Teams sammeln Daten

Deutschland wird vermessen: Einer der 250 Messpunkte befindet sich bei Goddelsheim

Die Vermessungstechniker Ralf Riedel und Frank Paprocki sammeln mit Hilfe der hochmodernen Antenne Satellitendaten zur exakten Vermessung der Landschaft.
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Die Vermessungstechniker Ralf Riedel und Frank Paprocki sammeln mit Hilfe der hochmodernen Antenne Satellitendaten zur exakten Vermessung der Landschaft.

Deutschland wird derzeit neu vermessen – dabei hilft auch ein Standort in Waldeck-Frankenberg. In dieser Woche war ein Team im Feld nordöstlich von Goddelsheim im Einsatz.

Lichtenfels-Goddelsheim – Ziel des Teams um die Vermessungsingenieure Ralf Riedel und Frank Paprocki war der an diesem Tag einzige beobachtete Messpunkt in Nordhessen.

Deutschland ist geprägt von einer vielfältigen Topografie – und die ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht in Stein gemeißelt. Verschiedene Faktoren wie Erdplattenverschiebungen oder Eisschmelze können dazu führen, dass sich Landmasse verändert. Sie hebt oder senkt sich und der Meeresspiegel steigt. Um das herauszufinden, findet derzeit eine deutschlandweite Messkampagne statt. Mit den daraus resultierenden Ergebnissen wird das Gelände in Deutschland auf den Millimeter genau dargestellt. Als Referenz dient das 2008 erstellte Grundlagennetz.

An 250 Vermessungspunkten in Deutschland werden die Koordinaten bestimmt. Dazu sind seit 7. Juni 35 Vermessungstrupps im Einsatz, die mithilfe von Satellitentechnik und modernster Ausrüstung arbeiten. Sie werden von den Landesvermessungsämtern und dem Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) mit Sitz in Frankfurt am Main entsendet.

Die Vermessungsaktion läuft noch bis zum 15. Juli. Im Anschluss werden die Daten auf Hochleistungscomputern vom BKG und dem Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen ausgewertet. „Durch die genauen Aufzeichnungen kommen entsprechend große Datensätze zustande. Wir sprechen hier von Datenmengen im Terabyte-Bereich“, erklärt Michael Walker vom Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation. Dementsprechend lange dauere auch die Auswertung. „Wir gehen davon aus, dass diese etwa in zwei Jahren abgeschlossen sein wird.“

Danach werden die Daten mit denen aus der letzten Erhebung von 2008 verglichen. So können die Experten feststellen, wo es Veränderungen gab und welche Auswirkungen diese haben. Walker ist Ansprechpartner für die Kampagne in Hessen und koordiniert auch die drei hessischen Vermessungstrupps.

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