang der Bürgermeisterwahl in Lichtenfels reichen von "sehr zufrieden" bis "enttäuscht".

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Nur knapp hat Bürgermeisterkandidatin Sina Best am Sonntag bei der Wahl in Lichtenfels die absolute Mehrheit und damit den Einzug ins Lichtenfelser Rathaus verpasst: Die Itteranerin, die von SPD und FDP unterstützt wird, erhielt 47,04 Prozent der Stimmen. An Henning Scheele, der von CDU, Wählergemeinschaft Lichtenfels (WGL) und Grüner Bürgerliste unterstützt wird, gingen 33,03 Prozent. In der Stichwahl am Sonntag, 29. September, wird sich entscheiden, wer von ihnen das Rennen macht.

Die Stimmen von den Unterstützern zum ersten Wahlausgang fallen erwartungsgemäß unterschiedlich aus. Dorli Rauch von Bündnis 90/Die Grünen, die den Kandidaten Axel Jakobi aus Immighausen befürwortet hatten, zeigte sich enttäuscht von dem Ergebnis für Jakobi, der 19,93 Prozent der Stimmen erhielt.

„Für mich war es wie David gegen Goliath. Ein Mensch, der allein antritt, kann so viele Zuwendungen, wie sie die anderen Kandidaten an die Bürger geben, gar nicht finanzieren. Man sieht an den Stimmen aus Immighausen, wo er Ortsvorsteher ist, wie sehr seine Arbeit dort geschätzt wird, und er hätte mehr Anerkennung verdient“.

Positiv gestimmt sind die Unterstützer von Sina Best. „Wir freuen uns über den Erfolg, sind hochzufrieden mit dem Ergebnis“, sagt Friedrich Schüttler von der SPD. „Natürlich wäre es schön gewesen, wenn Sina Best auch die drei fehlenden Prozent gleich beim ersten Wahlgang erhalten hätte, aber jetzt arbeiten wir daran, dass es auch bei der Stichwahl eine hohe Wahlbeteiligung gibt“, sagt der Goddelsheimer: „Wir haben viel getan und viele Bürger erreicht, jetzt müssen wir um die Wähler werben, die in der ersten Runde für Axel Jakobi gestimmt haben.“

Wähler auch für die Stichwahl mobilisieren

Auch Friedhelm Emde von der FDP zeigte sich „sehr zufrieden mit dem Ergebnis“. „Jetzt gilt es für uns, Frau Best und alle, die sie gewählt haben, nicht nachzulassen und um die Gunst der Wähler zu werben“, sagte er. „Es wäre jetzt ein falsches Signal zu meinen, sich auf dem bisher guten Ergebnis ausruhen zu dürfen. Es ist eine neue Wahl und wir brauchen eine gleichbleibend hohe, möglichst sogar noch höhere Wahlbeteiligung“.

Für die CDU, die den Kandidaten Henning Scheele unterstützt, sagte Friedrich Göge: „Wir haben uns mehr erhofft. Wir werden jetzt noch mal angreifen und an jeden appellieren, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen“, unterstrich er auf Nachfrage der WLZ.

Horst Wendt von der WGL erklärte, er habe mit einer Stichwahl gerechnet, „wir hätten uns allerdings ein anderes Ergebnis gewünscht. Jetzt muss viel getan werden, wir krempeln die Ärmel hoch, spucken in die Hände und werden Henning Scheele nach Kräften unterstützen“, betonte er.

„Wir müssen uns jetzt sehr anstrengen, um mindestens 17 Prozent aufzuholen. Wir müssen um die Stimmen werben, die Axel Jakobi beim ersten Wahlgang auf sich verbucht hat, und auch die Nicht-Wähler mobilisieren,“ sagt Gerd Dewender von der Grünen Bürgerliste.

Briefwahl kann ab sofort beantragt werden

Die Stichwahl in Lichtenfels bedeutet viel Arbeit für die Mitarbeiter im Rathaus und die Wahlhelfer. Der Termin – 29. September – fällt in den Beginn der hessischen Herbstferien. Wer dann in Urlaub ist, von seinem Wahlrecht aber trotzdem Gebrauch machen möchte, kann ab sofort Briefwahl beantragen – auf den Wahlunterlagen steht genau, wie es funktioniert. „Wer beim ersten Wahlgang bereits eine Briefwahl beantragt hatte, konnte da schon automatisch auch die Briefwahl für die Stichwahl ankreuzen. Sie erhalten die Unterlagen nun automatisch von uns. Die anderen können ab sofort die Briefwahl bei uns beantragen“, sagt Andre Gutmann, Leiter des Haupt- und Ordnungsamtes im Lichtenfelser Rathaus, auf Nachfrage der WLZ. „Den Druck der neuen Stimmzettel haben wir bereits in Auftrag gegeben, spätestens ab Mittwoch können sie verschickt werden." (md)

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